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Eismbahn, Atmosphärische — Eisenbahnbau.
pitalistcn Vertrauen einflößte. Ja später gelaugtemau dahin, gleich von vorn herein festznsetzen, essei ein ansehnlicher Theil der Baukosten (etwa dieHalste oder gar ^) durch Anlehen (Obligationen,sog. Prioritäten) anfzubringen, — ein Modus, derübrigens mitunter zn bedenklichen Folgen führte,u. selbst Betrügereien Vorschub leistete, wie dennnamentlich in Amerika nicht selten der Fall vor-kam, daß die Actienbeträge nicht einbezahlt n. nurmit dein Erlös aus Bonds die Kosten bestrittenwurden, so daß die Obligationenbesitzer keineswegsdurch ein zunächst haftendes Actiencapital gedecktwaren, sondern alle Gefahren des Unternehmenstragen mußten, während, wenn eine reiche Renteerzielt worden, der höhere Ertrag den nominellenActionären zugeftossen wäre. Als nun einzelneStaaten, zunächst das zur Selbständigkeit ge-langte Belgien, in Deutschland (Hanptverdienst desMinisters Winter), Baden, sich zum Ban von Ei-senbahnen ans Staatskosten entschlossen, bedurftees keiner besonder» Begründung, daß die Geld-mittel zur Ausführung nicht durch neue Stenern,sondern nur durch Anlehen aufgebracht' werdenkönnten. Man creirte neue Staatsschulden ninso unbedenklicher, als mittels derselben neue pro-ductive Werthe geschaffen, somit neue Einkom-mensquellen erschlossen wurden, selbst abgesehenvon den bloß mittelbaren Vortheilen, welche demFiscns durch Vermehrung des Volkswohlstandeserwuchsen. Da der Staat für Capital n. Zinsenhaftete, so bot die Geldbeschaffung keine besondereSchwierigkeiten, nur so weniger, wenn der Staatdie neuen Schienenwege auch noch znm spcciellenUnterpfand gab. Es entstand eine dritte Art vonE., wenn Privatgesellschaften vom Staat eine Zins-garantie ans eine gewisse Reihe von Jahren er-langten. Die Größe dieser verschiedenen Arten vonE. ist in den einzelnen Ländern sehr verschieden,u. muß deshalb ans die, diesen Ländern, Actien-gcsellschaftcn u. s. f. gewidmeten Specialartikcl ver-wiesen werden. Wie colossal aber die in E. an-gelegten Summen sind, mag aus folgenden Be-trachtungen sich ergeben. Die Staatsbahnen sindim Allgemeinen dnrchgehends vermittelst Anlehenerbaut, die Privatbahneu wohl zur Hälfte; vomGesammtaufwande darf man also etwa °>/4 alsdurch E. gedeckt ansehen. Nun betragen die Ko-sten aller auf der Erde vorhandenen Schienenwegegegen 70,000 Mill. (also 70 Milliarden) Mark.Zur AVsProcentigen Verzinsung sind daher über3150 Will, jährlich, oder weit über 8 Mill. Ntäglich erforderlich, was eine Roheinuahme vonwenigstens 20 Mill. täglich voranssetzt, — Sum-men, welche noch vor einem Jahrzehnt als allemögliche Leistungsfähigkeit unendlich übersteigendangesehen worden wäre. Kolb.
