787
Zinkate.
im Altcrthum zur Darstellung von Messing verwen-det, das Metall selbst scheint im l6.Jahrh.aus demOriente nach Europa gebracht worden zu sein, abererst im vorigen Jahrhunderte stellte man es hier,namentlich in England, im Großen dar.
II. Gewinnung des Z-s (hierzu eine Tafel).Die wichtigsten Erze zur hüttenmännischen Gewinn-ung des Z-s sind: Rothzinkerz (Ziukoxyd), Z-blttthe,Galmei (Zinkspath, edler Galmei, kohlensaures Z-oxyd), das Kieselzinkerz (Kieselgalmei, gemeinerGalmei, wasserhaltiges kieselsaurcs Z-oxyd) und dieZ-blende (Schwefel-Z.); die bei weitem größte MengeZ. wurde bisher aus dem Galmei gewonnen, inneuerer Zeit ist aber auch die Z-gewinnnng ans derZ-blende zu hoher Ausbildung u. Bedeutung ge-langt. Außerdem sind gewisse Hütteuabsälle, besond.derGichtschwamm vieler Hohöfen, welcher bis 80 "/stZ. enthält, nicht ganz unbedeutende Quellen der Z-gewinnung. Die Z-blende muß vor ihrer weiterenVerarbeitung einer sehr sorgfältigen u. vollständigenRöstung zur Entfernung ihres Schwefclgehalts un-terworfen werden, eine Schwierigkeit, die zu über-winden erst in neuesterZeit vollständig gelungen ist.Die Gewinnung des Z-s kann nicht in gewöhnlichenÖfen geschehen, weil sich das Z-oxyd — u. in diesesmüssen alle Z-erze durch Röstung, Glühen oder pas-sende Zuschläge verwandelt werden, nur bei einerso hohen Temperatur (1300" 0.) reducirt, daß dasreducirte metallische Z.in Dampfform erscheint. DieReduktion kann also nur in Gefäßöfen mit geschlosse-nen Gesäßen vorgenommen werden. 1) Der belgischeZ-Hütteubetrieb (Fig. 1 und 2) erfordert wenigeraber langflammige Kohlen, mehr und feuerfesterenThon, eine feiner zertheilte Beschickung, reichereErze u. hat eine höhere Production, hinterläßt aberreichere Rückstände als die schlesische Methode. Ercharakterisirt sich durch die Anwendung von Thon-röhren als Retorten. Die abgerösteten, resp. ge-brannten Erze werden sein gemahlen und dann mitdem gleichen Gewichte trockener, gepulverter Stein-kohle gemischt. Die aus Chamotte und feuerfestemThone gefertigten Röhren (L), in denen die Reduk-tion erfolgt, haben eine Länge von 1,^ in und eineWeite von lst^m. Sie sind zu 42—60 in einem cylin-drischen Ofen ni hinten aus in der Rückwand auge-brachteVorsprünge (bä) u. vorn meist auf etwas schrägliegende Thonplalten gelegt. Die Röhren liegen einwenig nach vorne geneigt u. werden mit der Flammeeiner Steiukohlenrostfeuerung HO" erhitzt. Es ste-hen meist vier solcher Oefen zusammen mit gemein-samer Esse, in welche von den verschiedenen Theileudes Osengewölbes einzelne Züge (II) münden, u.welche zurRegulirung desZuges zuweilen durch eineKlappe (D) mehr oder weniger geschlossen werdenkann. Die Vorlage ist eine konisch geformte gußei-serne Röhre (g, bis o), welche horizontal in die Re-tortenmllndung eingeschoben u. offen gelassen wird,bis die ersten Z-dämpse sich durch das hellere Leuch-ten der Kohlenoxydgasflamme zu erkennen geben,wonach man sie durch Ausschieben eines schmalen,konisch verengten Ansatzes od. eines kleinen cyliu-drischen Ballous aus Eisenblech verschließt. Nach zwei-stündigem Feuern wird der Ballon abgenommen,das darin augesammelte Gemenge von Z.u.Zwxydentfernt u. das in der Vorlage befindliche, flüssigeZ. in eine eiserne Plattensorm gegossen. 2) DerOber-
