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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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184 Ekbert —

(weiß, schwarz, roth, blau, dunkelroth, silbern,golden). Die äußerste Mauer war 30 km lang.Nach der Sage baute Dejokes (708 v. Chr.) E.,Andere führen die Erbauung bis Semiramis zu-rück. Alexander d. Gr., später Autiochos, Seleukosu. die Parther eroberten E. und plünderten dieSchätze der Königsbnrg und des Tempels. ZurZeit der Parther wurde E. wieder Sommerrcsi-denz der Könige; später verfiel es; jetzt steht wahr-scheinlich Hamadan an der Stelle des alten E.

Ekbert, so v. w. Egbert.

Ekbolc (gr.), Fehlgeburt; daher Ekbolika,Mittel, welche die Fehlgeburt Hervorrufen od. dieGeburt des reifen Kindes beschleunigen.

Ekchhmösen (v. Gr., Med.), punktförmige bisthaler- u. handtellergroße Blntanstretungen m derHaut, die anfänglich rothc od. blaurothe Fleckenbilden, durch Fingerdrnck nicht verschwinden unddann alle möglichen Farbenschattirnngen, violett,grün, gelb, durchmachen, ehe sie verschwinden. Sieentstehen entweder durch Zerreißungen von sonstgesunden Capillargefäßen, n. beobachtet man solcheE. in Süppchen- oder Pnnktform häufig an derStirne bei Epileptischen nach einem Anfalle undkann an ihnen erkennen, ob ein Anfall vor Kur-zem dagewescn ist; oder durch Blutaustritt ausCapillaren mit leicht zerreißlichen Gefäßwandun-gen, z. B. bei Scorbut, Bluterkrankheit, Typhus,Wochenbettfieber n. anderen schweren Krankheiten.Man beobachtet sie hier entweder in einzelnenExemplaren od. in großer Menge an den Extre-mitäten, am Bauche n. s. w. und gelten sic alsZeichen schlechter Blut- und Sästebeschafsenheit.

Kunze.

Ekdemos n. Demophnncs, zwei Megalopo-litaner, Schüler des Akavemikers Arkesilaos, wen-deten dessen Philosophie auf das Leben u. die Po-litik an; sie vertrieben den Tyrannen Aristodcmosaus ihrer Vaterstadt, dann Len Nikokles aus Si-kyon, ordneten die Verfassung von Kyrene undleiteten nach ihrer Rückkehr die Erziehung desPhilopömcn.

Ekdlkos (gr. Ant.), der Staatsanwalt.

Ekdösis (gr. Aut.), Bodmerei, Seezins.

Ekcchrrie (gr. Ant.), die Waffenruhe, welchefür die Zeit der Nationalspiele durch ganz Grie-chenland geboten wurde, damit Jeder ungehindertan denselben theilnehmen konnte; sie dauerte einenMonat (welcher deshalb der heilige Monat, Hier»menia, hieß) u. bezog sich auf alle öffentliche u.Privatscindseligkeit; vgl. Gottessriede.

Ekel (Xaussn), eigene Art des Gemeingefühls,die sich zunächst als Widerwille gegen Speisen n.Getränke überhaupt, od. nur gegen gewisse Artenderselben, od. auch gegen solche Dinge äußert, dieohne eigentliche Nahrungsmittel zu sein, in denMagen eingeführt werden sollen (z. B. Arznei-mittel); auch bildlich, moralischer Ekel. Der E,scheint seinen Sitz vorzugsweise in dem nervcn-reichen Schlunde zu haben und auf dem Gefühleiner falschen, ungeordneten Bewegung und Em-pfindung in diesem Organ zu beruhen, das sichspäter ans die ganze Speiseröhre und in denMagen hinein fortsetzt u. allmählich sich steigerndin Würgen und endlich in Erbrechen übergeht.Dieselben Ursachen, die letzteres Hervorrufen, er-

— Ekklcsia.

