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Eichsfeld -
Liederlust, Lyrische Carricaturen, Lyrischer Kehr-aus (1867), Rheinschwäbisch, Gedichte in mittel-badischer Mundart, 2. Ausl., 1873; Melodien(Lieder), Stuttg. 1875. Prosaische Stücke zerstreutin Zeitschriften. E. rcdizirt seit 1867 das Er«gänzungscommersbuch. So eben bearbeitet erdenüberall willkommen geheißenen Norbns ckslidarnm,eine Art Ergänzungscommersbuch, welches dasTollste u. Vollste enthalten soll, was einst humo-ristischer Art gelang im Mermuth der Jugend,im Schwung der Manneskraft. Beyer.
Eichsfeld, ein 400—150 IN hohes u. etwa1760 sZkm (32 UM) umfassendem Plateau inden prenß. Pro». Sachsen u. Hannover; es breitetsich zwischen der Werra im S. u. den Thälernder Helme u. Ruhme im N. aus u. enthält dieQnellgebiete der Leine, Unstrut u. Wipper. Durchdas Düngebirge wird es in das Obere (südliche)u. Untere (nördliche) E. getheilt. Elfteres steigtallmählich zur Werra an. Der steile Rand (auchwol Werragebirge genannt), mit dem es diesenFluß begleitet, enthält die höchsten Gipfel desganzen Plateaus, wie Gobnrg 540 in, Höheberg511 na; auf dem Plateau selbst liegen der War-tenberg 525 in u. der Angerberg 485 in, letztereran der Quelle der Unstrut. Es ist im Allgenieinenein rauhes, ödes Land, nur einige Thäler undmuldenförmige Vertiefungen, sowie die Abhängeu. Terrassen zwischen den bewaldeten Berghöhenhaben fruchtbaren Boden, weshalb auch der Er-trag des Ackerbaues für die Bewohner nicht aus-reicht. Das Untere E. ist zwar ebener, wird je-doch auch von einzelnen Höhenzügen durchzogen.In dem nördl. Theil z. B. erhebt sich das ansMuschelkalk bestehende Ohmgebirge, in der WildenKirche 524 rn hoch, u. östlich von diesem die mehrisolirte Hasenburg, 490 in, u. die BleicheroderBerge, 465 in, welche zwischen Sollstedt u. Ober-gebra an der Wipper mit dem Düngebirge imS. (Katzenstein) die Eichsfelder Pforte bilden.Das Untere E. erfreut sich eines wärmeren Kli-mas. Die ebenen Striche desselben haben meisteinen ergiebigen Lehmboden, der sich zum Theilsogar durch große Fruchtbarkeit anszeichnet, wiedie Gegend um Dnderstadt, die sogenannte Gol-dene Mark. Der Ertrag des Bodens ist ein soreichlicher, daß ein Theil desselben ausgesührt wer-den kann. Die Bewohner des E-s sind größten-theils katholisch u. außerordentlich konservativ. DasE. bildete ehemals einen eigenen Gau des Herzog-thnms Sachsen mit der Hauptstadt Mühlhausen.Die ältesten bekannten Einwohner des E-s warenThüringer und Sachsen, seit dem 7. Jahrh. auchSlaven. Unter den Karolingern waren im E. Gra-fen bestellt, später hatten Grafen von Katlenburg,von Nordheim u. Reinhanscn, so wie der Bischofvon Hildesheim, die Abtei Quedlinburg und derErzbischof von Mainz große Besitzungen daselbst.Im 12. Jahrh. waren die Grafen v. Tame Besitzerdes eigentlichen E., das sich von Mühlhausen bisüber Heiligenstadt erstreckt; doch gehörte Letzteresmit anderen Ortschaften zu Mainz. 1236 trat dieÄbtissin von Quedlinburg ihren Theil des E., vonwelchem Dnderstadt die Hauptstadt war, den Land-grafen von Thüringen ab, u. als 1247 der alteMannsstamm der Thüringer Landgrafen ausstarb,
- Eichstädt.
