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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Eisenbahnen.

Einnehmer, Rendanten u. Assistenten, theils Hilfs-arbeiter. In der allgemeinen Verwaltung treffendie Ergebnisse der THLtigkeit aller jener Zweigezur Prüfung und Beaufsichtigung zusammen, wievon hier aus wieder die Anordnungen zur Aus-führung alles Erforderlichen ausgehen. In derallgemeinen Verwaltung, welche bei einigen preu-ßischen E. dadurch Leccntralisirt ist, daß für grö-ßere Theile des Bahngebietes Subdirectionen unterder Bezeichnung E.-Commissionen eingerichtet sind,werden alle Schriftwechsel mit dem Publikum, mitanderen Eisenbahn-Verwaltungen u. mit Behördengeführt, soweit sie nicht anderen Dienststellen übertra-gen sind. Hier werden alle Einnahmen u. Ausgabenin der Hauptkasse gebucht n. verrechnet, geprüftu. festgestellt in Calcnlatur u. Controle; von hiererfolgt die Beaufsichtigung u. Controle durch Con-trolenre im Betriebe und im Kassenwesen, durchBetriebs-Jilspectionen, welchen zugleich die Aus-führung der Bahnnnterhaltung obliegt, über diese.Von den Bnreaux der allgemeinen Verwaltungwird die Beschaffung u. Vertheilung der Betriebs-materialien, wie Kohlen, Holz, Beleuchtungs-material besorgt, welches, wie die Baumaterialien,am besten durch Submissionen beschafft wird; einbesonderes Bureau sorgt für Herstellung der nöthi-gen Formulare, für Ankauf der Bnreanbedürsnisse,in anderen Bnreaux werden die Zeichnungen undPläne ansbewahrt u. nebst Projecten zu Bautenangesertigt, mehrere Bnreaux stellen Las Materialzur Abfassung der Jahresberichte zusammen. An-dere Arbeiten bestehen in der Aufstellung der Ab-rechnungen mit fremden Verwaltungen aus demgegenseitigen Personen- u. Güterverkehre u. überdie Benutzung der Wagen. Auch die Feststellungder Tarife für den Personen- u. Güterverkehr iminneren und im Verbandsverkehr, wie der Fahr-pläne, welche gegenwärtig je nach dem Verkehrs-u. Concurrenzbedllrfnisse halbjährig nach Überein-kommen mit den Nachbarbahnen als Sommer- u.Winterfahrpläne geändert, bezw. verbessert werden,erfolgt in besonderen Bureau-Abtheilungen. DerBetrieb der deutschen E. ist geordnet durch dasBetriebs-Reglement vom 11. Mai 1874 (welchesin einiger Zeit neu bearbeitet werden soll) n. Lasvom 1. April 1875 ab in Kraft getretene Bahn-polizei-Reglement, sowie eine im Laufe desselbenJahres in Kraft getretene Signalordnung vondemselben Datum. Außerdem sind verschiedene Ver-einbarungen innerhalb des Vereins deutscher Eisen-bahnverwaltungeu, zu welchen auch die österreichisch-ungarischen u. einige fremdländischen E. gehören,getroffen, unter welchen besonders ein Regulativüber gegenseitige Wagenbenutzung u. die Bestimm-ungen über Freifahrten der Verwaltnngsmitgliedern. der Beamten zu nennen sind. Betriebsmittelsind die Locomotiven (s. d.) n. Personen-, Gepäck-,wie verschiedene Gattungen von Güterwagen. DiePreise der Locomotiven, welche mit der Zeit inFolge größerer Schwere theurer geworden sind,stellen sich gegenwärtig (Mitte 1876) ans 40 bis45,000 U; ihr Eigengewicht steigt je nach derAnrechnung der Kohlen- u. Wasservorräthe mitTender bis über 1300 Clr. Die PersonenwagenI. u. II. Klasse kosten im Durchschnitt ohne Satz-achsen vierrädrig 10,000 LI, sechsrädrig bis über

