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Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
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1813.

in allen Ländern Deutschlands kann gelesen werden. Man kennte es den ver-körperten Hass des deutschen Yolks gegen Napoleon nennen. Yon jenen Tagenan, wo noch nicht die Würfel hei Leipzig gefallen waren, predigt es einen Kreuzzugwider die fremden Unterdrücker in Prosa und Versen und ein edler Zorn leuchtetaus jeder Zeile. Argwöhnisch verfolgt cs die Friedensverhandlungen und bringteinen wüthenden ArtikelAuf einmal Prcussen und Franzosen Freunde, als eineProclamation der erstem der französischen Hauptstadt verkündet, dass sie nurgegen Napoleon gekämpft. Diese Nummer ward confiscirt. In der nun beginnendenZeit der Reaction ward die Stellung des Blattes der Censur gegenüber schwierig.

Brockhaus klagt hierüber gegen Koethe:Der Censor chicanirt mich ausser-ordentlich und wenns so fort geht, muss der Druck hier aufhören. Von Dresden ausist bei unserer Regierung (Altenburg) Klage eingelaufen über einen Aufsatz, durchden der König persönlich sich sehr beleidigt gefühlt. Es war behauptet worden,des Königs Pflicht wäre es gewesen, lieber ganz zu verzichten, als die Theilung[ seine's Landes] zuzulassen. Um sich nun über den Verdruss, den der Censorüber jene Angelegenheit hat, zu rächen, streicht er nun alles, was ihm nur oiniger-massen frei und dreist scheint. Insbesondere ist er Okens Aufsätzen gram. Ichweiss noch nicht, wie das werden soll.

Bald darauf wusste ers. Denn auch das Publikum war abgespannt, nachdem dasgrosse Ziel erreicht war. Noch Anfang 1814 konnte bei Herder in Freiburg einewiderrechtlicheFortsetzung derDeutschen Blätter (veranlasst durch einen Erlassdes Generals Langenau, d. d. 27. Nov. 1813) zur Ausgabe gelangen, gestützt durch dasInteresse Deutschlands für das Blatt. Brockhaus legte dagegen Protest ein, aberschon am 4. Nov. 1815 schreibt er an Koethe :Die Deutschen Blätter werde ich be-stimmt mit dem vierten Bande zu Ostern schliessen. Die Bedingungen der Censur,die ängstliche Rücksicht, die allenthalben genommen wird, der Mangel an Ein-sicht in den politischen Interessen Deutschlands, die hinkende Theilnahme desPublikums, jetzt wo die Hauptfragen entschieden sind* und die ungeheuereSchererei bei geringer Belohnung veranlassen mich dazu. Seinem Drucker, Piererin Altenburg, schreibt er am 2. Dec. 1815, dass er die Auflage, die beim Beginnedes Blattes 4000 und mehr Exemplare betrug, auf 1100 ermässigen möchte, undan Oken schreibt er 9. März 1816 :Auch mir thut es herzlich leid, das allerdingsinteressante und mir selbst unendlich lieb gewesene Institut der Deutschen Blättereingehen lassen zu müssen. Ich sehe mich aber dazu gezwungen. Aus der Uebcr-zeugung, dass bei ihrem sehr verminderten Absatz da ich Ihnen versichernkann seit einem Jahre das volle Drittel der noch zu Anfänge des vorigen Jahresstattgefundenen Zahl der Abnehmer verloren zu haben, wobei ich noch nicht inAnschlag bringen kann, was mir auf der Messe wird zurückgegeben werden ihreWirksamkeit in dieser Form nicht von der Art ist, als sie auch bei den massigstenAnsprüchen sein sollte. Die Erscheinung eines so verringerten Absatzes, da dieBlätter an sich tüchtigen Inhalts sind, müssen jedem allerdings auffallend sein,der das deutsche Publikum nicht aus Erfahrung in dieser Hinsicht kennt und dernicht weiss, dass der Werth, besonders eines politischen Blattes, für den Absatzin Deutschland nie entscheidend ist. So z. B. wenn ich Ihnen versichere, dassvon der «Allgemeinen Zeitung», wie ich in der Officin derselben erfahren habe,nicht mehr als 2000 Exemplare gedruckt werden, während der «Nürnberger Corre-spondent» (ein gegen jene elendes Blatt) gewiss das Doppelte absetzt-und nur Cottasgrosse Kapitale, sein Stolz und seine Consequenz, auch ohne Vortheil ein Institutfortzusetzen, dessen Nützlichkeit er einmal erkannt hat eine Consequenz, dieaber nur einem Manne wie ihm möglich ist, bestimmt denselben, dieses Institut,das ihn ungeheuere Summen kostet und bei welchem er, meinem Urtheilc nach, wenigoder nichts verdient, nicht untergehen zu lassen. An vielen Orten sind die DeutschenBlätter abbestellt, oder gehen in so geringer Anzahl dorthin, dass daraus ab-zunehmen ist, wie wenig Interesse das Publikum für sie noch zeigt. So gebrauchtz. B. die thätigste Buchhandlung in Prag, welche von andern Artikeln, welchedie Zeit berühren, leicht 50 und mehr Exemplare absetzt, nur ein einziges Exemplarund ich erhalte posttäglich neue Abbestellungen für den nächsten Band, von demman meint, dass er noch erscheinen werde. Von sämmtlichen Journal-Institutenin Deutschland gedeiht überhaupt keins mit eigentlichem Glück und die meistenderselben erhalten sich nur dadurch, dass die Redacteure und Herausgeber der-selben zugleich die Haupt- oder einzigen Ausarbeiter derselben sind, dass sie alsonicht an andere etwas zu bezahlen nöthig haben und sich mit einer kleinen Aus-beute begnügen können. So schreibt oder übersetzt Herr Bran seine «Minerva» und«Miscellen» ganz allein selbst, oder er zahlt für etwaige kleine Mithülfe höchstens