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stadt angelegt, welche bald darauf eigenes Stadt-recht erhielt. 1434 sagte sich die Stadt vom Deut-schen Orden los und stellte sich unter polnischenSchutz; 1454 machte König Kasimir sie zum Sitzeiner Woiwodschaft; 1478 wurden die Alt- undNeustadt vereinigt. 1525 wurde E. von demDeutschmeister Albert von Brandenburg, der esschon 1517 dem Orden vergebens vindicirt hatte,genommen. 1523 hatte sich schon der Rath derStadt für die Einführung der Reformation ent-schieden, allein erst 1576 erlangten die Evangeli-schen freie Religionsübung. Infolge der Streitig-keiten unter den verschiedenen Consessionsverwand-ten wurde E. 1616 u. 1618 verwüstet. 1626 be-setzten die Schweden die Stadt u. räumten sie erst1660 wieder. 1698 nahm der Kurfürst Fried-rich III. von Brandenburg E., weil König Kasi-mir von Polen es um 400,000 Thlr. an dessenBater verpfändet hatte; nachdem er aber 1700durch Verpfändung der polnischen Reichskleinodiensichergestellt war, gab er die Stadt an Polen zu-rück. Friedrich (jetzt König Friedrich I.) setzte sichjedoch 1703 in den Besitz des Stadtgebietes vonE., da Polen die auf 300,000 Thlr. ermäßigtePfandsnmme nicht bezahlte. In demselben Jahrenahm König Karl XII. von Schweden E. durchCapitulation, verlor es jedoch 1710 an Rußland.Später kam E. wieder an Polen u. 1772 in derersten Theilung Polens an Preußen. Die ehe-mals blühende Stadt war ganz herabgekommen,der Wohlstand derselben aber erhob sich jetzt unterpreußischer Herrschaft wieder, freilich ans KostenDanzigs, das noch bis 1793 bei Polen verblieb.Vgl. Fuchs, Geschichte der Stadt E., 6 Thle.,Elb. 1818—52. 3) Fluß in der Provinz Preu-ßen, 14 Lm langer, schiffbarer Abfluß des Drausen-Sees, durch den Krafsohl-Kanal mit der Nogat ver-bunden; mündet unterhalb Elbing in das FrischeHass und trägt bis zu dieser Stadt kleine See-schiffe. H> Berns.
Elbingerode, Stadt im Kreise Zellerfeld derpreuß. Lauddrostei Hildesheim, auf einem Plateauim Unterharz u. am Rohrbache; Amtssitz, Amts-gericht; Industrieschule (erste in Deutschland, 1771gegründet); Fabrikation von Cigarren u. Zündhölz-chen, Holzhandel, bedeutende Eisensteingruben amTännichen u. Gräsenhagener Berge; 1875: 2960Ew. In der Nähe an der Bode mehrere bedeutendeEisenwerke, u. a. zu Königshof u. Lukashof (da-bei die Reste der Burg Bodseld, s. d.), zu Neue-hütte, zu Rothehütte (eines der größten im Harz) rc.— E. soll von dem Grafen Eiliger (Jlger) vonHohenstein erbaut worden sein (nach Anderen um1074 von Deutschen, die dem Andrange der Sla-ven im O. von der Elbe gewichen waren). DasAmt E. kam 1008 unter Heinrich II. an dasKloster Gandersheim, welches damit die Grafenvon Wernigerode u. nach dem Aussterben dersel-ben die Grasen von Stolberg belehnte; 1653 ginges in den unmittelbaren Besitz von Brannschweigüber, später an Hannover. 1744 wurde hier derGraf Belle Jsle aufgehoben. Am 8. Jan. 1858litt die Stadt durch eine Feuersbrunst. H> Berns.
Elbing-Oberländischer Kanal, ein Kanalin der Prov. Preußen, der den Dransen-See imKleinen Marienburger Werder und also auch die
— Elbogen.
