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Linnaeus hat seine Ansichten und seine Erfahrung in derMedicin nicht in irgend einem mehr umfassenden Werke ver-öffentlicht, sondern er hat sie nur vor einem zahlreichen Kreisevon Schülern, die er um sich sammelte und welche später nachAnleitung seiner Vorlesungen eine Menge wissenschaftlicher Ge-genstände bearbeiteten, ausgesprochen. Wohl hat Linnaeusselbst zwei systematische Abhandlungen in Medicin herausgegeben,nämlich Osusra moiboouin und Olavis msclieinas; dieKürze aber, die in diesen Arbeiten herrscht, zeigt deutlich, daßsie nur zur Unterlage für seine mündlichen ausgezeichneten Vor-träge bestimmt waren. Er verlangte, daß so wie der Physikerseine Sätze auf Experimente stützt, so auch der Arzt seine An-sichten auf Versuche und Beobachtungen gründen muß. DurchVereinigung der anatomischen, botanischen, physiologischen, che-mischen und mechanischen Wahrheiten mit den Lehrsätzen derMedicin ist die rationelle Heilkunde entstanden. Der rationelleArzt muß mehr ein Eklektiker sein, als blind und einseitig denAnsichten einer gewissen Schule huldigen.
Es ist höchst merkwürdig, wie Linnaeus zu dieser Zeitklinische Studien für die medicinische Ausbildung empfahl.„In Krankenhäusern", heißt es, „wo mehrere Kranke gepflegtwerden, kann nicht nur die Natur der Krankheit genau beobachtetund beschrieben, sondern auch die Wirkung der Arzneimittel er-forscht, nnd wenn der Tod folgt, die Einwirkung der Krankheitauf die Organe sichtbar gemacht werden".
Die Zeit erlaubt nicht, das pathologische System des Lin-naeus, welches er in seinen „Osnsi-n morborum" dargestellthat, durchzugehen. Es war überhaupt eigenthümlich für Lin-naeus' Genie, mit Leichtigkeit das Gleichartige und das Ver-schiedenartige in den wechselnden Phänomenen zu unterscheiden,
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