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Zur Geschichte des Convcrsations-Lcxikon.
einige Dogen über die frühere Bogenzahl (50) hinzngegeben. Doch schonim Laufe der Neubearbeitung stellte sich heraus, dass sich die Masse desherandrängenden neuen Stolfs in den vorgeschriebenen Grenzen nicht würdebewältigen lassen. I'ni das aufgestellte Programm, ohne das Werk durchbedeutende Kürzungen und Auslassungen nicht zu beeinträchtigen, voll-ständig durchzuführen, entschloss sich daher die Yerlagshandlung im Interessedes Publikums zu einem beträchtlichen finanziellen Opfer, indem sie den inzwei Abtheilungen zerlegten fünfzehnten Band auf 88 Bogen verstärkte undsomit dem Publikum ein Mehr von etwa 40 Bogen unentgeltlich zukom-men liess.
Manche Gebiete erschienen auch in dieser Auflage in ganz neuer Gestalt.Allerorten wurden genauere statistische Notizen herbeigeschafft, die lite-rarischen und bibliographischen Angaben mit grosser Genauigkeit behandeltund namentlich wurde der in alle Fächer eingreifenden Biographie, vornehm-lich im Kreise der Zeitgenossen, eine ungemeine Sorgfalt gewidmet. Nochplanmässiger als wie in den frühem Auflagen wurden die einzelnen, räumlichnoch so unbedeutenden Artikel von eigentlichen Fachgelehrten, fast aus-schliesslich Professoren und akademischen Docenten, neu bearbeitet, um-gestaltet oder wenigstens (lurchgesehen. Für die Herstellung einzelnerArtikel, welche entlegenem Wissensgebieten angehören, scheuten Redactionund Herausgeber weder Mühe noch Kosten, um die ausgezeichnetstenForscher zu gewinnen. Die Liste der Mitarbeiter, welche dem Werkeihre regelmässige Theilnalnne widmeten, weist eine grosse Anzahl vonAutoritäten auf den verschiedenen "Wissensgebieten nach. So wurdenbearbeitet: die Theologie von Fricke und Neudecker, die Philosophievon Hartenstein und Fortlage, die Medicin von Bock und H. E. Richter,die Jurisprudenz von Schietter, Weiske und Köstlin, die Physik von Hankel,die Chemie von W. Knop und R. Wagner, die Naturgeschichte von Peter-mann, die Landwirthschaft von Hamm, das Forstwesen von von Berg, dieMineralogie und Geologie von Cotta, die Technologie von Karmarsch, dieKriegswissenschaft von von Berneck, die Handelswissenschaft von F. E. Noback,die Staatswissenschaften von Roscher, Rülau, Biedermann, Stein, die Pädagogikvon Yogel u. s. w. Die Geographie erfuhr durch Polsberw, theilweise auchdurch von Sydow und Andree, eine völlige Umgestaltung. Für Sprach-forschung wurden herangezogen Pott, für classisclie Philologie Haase, fürMythologie Overbeck, für ägyptische Alterthumskunde Lepsius, für die Kundedes Orients, der orientalischen Sprachen und Literaturen Hermann Brock-haus, Gosche, Rüdiger, Haarbrücker, für jüdische Literatur Zunz. Dieitalienische Literatur und Biographie besorgten Blanc, Reumont, Speyer,Criiger, die englische Julius und Lowe, die französische Kolloff, die bel-gische Seheier, die spanische F. Wolf, die slawische Cybulski, die neu-griechische Kind, die ungarische Horn, die altskandinavische Möbius, diealtdeutsche Zacher, die neuere deutsche Passow. Eine grosse Anzahl vonArtikeln aus der neuem Geschichte Fluropas lieferten Hausser, Brandes,Buddeus u. a., während die Kunstgeschichte durch Eggers, Ilettner, Lübke,Passavant u. a., die Musik durch Becker, die Schauspielkunst durch Devrientund Kiistner vertreten war. Das „Universal-Register“ wurde diesmal voneinem der beiden Correetoren des Werks, Cand. theol. Härtel, bearbeitet.
Das Publikum und die literarische Kritik erkannten die Leistungen derzehnten Auflage des Conversations -Lexikon sehr bereitwillig an und dasWerk wurde in seiner neuesten Gestalt abermals in einer Auflage von mehrals 30000 Exemplaren verbreitet.
Schon vor Beendigung der zehnten Auflage hatte die Yerlagshandlung, in