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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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E Elosticitätscoöffj

Leider Änderungen sogar eine sehr lange Zeit er-fordert. Namentlich organische Körper, wie Seide,Kautschuk, Darmsaiten, Holz, zeigen in hohemMaße dieses merkwürdige Verhalten, welches manelastische Nachwirkung nennt. Anderseits er-fahren aber auch alle Körper bei sehr langerDauer selbst kleinerer äußerer Einwirkungen, welchebei kurzer Dauer nicht über die E-sgrenze hin-ausgehen, zuletzt dauernde Veränderungen. Daherwerden auch die besten Federn mit der Zeit lahm,Balken erhalten auf die Dauer eine bleibendeBiegung rc. Die E-sgrenze hat demnach keineabsolute, sondern eine relative Geltung.

Die E. der meisten Körper ist in verschiedenenRichtungen verschieden; so namentlich bei allenKörpern von faseriger Textur, wie dem Holze,dem gezogenen Eisen, welche eine viel stärkereDehnung u. Biegung in der Richtung der Fasern,als in jeder anderen Richtung, und eine stärkereDehnung um eine dieser parallele Achse, alsum eine andere ertragen. Savart hat ferner» gezeigt, daß die E. der zu einem anderen als demI regulären System gehö igen Krystalle je nach derM Lage der Krystallachsen wrschieden ist. Auch unterD den nicht kristallinischen sind nur wenige, u. zwar> nur die chemisch u. mechanisch vollkommen homo-W genen (nach allen Richtungen gleichartig gebildeten)W Körper auch nach allen Richtungen gleich elastisch.W Auch in dieser Beziehung haben also die AngabenW über die E-sgrenze, sowie über den E-smodnlusW nur eine beschränkte Gilsigkeit.

W II. Verdichtungs-E Von der E. der festenI Körper, welche auf dem Widerstande beruht, wel-» chen ihre Molecüle einer c .genseitigen VerschiebungI entgegensetzen, ist die Bei "chtungs-E. verschieden.

I Diese beruht auf dem Tw erstände, welchen dieI Molecüle der Körper einem gleichmäßig von allenI Seiten einwirkenden Druck: entgegensetzen, der siezwingt, sich einander zu nähern. Während die E.im eigentlichen Sinne des Wortes, die Ver-schiebungs-E. eine besondere Eigenschaft derfesten Körper und daher charakteristisch für denfesten Aggregatzustand ist, kommt die Verdicht-ungs-E. allen Körpern ohne Unterschied des Ag-gregatzustaudes zu, sie ist eine allgemeine Eigen-schaft aller Körper, wenn auch in verschiedenemMaße. Feste Körper können im Allgemeinen nurwenig, durch einen hinreichend großen Druck aberdauernd verdichtet werden; tropfbar flüssige Körperwerden durch jeden allseitigen Druck, u. zwar imAllgemeinen mehr als feste, verdichtet, aber nachdem Aufhören des Druckes nehmen sie stets dasanfängliche Volum wieder an (über die Zusam-mendrückbarkeit oder Compressibilität der Flüssig-sten s- u- Flüssigkeit); gasförmige Körper er-füllen stets den ganzen ihnen dargeboteneu Raum,sie sind expansibel, sie haben das Bestreben,sich unbegrenzt auszudehnen; ihr Volum ist genauvon dem auf sie wirkenden Drucke abhängig undAvar derart, daß ihre Spannkraft in demselben. Verhältniß wie ihre Dichtigkeit zu- u. abnimmt;Me Gasmenge nimmt bei jedem bestimmtenDrucke ein diesem entsprechendes bestimmtes Vo-lum ein und kehrt bei jeder Verminderung desDruckes zu dem diesem verminderten Drucke ent-sprechenden Volum zurück. Diese Eigenschaft derPierers llniversal-ConvsrsatiouL-Lexikon. L. Ausl, v

:ient Elatea.

