XXVI
Die alphabetischen Eiicyklopiirtieii.
rung der Fremdwörter, sowie eine grosse Menge sachlicher Notizen aus allenGebieten der Wissenschaft und Kunst umfasst. In noch ausgedehnterer Weiseist das letztere der Fall in der zweiten Auflage (4 Bde., 1861—64, 8.), welcheeiner vollständigen Neubearbeitung unterworfen worden ist. Beide Auflagensind von Wilhelm Cramer redigirt. Ausserdem stellte sich im Laufe der Jahredem Conversations -Lexikon noch das „Illustrirte Haus- und Familien-Lexikon“ (7 Bde., Leipzigl860—65, 8.) zur Seite (redigirt vonDr.Bud. Arendt),ein encyklopädisches Unternehmen, welches die Naturwissenschaften in ihrerAnwendung auf das praktische Lehen in populärer Weise zur Darstellungbringt. Es verfolgt somit die Tendenz des Conversations -Lexikon, unter-scheidet sich jedoch von diesem wesentlich dadurch, dass es sich nicht dieallgemeine Geistescultur zur Aufgabe stellt, sondern vielmehr das rein praktischeInteresse im Haus- und Familienleben wahrnelimen und fördern will. Eben-falls aus der Idee des Conversations -Lexikon hervorgegangen ist ein seinerzeitberühmtes und einflussreiches Werk, das „Staats-Lexikon“ von Botteckund Welcker, welches mit der dritten Auflage 1856 in den Verlag der FirmaF. A. Brockhaus übergegangen ist. Das Werk wurde unter Karl Welcker’sLeitung und unter dem Titel „Das Staats-Lexikon. Encyklopädie der sämmt-liclien Staatswissenschaften für alle Stände“ (3. Auf!., 14 Bde., Leipzig1856—66, 8.) einer beinahe vollständigen Neubearbeitung und zugleich einerbedeutenden Erweiterung unterworfen, wie sie die Fortschritte der politischenWissenschaften und das erhöhte Bedürfniss der gebildeten Welt nothwendigmachten. Eine weitere Popularisung des Stoffs versucht das „Politische Hand-buch. Staats-Lexikon für das deutsche Volk“ (2 Bde., Leipzig 1870—72, 8.).Eine ähnliche Specialencyklopädie ist auch das von Schenkel unter Mitwirkungder namhaftesten Bibelforscher unserer Zeit herausgegebene „Bibel-Lexikon.Realwörterbuch zum Handgebrauch für Geistliche und Gemeindeglieder“ (Bd.1—4, Leipzig 1868 — 72), welches die auf dem Gebiete der christlichenTheologie, insbesondere aber der Bibelforschung die Resultate der modernenWissenschaft übersichtlich und in allgemein verständlicher Weise zusammenfassensoll. Auch dieses Unternehmen ist ein populäres, das nicht der theologischenGelehrsamkeit als solcher dient., sondern für die gebildeten Kreise überhauptbestimmt ist.
Den deutlichsten Beweis für die Bedeutung, welche dem Conversations-Lexikon schon in seinen frühem Auflagen von zeitgenössischen Schriftstellernund Buchhändlern heigelegt ward, liefern mehre literarische Unternehmungen,welche zu jener Zeit theils zur Erläuterung, theils zur bildlichen Ergänzungdes Werks unternommen -wurden. So erschien „Versuch eines ästhetischenCommentars zur allgemeinen deutschen Real-Encyklopädie (Couversations-Lexikon). 1. und 2. Abtheilung“ (Erfurt und Gotha 1831, 8.), dessen ersteAbtheilung auch den besondern Titel führt: „Versuch einer systematischenAnleitung für Dilettanten zum lehrreichen und würdigen Gebrauche des Con-versations - Lexikons.“ Von Bilderwerken, welche zur Illustration des Con-versations-Lexikon dienen sollen, nennen wir die „Systematische Bildergaleriezur allgemeinen deutschen Realencyklopädie (Conversations -Lexikon) in litho-graphirten Blättern“ (Freiburg i. B. 1827—29, 4. Aufl. 1832, 4.), in vierAbtheilungen (Naturwissenschaften, Völkerkunde, Baukunst, Mythologie undCultus) 226 Blätter umfassend; ferner M. K. Baldamus’ „Chronologisch geordneterBildersaal zum Conversations-Lexikon, oder Porträts und Lebensbeschreibungender berühmtesten Männer und Frauen, welche in diesem und ähnlichen Werkenaufgeführt werden; nebst einem universal-historischen Ueberblick der Begeben-heiten, mit denen die Thaten und Schicksale jener Personen in Verbindungstanden, zugleich als Leitfaden durch die allgemeine Weltgeschichte“ (22 Hefte