Eisenbahn, Atmosphärische (engl, pnsnnnitisrailrva^), beruht auf der Anwendung des Luft-druckes gegen einen luftleeren oder luftvcrdüuntenRaum. Die Beförderung erfolgt in Röhren undwird die a. E. sowohl zur Brief- u. Packet- alszur Personenbeförderung angewendet. Der ersteVersuch, den Luftdruck zur Fortschaffung vonBriefen zu benutzen, fällt in das Jahr 1810 u.rührt von dem Dänen Medhurst her; 1832 faßteer die Idee, eine solche Bahn zur Personenbeför-
derung herznstellen, seine Versuche schlugen jedochfehl. Erst 6 Jahre später gelang es Clegg u.Samuda eine a. E. zwischen Kingstown undDalkey in Irland zu bauen, welche noch heute imBetriebe ist. In Berlin ist eine pneumatische E.zur Sendung von Depeschen zwischen dem Tele-graphenamt u. der Börse seit Nov. 1860 in Be-trieb. Die Depeschen machen den Weg in 1—Minute. Zur Vervollkommnung u. Erleichterungdes Postverkehrs in Berlin soll eine pneumatischeBahn von ca. 28 ürn Länge daselbst angelegtwerden. 11 pneumatische Depeschen-Ämter sindin Aussicht genommen. Alle 15 Minuten soll,wie beabsichtigt ist, ein Zug, der 200 Telegrammeresp. Stadtpostbriefe befördert, die Bahn durch-laufen. (Deutsche Bau-Zeitung 1876.) In Lon-don sind solche Beförderungsmittel wie zur Brief-bcförderung, so auch zur Perso nenb efördernngseit mehreren Jahren in Betrieb. Man hat daspneumatische System auch zum Betriebe von Ge-birgseisenbahnen in Aussicht genommen, da die För-derung auf den stärksten Steigungen stattfindenkann. Entgleisungen u. Zusammenstöße könnennicht Vorkommen u. hat man durch Schneefälle u.Lawinen keine Störung im Betriebe zu befürchten.Bereits ist in der Schweiz die Herstellung einera. E. zwischen dem Bahnhofe u. dem St. Fran-zensplatz in Lausanne in Angriff genommen worden.
Kühne.
Eisenbahn-Bataillon, s. Eisenbahn-Regiment.
Eisenbahnban. (Hierbei 9 Tafeln.) I. All-gemeines. Versuche, welche über die Widerständeder Fuhrwerke auf den Straßen angestellt wurden,sowie die Constructions- n. Unterhaltnngsweise derStraßen, führten schon in früherer Zeit dahin,daß man die Wagengeleise mit festen u. breitenSteinen belegte, um auf solche Weise die Reibungan den Radumsängen zn vermindern. In neuererZeit bildete man nun Geleise aus Eisen u. nannteeine solche Straße eine Eisenbahn. Indes; erstdurch Erzeugung der ersten Locomotive von GeorgStephensonimJahre1814 bekamen die Eisenbahnenjene Bedeutung, die sie durch die weitere Ausbildung n.Vervollkommnung heute besitzen (s. ».Eisenbahnen).Die Vortheile, welche die Eisenbahnen gegenüberden Straßen gewähren sind vor Allem: 1) dergeringere Widerstand, so daß auf horizontaler Bahneine bestimmte Kraft eine 6 bis 12 mal so großeLast zu überwinden vermag als auf einer gutenChaussee, u. 2) gestatten die Eisenbahnen durch-weg die Anwendung von Elemeutarkräften, wasdie Erzielung einer wesentlich größeren Geschwin-digkeit n. einer billigeren Betriebskraft zur Folgehat. — Allerdings haben die Eisenbahnen gegen-über den Straßen auch einige Nachtheile, wiehöhereAnlagekosten, kostspieligeresBetriebsmaterialund bestimmte Äbfahrts- n. Ankunftszeiten, dochbleibt bei längeren Strecken n. stärkerem Verkehrder Vortheil entschieden auf Seite der Eisenbahnen.Auch im Vergleich mit den Wasserstraßen besitzendie Eisenbahnen beachtenswerthe Bortheile, als:Eine wesentlich größere Geschwindigkeit, geringereZufälle, welchen der Transport ansgesetzt ist, ge-ringere Betriebsstörungen im Winter, u. die Mög-lichkeit der Anlage einer Eisenbahn in fast allenTerrainverhältnissen. Man unterscheidet Eisen-