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Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
Seite
XIV
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XIY

Die alphabetischen Encyklopädien.

Coleridge, S. T. Essay on Method. London 1849. 8.; schon vorher 1826

in der Encyclopaedia Metropolitana abgedruckt.

Richter, F. J. Wissenschaftskunde. Wien 1847. 12.

Kirchners, C., Iiodegetik oder Wegweiser zur Universität für Studirende. Nebsteiner systematischen Uebersicht der Wissenschaften und Künste und den Studien-plänen für die einzelnen Fächer des Gelehrtenberufs. Leipzig 1852. 8.

Piltz, 0. Die Wissenschaftskunde; in A. RottnersLehrbuch der Contor-wissenschaft für den deutschen Buchhandel, 2. Auf!., Bd. 1, Leipzig 1861.

II.

Die alphabetischen Encyklopädien.

Alphabetische Encyklopädien im eigentlichen Sinne des Wortes datirenerst aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Zwar findet sich diealphabetische Anordnung des Stoffs für Bücher, welche praktische Zweckeverfolgen, seihst schon im Alterthum gebraucht, doch verhältnissmässig nurin sehr geringer Ausdehnung. Alphabetische Werke über einzelne Wissen-schaften treten im Abendlande seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts aufund werden seitdem immer häufiger; eins der frühesten ist das oben gelegent-lich erwähnte Werk von Alsted. Daneben entwickeln sich etwa seit Mittedes 17. Jahrhunderts zwei Kategorien von alphabetischen Werken, welcheallmählich den Bereich ihres Inhalts erweitern und sich mehr und mehr wirklichencyklopädischen Werken nähern. Es sind dies 1) die sogenannten ' encyklo-pädischen Wörterbücher der AVissenschaften und 2) die sogenannten histo-rischen AVorterbücher. Aus dem endlichen Zusammenflüssen beider Gattungenerwuchsen im 19. Jahrhundert die wahrhaften Realencyklopädien, welche alleGegenstände des menschlichen Wissens in ihren Bereich zogen.

a) Wörterbücher der Wissenschaften und Künste.

Die ersten AVorterbücher der Wissenschaften und Künste erschienen inFrankreich. Hier hatte der Abbé Antoine Furetière, der 1662 in die fran-zösische Akademie aufgenommen ward, ein französisches Wörterbuch aus-gearbeitet, in welchem er vorzugsweise seine Aufmerksamkeit den Ausdrückender Künste und Wissenschaften zuwandte im Gegensatz zu dem eigentlichenDictionnaire de lAcadémie, welche diese Art von Worten fast ganz ausge-schlossen hatte. Als die Vierzig der Akademie 1684 erfuhren, dass sichFuretière das Privilegium zum Druck für sein eigenes Wörterbuch, dasDiction-naire des arts et sciences erlangt hatte, gerieth er in heftigen Zwiespaltmit der Akademie, die ihn von der Mitgliederliste strich und eine Aufhebungseines Privilegiums erwirkte. Furetière, der sich in einer Reihe satirischerund geistvoller Flugschriften und Pamphlets gegen die Akademiker vertheidigte,vollendete zwar sein AVörterbuch, erlebte jedoch nicht den Druck desselben.Erst zwei Jahre nach seinem Tode erschien es 1690 in Holland. Inzwischen