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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Egmont —

dieser seinen Sohn Adolf enterbt u. Geldern n.Zlltphen an Karl den Kühnen von Burgund ver-kauft, von diesem Herzoge zum Statthalter vonGeldern bestellt. Sein Sohn Johann III. wurde1486 in den Grafenstand erhoben, war Statt-halter von Holland u. st. 1S16. Ihm folgte seinSohn Graf Johann, der mit Francisca vonLuxemburg-Fiennes große Besitzungen in Frank-reich u. Heunegau u. die 1540 zum Kürstenthumerhobene Grasschaft Gavre erheirathete; er st. 1528in Mailand. Sein Sohn Karl I. st. 1541 un-vermählt u. hatte daher seinen Bruder Lamo-ral I., Grafen v. E., Fürsten v. Gavre, zumNachfolger. Geb. auf dem Schlöffe La Hamaideim Hennegau 1522, zeichnete er sich unter Karl V.bei dem Zuge nach Afrika 1541 aus u. machtedessen Kriegszüge in Frankreich und Deutschlandmit; 1554 führte er die Verhandlungen mit derKönigin von England wegen der Vermählung desJnsanten Philipp, den er dann auf seiner Hochzeits-fahrt begleitete, u. befehligte nach dessen Thronbe-steigung in den Schlachte» bei St. Quentin 1557n. Gravelines 1558 die spanische Reiterei; alsPhilipp nach Spanien zurückkehrte, wurde erStatthalter von Flandern u. Artois. Hier nähertesich E. mehr durch verletzten Ehrgeiz und auseigenem Interesse der Partei der Unzufriedenenn. bald ward aus dem Hofmanu ein Manu desVolkes. Nach Einsetzung der Herzogin Margarethavon Parma zur Statthalterin der Niederlande,mit dem Prinzen von Oranien in den Staats-rath getreten, brachte er es dahin, daß der Car-dinal Granvella, der allein die Regierung führenwollte, 1564 das Feld räumen mußte, u. suchtenun mit der Partei der Unzufriedenen, der Na-tional-Protestanten, die Leitung der Angelegen-heiten zu erlangen. 1565 zur Herstellung einesguten Einvernehmens mit dem König nach Spa-nien gesendet und dort mit Gnadenbezeugnngeuüberhäuft, brachte er alle möglichen Versprechungenmit nach Hause, von denen aber alsbald dasGegentheil geschah, worauf die Großen 5. April1565 der Statthalterin den Compromiß über-reichten und den Bund der sGeusen stifteten, E.aber bei der Statthalterin die Bittschrift um Mil-derung der harten Edicte vermittelte. Ja, als inden von ihm verwalteten Provinzen der über dieNiederlande verbreitete Aufstand am drohendstenwurde, vermittelte er noch bei der Herzogin underlangte dort Aug. 1566 noch neue vortheilhafteBedingungen für die Aufständischen, so daß erendlich sogar in Gent wieder die Ruhe Herstellenkonnte mit Hilfe der ihm ergebenen Besatzung;auch wirkte er bei der Belagerung von Valen-ciennes mit u. zog sich, nachdem er der Herzoginden Eid erneuert, ganz von Oranien u. den Geusenzurück. Da erschien im April 1567 Herzog Alba:während Oranien u. die übrigen Großen das Landverließen, blieb E. u. schien selbst Albas Vertrauengewonnen zu haben. Jndeß, nachdem in demStaatsrath über die Befestigung des Landes ver-handelt worden war, wurde E. Plötzlich 9. Sept.1567 verhaftet u. mit Hoorn von Brüssel nachder Genter Citadelle gebracht. Obgleich Ritter desGoldenen Vließes n. obgleich die Stände von Bra-bant sich für ihn verwandten, konnte er dem Blnt-