Stadt Elbing mit den großen Seen des Ober-landes, dem Geserich- u. Drewenz-See, verbindet.Er geht durch den Pinnaner-, Samrodt-, Röth.lass-, Krebs-, Zopf-, Groß-Eiling-See und denMühlenteich bis Liebemühl; hier tritt er durch eine3 w hohe Schleuse in die Liebe n. theilt sich in2 Arme, von denen der eine im Bette der Liebenach S. zum Drewenz-See, der andere durch denAbißgar- u. Duben-See zum Geserich geht, indemer Verzweigungen zum Gehl- und Ewing-See(Weinsdorfer Kanal) entsendet. Der Endpunktdes Kanals auf der Höhe des Oberlandes liegt103 m hoch, der Spiegel des Drausen-Sees nur1,g in; es wurde deshalb die Anlage von 4 schie-fen Ebenen und 5 Schleusen nöthig. Außerdemmußte durch den Abißgar-See, der 1 m unterdem Spiegel des Geserich liegt, ein 476 in langerErddamm aufgeschüttet werden, um den Kanal ansdiesem Damme über den See führen zu können.Auf den 4 schiefen Ebenen werden die Kähne aus520 Ctr. schweren Wagen, die auf Geleisen laufen,durch Maschinen hinauf gezogen n. hinunter ge-lassen. Die Länge der ganzen schiffbaren Wasser-straße beträgt mit Einschluß der Seen 176 Icm.Sie ist in den Jahren 1845—60 mit einem Kosten-aufwands von etwa 4ß Will. N hergestellt wor-den. Es fanden 1874 auf dem Kanal 1300 Fahr-ten zu Berg n. 1682 zu Thal statt. H- Berns.
Elbo (a. Geogr.), morastige Insel des Deltazwischen der Tanitischen u. Phatnitischen Münd-ung des Nils in Unter-Ägypten. König, Anysisbehauptete sich hier 20 Jahre gegen die Äthiopierunter Sabako, auch Amyrtäos einige Jahre langgegen die Perser.
ElbogtN(Ellbogen, Ellnbogcn, Elnbogen, böhm.Loket), Stadt im Bez. Falkenau (Böhmen), aufeinem Felsen am linken Ufer der Eger, die hiereine einem Ellenbogen ähnliche Krümmung machttdaher der Name) u. über die eine Kettenbrückeführt, Station (E.-Neusattel) der BuschtehraderEisenbahn, von einer Mauer umgeben; altesSchloß Stein-E. (jetzt Criminalgefängniß); De-chanteikirche, Rathhaus, in dem ein großes StückMeteoreisen aufbewahrt wird, Ober- und Unter-Realschule, Krankenhaus, berühmte Porzellansabrik,Rußbereitung; 3257 Ew. — E. ist von einemMarkgrafen von Vohburg (wahrscheinlich um 870)erbaut, kam 1160 durch Heirath an Kaiser Fried-rich I., im 13. Jahrh. an Böhmen, und KönigWenzel I. setzte hier einen Burggrafen ein. ImMittelalter galt das Schloß für uneinnehmbar,weshalb sich auch 1317 bei einem Ausstande inBöhmen die Königin Elisabeth mit ihren Kindernhierher rettete. 1434 schenkte Kaiser Siegmunddie Stadt u. das zugehörige Gebiet den Grasenvon Schlick, die sie 1470 an Meißen verkauften.Da aber die Elbogener die Meißner nicht zu ihrenHerren haben u. ihnen nicht huldigen wollten, sokam E. wieder an die Grafen n. Meißen behieltnur die Oberlehnsherrlichkeit. 1471 belagerte Her-zog Albrecht die Stadt. 1504 Aufstand der Bür-ger gegen den Grafen Hieronymus, der die Stadtnur mit Hilfe der Sächselt wieder erobern konnte.1547 wurde sie königlich; sie kaufte sich zwar ein-mal los, kam aber wieder an die Krone. 1621wurde sie von den Bayern u. 1631 von den Sach-