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Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
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längst sich erworben haben, soviel als möglich für das ganze gebildete Publikum,und zwar in alphabetischer Folge. Aehnliche Werke erhielten die Franzosendurch Diderot und dAlembert, die Engländer durch Chambers, Rees u. a.unter dem Titel einer Encyklopädie, der auch hier gewählt wird, weil er schoneine so bedeutende Autorität gewonnen hat. Ein solches Werk in diesem Um-fange fehlt unserer Literatur, seitdem das sogenannte Zedlersche «Universal-Lexikon» veraltet ist. Das weitverbreitete «Conversations-Lexikon» kann miteiner allgemeinen Encyklopädie schon deshalb nicht verglichen werden, weil essich, seinem Zwecke gemäss, vorzüglich auf eine Auswahl von Gegenständengeselliger Unterhaltung beschränkt.

Abbildungen sollten nach dem ursprünglichen Plane des Werks nur vonsolchen Gegenständen geliefert werden, bei welchen sie von den Bearbeiternder einzelnen Artikel noting befunden würden. Die beizugebenden Landkartensollten von dem Geographen und Kartographen W. E. A. von Schlieben in Dresdengezeichnet werden.

Im August 1818 erschien der erste Band des Unternehmens und fandverdienten Beifall. Um den raschem und regelmässigem Fortgang des Ganzenzu sichern, beschloss der Verleger dasselbe in drei Sectionen zugleich erscheinenzu lassen. Die erste Section sollte die Buchstaben A G, die zweite die Buch-staben IIN, die dritte die Buchstaben 0 Z umfassen. Zu Herausgebernder zweiten Section, welche 1827 begann, wurden der Geograph J. G. II. Hassel,der als Dichter bekannte Alterthumsforscher W. Müller und später der Exegetund Orientalist And. Gli. Hoffmann gewählt, während die dritte Section, derenerster Band 1830 erschien, den Professoren Mr. Hm. Ed. Meier (Philologund Alterthumsforscher) und L. F. Kämtz (Physiker) in Halle anvertraut wurde.Die erste Section ward nach dem Tode Erschs (IG. Jan. 1828) von J. Gf. Grubervom 22. bis 54. Theile allein fortgefübrt, -worauf nach dessen Ableben (7. Aug.1851) Mr. Ilm. Ed. Meier für den 55. bis Gl. Theil eintrat. Von den an-fänglichen Herausgebern der zweiten Section ward W. Müller frühzeitig (1. Oct.1827) durch den Tod abberufen, sodass vom 3. bis zum 7. Bande nur Hasselund Hoffmann, seit dem Tode Hassels (18. Jan. 1829) der letztere alleinauf dem Titel als solche genannt sind. Die dritte Section endlich führte Meiernach dem Rücktritte von Kämtz allein fort.

Inzwischen war das ganze Unternehmen 1831 mit dem Verlage der FirmaJohann Friedrich Gleditseh an die Firma F. A. Brockhaus übergegangen. Vonder ersten Section waren damals 21, von der zweiten 7 Theile und von der dritten1 Theil erschienen. Die neue Verlagshandlung führte das Unternehmen rüstigweiter. Doch bald stellte sich die Unmöglichkeit der Vollendung des unter denverschiedenen Redactionen in seiner innern Oekonomie wesentlich beeinträchtigtenWerks heraus, sodass sich die Verlagshandlung (1850) entschloss, zunächst die dritteSection, welche in 25 Theilen den Buchstaben 0 vollständig und den Buch-staben P bis zum Worte Phyxios begreift, dann auch (1855) die zweite Section mitdem 31. Theile, welcher bis zum Schlüsse des Buchstaben J reicht, vorläufignicht fortzuführen, dagegen zunächst die Vollendung der ersten Section anzu-streben. Die Herausgabe derselben leitete vom 62. Theile an (1856) Professor Hm.Brockhaus in Leipzig. Diese erste Section war bis Anfang 1872 zum 91. Theile vor-gerückt; doch dürften immer noch mehre Bände noting sein, um dieselbe zumAbschluss zu bringen. Im Ganzen zählte das Werk Anfang 1872 nicht wenigerals 147 Theile.

Obgleich die Vollendung derAllgemeinen Encyklopädie trotz ihres Bände-reichthums noch in weiter Ferne liegt, so besitzt das Erschienene doch so vielinnern wissenschaftlichen Werth, dass keine Bibliothek nicht blos Deutschlandsund Fluropas, sondern auch keine neubegründete Büchersammlung in Amerikau. s. w. dieselbe entbehren kann. In den seit etwa 1830 erschienenen Bändensind eine grosse Anzahl der trefflichsten Monographien über die verschiedenstenGegenstände der Wissenschaft enthalten, in denen die besten F'aehgelehrten dieErgebnisse der eingehendsten Studien niedergelegt haben. Eine nicht geringeAnzahl dieser Monographien würde, als selbständiges Werk gedruckt, einen,oft zwei stattliche Oetavbände bilden. Um nur einige Beispiele zu erwähnen,erinnern wir an dim in seiner Art bahnbrechenden ArtikelIndogermanischeSprachen von Pott, an den ArtikelIndien von llenfey (der fast einenBand füllt), an die ArtikelPhilosophie von Ilaym,Physik von Hankel,Gothische Sprache von Reissmann,Goethe von Marggraff, endlich an dieSerie von Artikeln über das alte, mittlere und neuere Griechenland, welche allein