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Karl von Linné : Gedächtnißrede bei der Feier in der Königlichen Akademie der Wissenschaften am 10. Januar 1878 in Stockholm gehalten von derem gegenwärtigen Präses
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wurden die geistlichen Studien versäumt, welche zu der Zeit diehauptsächlichste Aufgabe des Gymnasiums bildeten. Mathematikund Physik studirte er zwar mit Vergnügen, aber doch immervorzugsweise Botanik; und die Kameraden nannten ihnder,kleinen Botaniker". Als der Vater 1726 nach Vexiö kam, umnach den Studien seines Sohnes zu fragen, erklärten die Lehrer,daß sie auf ihr Gewissen sich verpflichtet fühlten, dem Vater z»rathen, seinen Sohn in die Lehre bei einem Tischler oderSchneider zu geben, weil sie überzeugt seien, daß ermit denBüchern nichts ausrichten könne". Der Kummer des Vatersüber diese Hiobspost war unbeschreiblich. Der Zufall führte ihnnun zum Provinzialarzt Doktor Rothman, der ein guterFreund des Rektor Lannaelius war und der durch diesen dieAnlagen des Sohnes kennen gelernt hatte.Wohl seien dieLehrer", sagte Rothmanim Rechte, daß der Knabe nie Pre-diger werden könne; er selbst aber sei überzeugt, daß der Jungemit der Zeit ein berühmter Arzt werde, der in der Zukunft ebenso gut wie irgend ein Prediger sich zu ernähren vermöge".Doktor Rothman ließ jetzt den jungen Linnaeus in sein Hauseinziehen und unterrichtete ihn in den ersten Gründen der Phy-siologie und der Botanik. Während seines hiesigen Aufenthaltsstudirte LinnaeuS die Blumen nach der Methode von Tourne-fort. Rothman gab ihm auch Plinius Schriften über Natur-geschichte, und jetzt wurde die römische Sprache dem Linnaeusebenso lieb, wie die Wissenschaft, die er sich durch sie aneignete.Die kurze und prunklose Ausdrucks weise des Plinius übertrugsich bald auf den Jüngling und gab ihm eine gewisse Fertigkeit,sich sowohl in Schrift wie in Rede lateinisch auszudrücken, wasihm in der Zukunft von großem Nutzen wurde.

Indessen als Linnaeus 1727 das Gymnasium verlasse»

(S0S)