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Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
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nicht blos das flüchtige Interesse des Augenblicks befriedigten, sondern durchihren selbständigen Gehalt der Zeitschrift einen hohem und dauerhaftem Werthertheilten. Sie sollte die Fortschritte der Wissenschaft und Literatur überhauptbetrachten, auf ihre Bereicherungen sowie auf ihre Lücken und Mängel, so wiesich solche auf dem gemeinschaftlichen Standpunkte der Freunde desHermesdarstellten, aufmerksam machen. Während die Literaturzeitungen und anderekritische Blätter die Masse der einzelnen literarischen Production vorführten,sollte der Hermes ein kritisches Werk sein , welches in Abhandlungen undkritischen Uebersichten den Gang des wissenschaftlichen Strebens mehr imGanzen zu erfassen suchte. Im Vorwort zum ersten Stück, das von Brockhaus(alsUnternehmer) und Krug (alsAnordner) unterzeichnet ist, versicherndie Herausgeber, dass in ihrer Zeitschriftkeiner literarischen, viel wenigerpolitischen Partei gehuldigt, sondern jedem Mitarbeiter die Freiheit gelassenwerden sollte, sich nach eigener Ansicht und Ueberzeugung auszusprechen, wennes nur mit Geist und Anstand geschähe. Doch sollten und würden alle zusam-menstimmen, im redlichen Streben nach dem Wahren, Guten und Schönen,und also auch in der freimüthigen Verteidigung der Rechte der gesunden Ver-nunft gegen böse Geister aller Art, besonders gegen die jetzt mehr als jo spu-kenden Schwarm-, Wirr- und Zwanggeister.

Noch bevor Brockhaus seinen längst gehegten und allmählich vorbereitetenPlan ausführen konnte, traten zu Wien dieJahrbücher der Literatur (seit 1817)hervor, welche eine ähnliche Idee zn verfolgen schienen ; doch glaubte er dessen-ungeachtet seinen Plan nicht aufgeben zu dürfen,weil die äussern Bedingungen,unter welchen jene «Jahrbücher» erschienen, der Freiheit und Selbständigkeit,welche die Haupt- und Grunderfordernisse eines jeden, für die ganze deutscheNation bestimmten kritischen Instituts solcher Art sein müssen, nicht überallgünstig sein möchten.

Die Redaction des ersten Jahrgangs besorgte Professor Wilhelm TraugottKrug in Leipzig. In dem Vorworte zu dem ersten Hefte des zweiten Jahrgangs(1820) erklärte sich derUnternehmer fürden ersten und verantwortlichenRédacteur des Hermes. Nach dem Tode von Friedrich Arnold Brockhaus (1823)ging vom neunzehnten Hefte an die redactionelle Leitung des Unternehmens anlen Geheimrath Professor Dr. Karl Ernst Sciimid in Jena über, der sie bis zumErlöschen des Unternehmens führte. Er wird zuerst auf dem Titel zu Band 25 alsRédacteur genannt. Zu den Mitarbeitern zählten die bedeutendsten Gelehrtenund Schriftsteller Deutschlands. Von den öfter wiederkehrenden Namen nennenwir die Gebrüder Grimm, den Bibliothekar Ebert, die Philosophen Clodius,Krause, H. Schmid und Bachmann, die Geschichtschreiber F. von Raumer, Rittervon Lang, Leo, die Orientalisten Neumann und Kosegarten, den Dichter W.Müller, den Pädagogen Blasche, den Philologen Göttling, den RechtshistorikerRlild. Schmid, den Naturforscher F. Sgm. Voigt u. s. w. Bis zum Schlüsse des sech-zehnten Hefts war den Kritikern die Unterzeichnung ihres Namens oder die An-deutung desselben freigestellt. Mit Beginn des siebzehnten Hefts trat ausnahms-lose Anonymität ein. Unter Schmids Leitung kehrte man jedoch zum frühemVerhältniss wieder zurück. Mehre Aufsätze aus den ersten Lieferungen desHermes sind auch in besondern Abdrücken erschienen. Anfänglich wurde dieZeitschrift in 1100 Exemplaren gedruckt.

DerHermes erschien zuerst in Jahrgängen, jeder Jahrgang zu vier Num-mern, die Nummer zu circa 25 Bogen. Die Jahrgänge 181924 umfassen dieNummern IXXIV der ganzen Folge. Später erschien die Zeitschrift in Bändenzu 2 Heften und zwar Band 25, 26 und 27 1820, Band 28 und 29 1827, Band 30und 31 1828, Band 32 und 33 1829, Band 34 1830 und Band 35 1831. Zu denJahrgängen 181924 erschienen eingehende und sorgfältige Repertorien, die be-sonders verkauft wurden. Die vier Hefte des ersten Jahrgangs enthalten ausserden eigentlichen kritischen Aufsätzen und Abhandlungen zum Schluss einen An-hang mit der Aufschrift:Ausländische Literatur, vorzugsweise in Analysenenglischer Journalartikel bestehend. Den beiden letzten Bänden sind zum Schlusskurze Anzeigen unter dem TitelKritische Miscellen beigefügt.

Ueber Wilhelm Teaugott Krug s. S. 91.

Karl Ernst Sciimid, gelehrter Jurist, geb. 24. Oct. 1774 zu Weimar, erst impreussischen Staatsdienst zu Baireuth (18036), dann zu Hildburghausen, seit1816 Professor und Oborappellationsrath, seit 1826 auch Ordinarius der Juristen-facultät zu Jena, wo er 28. Juni 1852 starb.

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