12,000 ül; II. Kl. 7—9000 LI; III. Kl. 4400 bis6900 LI, je nach Zahl der Achsen u. Beschaffenheitder Einrichtung mit Bremsen. Die Gepäckwagen 'dienen zur Aufnahme des Reisegepäcks od. auchdes Stück-n. Eilgutes. Bei den Güterwagen unter-scheidet man bedeckte u. offene, mit hohen u. nie-drigen Borden, Plateau-, Equipagen, Kessel-, Lang-holzwagen, Vieh-, Gänse-,Stallwagen, Käse-, Obst-,Milch- oder Schemel-, Bügel-, Couliffenwageu.Künftig werden nach den bereits erfolgten Ver-einbarungen Normal-Transportmagen für alledeutschen E. eingefllhrt werden, um bei gegensei-tiger Aushilfe demMangel an Wagen abzuhelfen.

Die gewöhnlichsten Bezeichnungen der Züge sindCourier-, Schnell-, Personen-, Postzüge, gemischte,Güter- u. Arbeitszüge. Die ersteren unterscheidensich nach der Schnelligkeit u. dadurch, ob sie aufallen oder nur auf den größeren Stationen an-halten. Gemischte Züge sind solche, in denen nebender Güterbeförderung auch eine Beförderung vonPersonen stattfindet. Ergänzungs- od. Facultativ-zttge werden bei gesteigertem Verkehr, u. Extra-zllge je nach Bedürfnis; entweder bei Reisen hoherPersonen oder nach Bestellung von Gesellschaftenn. einzelnen Unternehmern, endlich in Folge vonMilitärbeförderungen eingelegt. In vielen dieserletzteren Fälle treten Ermäßigungen der Fahrpreiseein; solche finden auch statt bei Rundreisen, Hin-und Rückfahrten zwischen bestimmten Stationenu. für Schulkinder. Über sämmtliche Züge wer-den Zusammenstellungen gemacht, Berechnungenüber die Leistungen der Wagen n. über den Per-sonen- n. Güterverkehr ansgestellt u. man berech-net Personenmeilen, d. h. eine Person eine Meileweit gefahren, Centnermeilen, ein Centner, eineMeile weit transportirt, Wagenmeilen, ein Wage»,eine Meile weit gefahren, Achsmeilen, eine bela-dene oder unbeladene Achse, eine Meile weit ge-fahren, Nutz- od. Zugmeilen, jede von einem be-ladenen Zuge, n. Locomotivmeile, jede von einerLocomotive znrückgelegte Meile.

Über das Capitel Tarife werden gegenwärtigvielfach Erörterungen gepflogen, welche ein allge-meines System anbahnen sollen. Die Frage»,ob die Frachterhebnng für die Beförderung derGüter nach dem Gewicht, nach ihrem größeren joder geringeren Werthe, oder nach dem in An-spruch genommenen Raum erfolgen solle, ob eineTrennung der Spedition von der Traction em-pfchlenswerth, in welchem letzteren Falle die 'Eisenbahnverwaltnng nur die Zugkraft hergibt,während die Absender u. Empfänger in beweg-liche u. nur auf die Eisenbahnwagen zu stellendegeschlossene Kasten (Gütercoupbs) laden u. Ent-packen, Auspacken, Ausgeben, Verrechnung, Haft-pflicht u. s. w. selbst übernehmen; diese Fragensind noch nicht endgiltig entschieden. Für Lengegenseitigen Verkehr der Eijenbahnverwaltungensind sowol für die Benutzung der Wagen, als fürgemeinschaftliche Berechnung der Frachtbeträge u.Personenfahrgeldcr innerhalb des großen Vereinsdeutscher Eisenbahnverwaltungen bes. Verbände !gebildet und zwar besonders von Len Nachbar-bahnen u. deren Hinterbahnen, auf welchen derdirekte Verkehr am lebhaftesten ist. Die Zahl derVerbände für den Güterverkehr, theils zwischen