regen, wenn sie in geringerem Graoe einwirken,nur E. So ist E. häufig eine Folge von Über-sättigung od. von einer den Sinnen des Geschmackesn. Geruches widerwärtigen Beschaffenheit (Ekel-haftigkeit) mancher Gegenstände; auf seine Erreg,ung hat auch die Einbildungskraft großen Einfluß;dann entsteht er ferner durch mechanische Einwirk-ungen, z. B. Fahren auf der See (Seekrankheit,s. d.), in einem stark schaukelnden Wagen; end-lich beobachtet man ihn auch noch bei manchenKrankheiten, besonders der Vcrdannngsorgane,u. häufig in der ersten Zeit der Schwangerschaft,wo er sich bis zu regelmäßigem, jeden Morgenbei nüchternem Magen eintretenden Erbrechen stei-gern n. ein sehr lästiges Übel werden kann. DasGefühl des E-s ist eines der heftigsten, das ganzeNervensystem durchdringendes, daher wurde früherauch wol absichtlich erregter E., bes. durch Brech-mittel (vorzüglich Brechweinstein in kleinen, sog.nanseosen Gaben), als E-kur bei langwierigenKrankheiten, bes. bei Säufern benutzt (bei letzterendurch heimlichen Zusatz von kleinen Dosen Brech-weinstein zu ihrem Getränk, od. dadurch, daß manalle ihre Speisen mit Branntwein zubereitetc).Neuerdings ist man jedoch hiervon zurückgekom-men, da Liese Kur nicht allein höchst widerwärtign. lästig, sondern auch gar nicht ungefährlich u.dabei sehr häufig auch ganz erfolglos ist. E. Berns.

Ekcnäs, St. im rnss. Großfllrstenthum Finn-land, an einer Bucht des Finnischen Meerbusens,Station der Finnländischen Eisenbahn; 1340 Ew.

Ekerö, eine 42 sUkm große Insel in der Gruppeder Alands-Inseln, zum rnss. GroßfürstenthmnFinnland gehörig.

Ekhof, Konrad, s. Eckhof.

Ekkehard (Eckehard), Name von 4 gelehrtenMönchen des Klosters St. Gallen. E. I., Decann. Schnlvorstcher des Klosters, st. 978; war vonKaiser Otto I. u. Papst Johann XII. hoch ge-achtet und von letzterem in Rom zuriickgchalten,besang in lateinischen Hexametern den deutschenBolkshelden Walther von Aquitanien; herauSgeg.von Jak. Grimm, 1838, Pciper, Berl. 1873 u. A.,übers, von Simrock, 2. A., Stnttg. 1857 u. A.

— E. II., der Höfling genannt, Neffe des Vor.,durch Schönheit n. Gelehrsamkeit berühmt; wurdean den Hof der schwäb. Herzogin Hedwig (st. 994)berufen und las mit ihr den Virgil, wurde abereinst ans unbekannten Gründen ans ihren Befehlgepeitscht. Er st. 990 im Kloster St. Gallen. —E. III., ebenfalls Neffe von E. I., wurde auchvon Hedwig berufen, um ihre Hofkaplane zu unter-richten, n. war Decan des Klosters; er arbeitetedas Gedicht Walther von E. I. um. E. st. 1060.

— E. IV. setzte die Chronik des Klosters St.Gallen von Ratpert fort. — E. I. n. II. sind indem Roman E. von Schefscl zu einer Personverschmolzen. Vgl. Walthrams lateinisches Gedichtdes 10. Jahrh., nach der handschristlichen Über-lieferung berichtigt, mit deutscher Übertragung u.Erläuterungen von I. B. Scheffel u. A. Holder,Stnttg. 1874; Die Ekkeharte von St. Gallen, Vor-trag von Gerold Meyer von Knonau, Basel 1876.

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Ekklcsia (gr.), 1) Versammlung der Nolks-gemeinde, des. in Athen (s- d., S. 272) u. Sparta