schlesische Zinkhüttenbetrieb verwendet statt der Röh-ren Muffeln (LI), welche jetzt meist in zwei Reihenin einem durch Gasfeuerung geheitzteu Ofen stehen.L) Bei der alten schlesischen Methode (s.Fig. 3 u. 4)standen meist je drei oder sechs Muffeln einzeln aufjeder Langseite des Ofens. Jede Muffel (Fig. 5)hatte zwei Öffnungen, von denen die eine (b) zumChargiren u. als Ausströmungsöfsunng der redu-cirten Z-dämpse diente,während die andere(a)zumEntleeren der Rückstände benutzt wurde. Die Z«dämpfe gingen durch die Vorlage (b, e), condensir-ten sich daselbst u. tropften als flüssiges Z. durch densenkrechten Arm oä herab nach I (Fig. 3) Tropf-Z. Da aber bei diesem Verfahren sehr viel Wärmen. Z. verloren ging, so hat man (belgisch-schlesischesVerfahren) jetzt allgemein: 1) die Oefen länger ge-macht, so daß etwa je 20 Retorten n. zwar je zweiin einer Nische ans jeder Langseitc des Ofens stehen.2) Besitzt die Muffel keine Vorderwand, sondern Liesewird nach jedem Ausräumen der Muffel aus einemfeuerfesten Thonstücke mittels Thon frisch eingesetztund 3) sind die Vorlagen einfache nahe horizontalaber nach vorn etwas geneigt liegende Röhren, derenHinterwand in die Retorte mündet u. deren Vorder-ende nach der Chargirnng durch eine mit einer 5 omweiten, runden Oesfnung versehene Thonplatte ge-schlossen wird. Zu dieser Oesfnung treten anfangsdie Reductionsgase heraus, sie werden angesteckt n.,sowie ihre fahle FarbedenAustrittvonZ-dämpsen an-zeigt, wird die Öffnung wie in der belgischen Methodemit einem konischen, 0,i m langen, am hintern Ende ge-schlossenen Ballon von Eisenblech geschlossen. InderVorlage verdichtet sich flllssigesZ., welches gegen EndederChargeabgestochenwird. Um zu große Abkühlungzu vermeiden, wird dieNische in welcher je zwciVor-lagen (stoben) liegen, während der Ofen im Gange ist,außen zugemauert. In den Ballons condensirl sichder letzte Nest der Z-dämpfe zu festem Staub-Z.,welches mit etwas Oxyd vermischt ist, 80—90 "/„ Z.enthält u. bei der nächsten Charge wieder verwandtwird. 3) Das englische Verfahren (s. Fig. 6, I?Feuerung), welches Tiegel (0) anwandte, aus wel-chem die Z-dämpfe durch ein Rohr (t) nach untentreten und dort condensiren müssen, um sich in dortstehenden, oft mit Wasser gefüllten Gefäßen (u) zusammeln, wird nicht mehr zur Reduktion der Z erzesondern zum Umschmelzen u. Reinigen oxydhalligciioder sonst unreinen Z-s benutzt. Waren die Z-erzecadminmhaltig, so enthalten dis zuerst in die Bal-lons gelangenden Dämpfe viel Cadmium; sie wer-den daher des. aufgefangen n. in eisernen Retortenaus Cadmium verarbeitet.
III. Man verwendet das Z. zu galvanischen Bat-terien, in der Z-gießerei (s. d.), zu Len Ziuklegirun-gen (s.d.) und zur Herstellung von Z-blechen. Diesemüssen stets bei einer bestimmten Temperatur (100bis 150" gewalzt werden, da das Z., best das un-reine, in der Hitze u. in der Kälte spröde u. nur zwi-schen 100—150 " zähe u. dehnbar ist. Die dünnenBleche werden in größerer Zahl zusammengelegl u.dabei durch häufiges Abheben vor dem gegenteiligenAnhaften bewahrt, zuletzt werden sie noch beschnit-ten u. meist zu 5 Ctr. in Paqneten od. Fässern ver-packt. Auch zu Z-vitriol u. Z-weiß, zum Verzinken(s. d.) u. zur Z-entsilberung ls. Silber) wird viel Z.verbraucht. i- Hetzer, ii- m- Junget.
50 *