Gase wird als Expansibilität oder E. derGase bezeichnet (s. hierüber den Art. Gas). Aufder Verdichtungs-E. beruht u. a. die Fortpflanz-ung einer momentanen Verdichtung eines Körpersdurch dessen ganze Masse; namentlich gehört da-hin die Fortpflanzung des Schalles. Die Ex-pansibilität der Gase findet u. a. ihre Anwendungbei der Wiudbüchse, bei Gebläsen, bei dem Wind-kessel, der Feuerspritze; diejenige des Wasserdampfesbei der Dampfmaschine.

Vgl. Poisfon, Nsm. 8irr Iss monvsw. ässoorps slastiguss, im 8. Bd. der ülsm. äs 1'aeaä.ciss se., Par. 1829; Lamb, I-oyons snr 1atlleoris matst. cis l'slastisitä ckss oorps solläss,Par. 2. Ausl., 1866; Kirchhofs, Abh. üb. E.in Bd. 40 u. 56 von Grelles Journ.; Clebsch,Theorie der E. fester Körper, Lpz. 1862.

Wimmcnauer LI.

Elasticitiitseo'efficient, bei einigen Schrift-stellern so v. w. Elasticitätsmodulus, bei anderenso v. w. Dehuungs- resp. Compressionsqnotient;s. u. Elasticität.

Elasticitätsfliiche, Elasticitätsoberfläche,die Wellenfläche des Äthers. In homogenenMitteln (Luft, Glas, regulär krystallisirenden Kör-pern) ist dieselbe eine Kugelfläche, d. h. die Äther-schwingungen pflanzen sich nach allen Richtungenmit gleicher Geschwindigkeit ans, so daß die imgleichen Schwingungsstadium befindlichen Älher-molecüle ans einer Kugelfläche liegen; in optischeinachsigen Krystallen (des quadratischen u. hexa-gonalen Systeins) ist die E. der extraordinärenStrahlen ein Umdrehnngsellipsoid; in optisch zwei-achsigen Krystallen hat sie eine complicirtere Ge-stalt, Wimmenauer Ll.

Elasticitätsgrcnze, die Grenze, bis zu wel-cher ein Körper vollkommen elastisch bleibt, überwelche hinaus er eine dauernde Gestaltsveränder-uug erfährt; s. u. Elasticität.

Elasticitätsmodulus, die in Gewichtseinheiten(k§) ausgedrückte Kraft, welche einen elastischenStab, dessen Querschnitt die Flächeneinheit (s^mm)ist, um seine eigene Länge anszudehncn vermöchte,wenn dabei die Elasticitätsgrcnze nicht überschrittenwürde; s. Elasticität.

Elastics, 1) die kleinen Spiralfedern an denNadeln der Jacquard-Maschine, welche dazu dienen,die zurückgedrückten Nadeln nach dem Zurück-treten des Cylinders wieder vorspringen zu lassen.3) Elastische Gewebe, die durch Zusammenwebenvon Kautschukfäden mit leinenen, baumwollenen,auch wol seidenen Fäden gebildet werden. DieKautschukfäden bilden bald den Einschlag, balddie Kette. B-yssel.

Elastisch bedeutet strenge genommen: Elasti-cität besitzend; in diesem Sinne sind alle festenKörper elastisch. Der gewöhnliche Sprachgebrauchbezeichnet aber nur diejenigen Körper als elastische,welche sich vor anderen durch ein hohes Maßvon Elasticität auszeichnen, welche also auch nachweitgehenden Gestaltsveränderungen zu ihrer ur-sprünglichen Gestalt zurückkehren. Vgl. Elasticität.

Wimmenau-r LI.

Elatea (a. Geogr.), 1) Stadt in Pelasgiotis(Thessalien) am unteren Peneios, beim Eingängein das Thal Tempe. 3) Feste Stadt in PhokisII. Band. 13