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rathe nicht entgehen, u. da er unter Bestreitungder Competenz desselben die Rechtfertigung gegendie wider ihn aufgestellten 90 Klagepunkte unter-ließ, wurde 14. Mai 1568 über ihn das Contn-macialerkenntniß ausgesprochen n. er 4. Juni alsHochverräther zum Tode verurtheilt, worauf am5. die Enthauptung erfolgte. Sein gesammtes Ver-mögen wurde confiscirt. Aus seiner Ehe mit derHerzogin Sabina von Bayern hatte er 11 Söhne.E-s Tod ist Gegenstand der Goethescheu TragödieE.; vgl. Bercht, Gesch. des Grafen E., Lpz. 1810;Oorrsspouckanes äs Narpsusrits äs 1'^.utriosis;äuostssss äs karma, Brüssel 1842; Oorrsspou-äanos a. kirilipp II. sur Iss alkairss ässLas, herausgeg. von Gachard, 3 Bde., Brüssel,1848—52; Baray, I-ss prooös äu 0. ä'I!., Brllss.1854; Juste, I-s oombs ä'ÜAmoub st Is oomtsäs Harnes, Brüss. 1862. Sein ältester Sohn,Graf Philipp, focht erst gegen die Spanier,wurde aber dann katholisch, erhielt 1577 die vä-terlichen Titel zurück n. diente Philipp II. treu;er fiel in der Schlacht bei Jvry 14. März 1590gegen Heinrich IV. Graf Lamoral II., ein wei-terer Sohn Lamorals I. erhielt die väterlichenGüter zurück, mußte sie aber aus Noth verkaufenn. st. 1617 in Armuth; die Titel erbte sein Bru-der Karl II., der 1620 st. u. dann dessen Enkel GrafPhilipp Ludwig als Viceköuig von Sardinien;st. 1682. Mit dem Grafen Procopius Franz,

з. Sohn des Vorigen, span. General der Cava-lerie, gest. 1707 in Catalonieu, endigte der Haupt-stamm der E-s. Die Seitenlinie der Grafenvon Büren stiftete Friedrich, Sohn von Wil-helm IV., der 1464 die Herrschaft Büren erhei-rathete, welche 1492 zur Grafschaft erhoben wurde.Max v. E. u. Graf v. Büren, Enkel des Vor.,diente unter Kaiser Karl V. u. war Statthalter

и. Generalcapitän von Friesland; st. 1548. Lagai.

Egmont, Justus van G., niederländischer

Porträt- und Historienmaler, geb. 1682 in Ley-den, Schüler und Gehilfe von Rubens; arbeiteteviel in Frankreich, wo er Mitglied der 1648 ge-stifteten Pariser Akademie wurde. Zu Vouet stander in nahen Beziehungen und arbeitete viel mitihm. Besonders geschätzt waren seine Porträts.Das Belvedere in Wien besitzt von ihm das Bild-niß des Königs Philipp IV. von Spanien u. desErzherzogs Leopold Wilhelm. Regnet.

Egmont-Peak, 2520 m hoher Berg in Neu-Seeland, in Taranaki, dem südwestlichen Theileder Nord-Ausel (Te Jka a Maui).

Egnatra (a. Geogr.), Stadt in Apulia (Unter-Italien), mit einem belebten Hafen, aber schlech-tem Trinkwaffer; hier Tempel der Nymphe E.,worin ein Stein war, welcher Weihrauch, Holz rc.,was darauf gelegt wurde, sogleich entzündete; jetztWachtthurm, Vorrs ä'blAnasia., oder ä'^Znarro.Die Stadt war sehr belebt, weil hier die Via.Lxxia. die Küste des Adriatischcn Meeres berührteu. die nach Griechenland Reisenden einkehrten,weshalb auch die Fortsetzung jener Straße jenseitdes Meeres durch Jllyrien u. Makedonien vonDyrrhachium an Via. ÜAnatia, hieß. Risse.*

Egnatrus (Name eines samnitischen Geschlechts),1) Gellius E., Heerführer der Sammler, ver-band sich 296 v. Ehr. mit den Etruskern gegen