der Aethioper diese sah, lachte er in der Meinung, es sei eineFessel und sagte, bei ihnen hätten sie ganz andere starke Fesseln.Er führte dann die Botschafter in das Gefängniß, da warenalle Leute mit goldenen Ketten gefesselt. Denn Erz ist bei die-sen Aethiopern das Allerseltenste und Allertheuerste," (Herodot III.22, 23.)
Während in diesen Erzählungen des Vaters der GeschichteWahrheit und Dichtung sich in anmuthiger Weise mischen, be-sitzen wir durch Diodorus Siculus (übers, von Stroth, Buch III.,Cap. X.; Frankfurt 1782) eine genaue und durchaus zuverlässigeSchilderung von den ägyptischen Goldbergwerkeu auf der Grenzegegen Aethiopieu. „Das Gold wird aus Adern eines weißenMarmors gewonnen, welche in einem schwarzen Gestein aufsetzen.Die Könige von Aegypten schicken in die Goldbergwerke dieIlebelthäter, die Kriegsgefangenen, doch auch diejenigen, welchedurch Verläumdung fälschlich angeklagt oder im Zorn in's Ge-fängniß geworfen wurden, zuweilen allein, — zuweilen mit ihrerganzen Verwandtschaft; um theils die Verurtheilten dadurch zubestrafen, theils durch ihre Arbeit große Einkünfte zu gewinnen.Die dahin Geschickten, deren eine große Zahl ist, sind alle inFesseln und arbeiten Tag und Nacht ohne einige Erholung,wobei ihnen alle Gelegenheit, zu entfliehen, sorgfältig adgeschnittenist; denn Wachen von ausländischen Soldaten stehen dabei, so-daß Niemand durch Gespräch oder freundliche Unterhaltung einenvon der Wache verführen kann. Das härteste goldhaltige Gesteindnnnen sie in einem großen Feuer aus. Den mürbe gemachtenStein, der nun eine weitere Behandlung durch Steinmeißel zu-iäßt, bearbeiten viele tausend elende Menschen. Die stärkstenunter den zu diesem unglücklichen Leben Verurtheilten, zerhauenmit spitzigen eisernen Hämmern durch bloße Anstrengung ihrerKräfte, ohne Kunst zu Hülfe zu nehmen, den marmorartigen