fiel Dnderstadt an Braunschweig. 1292 kaufte derErzbischof Gerhard II. von Mainz einen Theildes E. von dem Grafen von Gleichen, im 14.Jahrh. kaufte Mainz das Schloß Stein, die MarkDnderstadt u. einen Theil von Worbis, so daß1446 der größte Theil des E. dem Erzstiste Mainzgehörte. Der 1465 als Oberamtmann des E. ^eingesetzte Graf Heinrich von Schwarzenburg, be-drückte 14 Jahre lang das Land mit schwerenLasten, bis er seines Amtes entsetzt u. mit Gewaltder Waffen ans dem Lande gejagt wurde. ImDreißigjährigen Kriege durch die Kriegführendennacheinander schwer heimgesncht, blieb Las E. auch !nach dem Westfälischen Frieden bei Mainz. Wäh-rend des Revolntionskrieges kam der letzte Kur-fürst von Mainz, Karl Joseph v. Erthal, 1792n. 1796 nach Heiligenstadt u. 1800 nach Erfurt,n. nach seinem 1802 erfolgten Tode besetzte Preu-ßen infolge des Lllneviller Friedens das E.; 1807kam es durch den Tilsiter Frieden an das König-reich Westfalen u. zwar zum Dep. des Harzes.1813 nahm es Preußen wieder in Besitz, trataber 1815 Dnderstadt, Gieboldehausen n. Lindauan Hannover ab, welches dieselben mit dem Für- !stenthum Grnbenhagen vereinigte. Der schon vor !1866 preußische Theil des E-s gehört zum Re-gierungsbez. Erfurt u. ist unter die 3 KreiseHeiligenstadt, Worbis u. Mühlhausen vertheilt; :der vorher hannöversche Theil gehört zum KreiseOsterode der Landdrostei Hildesheim. Vgl. Wolf,Politische Geschichte des E., Gött. 1792 f., 2 Bde.,n. dessen Mdwkoläia äoota, ebd. 1797; Hartmann,Provinzialrecht desFürstenthums E., Berl. 1835:ders., Revidirter Entwurf des Provinzialrechts rc.,ebd. 1837. lGwgr.) H. B:rnS. <Gesch.> Henne-Am Rhyn.'
Eichstädt, unmittelbare Stadt im bayer. Re-giernngsbez. Mittelfranken, mit 4 Vorstädten, amlinken Ufer der Altmühl in einem tiefen Thale,Station der bayer. Staatsbahnen; Bezirksamt,Bezirks-, Stadt- u. Landgericht, Bisthum n. Dom-kapitel; 7 Kirchen, darunter der sehenswertheDom mit schönen Gemälden, Glasmalereien undGrabmälern u. die Kirche des Benedictiner-Frauen«klosters, mehrere Klöster, Anstalt der Barmher-zigen Schwestern, Krankenhaus, Bürgerspital, jWaisenhaus; Studienanstalt (Gymnasium u. la-teinische Schule), Lyceum, Klerikalseminar, Schul-lehrerseminar; 3 öffentliche Plätze (auf dem Markt- iplatz die Bronze-Statue des heil. Wilibald), Rath- >Haus (von 1444), ehemal. Herzog!. LeuchtenbergschesSchloß mit brasilianischem Narnraliencabinet undhübschem Park, prächtige Anlagen mit einem Mo-nument des Herzogs Eugen v. Leuchtcnberg; Gar-nison; bedeutende Bierbrauerei, Fabrikation vonEisenguß und Steingutwaaren, Verarbeitung derSteine aus den nahen Steinbrüchen zu Dachstein-platten u. Platten zu Fußböden; 7013 Ew. (mitdem Militär). Die Kirche des Benedictiner-Frauen-klosters enthält die Brustbeine der heil. Walpurgis,ans denen das wnnderthätige Walpurgisöl trä'-'.selt.In der Nähe auf einem Felsen die von Ludwig I.wieder hergestellte Wilibaldsburg. Die Stadt E.verdankt ihren Ursprung dem vom Schwestersohneu. Begleiter des hl. Bonifacius, dem hl. Wilibaldgestifteten Benedietinerkloster n. ist seit 908, woBischof Erchambold dasselbe mit Mauern umgab,