Druckschrift 
Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
Entstehung
Seite
786
Einzelbild herunterladen
 

786

Zingancn

des persischen renäi, rwiräik, das von rsnck (s. d.) ge-bildet ist, eigentlichAnhänger des Zendbuches" d.i.ein solcher, dessen (allegorische) Auslegung dem vomHimmel geoffenbarten Avesta widerstreitet, ent-sprechend dem griech. /r-coartxo5, daun überhauptIrrgläubiger, Ketzer, Atheist, daher auch Dualist,Manichäer.

Zinganen, indisches Volk am Meerbusen vonCittch, meist Seeräuberei treibend.

Zingarelli, Nicolo, ital. Compositeur, geb. 4.April 1752 in Neapel; studirte die Musik au demConservatorium zu Lorero, dann bei Abbate Spe-ranza, wurde Violinlehrer bei einem Musikfreundein Torre del Annunziata, dann Accompagnateurbei der Herzogin von Castelpergano, ging 1789 nachParis, ohne wie in Italien denselben Beifall alsOperncomponist zu finden, wurde 1792 Domkapell-meister zu Mailand, 1794 Kapellmeister an SantaCasa zu Loreto, 1804 päpstl. Kapellmeister in Nom,1812 Director der königl. Musikschule San Seba-stians, 1816 außerdem ander Petcrskirche u. st. 8.Mai 1837. Er schr. viele Opern, wovon nur 6ru-lietba s Romeo sich längere Zeit erhielt, und eineMenge Kirchenmusikwerke, allein über 150 Messe»,Requiem, Psalmen, Credo rc.

Zingaren, so v. w. Zigeuner.

Zingerle, Ignaz Vincenz von, Germanist,geb. 1825 in Meran, studirte in Innsbruck u. dannTheologie in Brixen; er wurdeProfessor am Gymna-sium zu Innsbruck u. 1859 Pros, der germanistischenFächer an der dortigen Universität. Er veröffenlichte:Frühlingszcitlosen (Zeitgedichte), Innsbruck 1848;Von den Alpen (Gedichte), ebd. 1850; Sagen ausTirol, ebd. 1850; Tirols Antheil an der deutschenLiteratur im Mittelalter, ebd. 1851; Tirol (Natur,Geschichte u. Sage im Spiegel deutscher Dichtung),ebd. 1852; Haus- u. Kiudermärchen, ebd. 1852 f.,2 Bde.; Die Müllerin (tiroler Dorfgeschichte), ebd.1853; Die Oswaldlegeude, Stuttg. 1856; Die Per-sonen- ».TaufnamenTirols,1856; Sitten, Bräucheu. Meinungen des tiroler Volkes, Jnnsbr. 1857,2. A. 1871; Barbara Pachlerin u. Mathias Perger(zwei Hexenprocesse), 1858; Sagen, Märchen undGebräuche aus Tirol, 1859; Johannissagen u. Gcr-trudcnminne, Wien 1862; Die Sagen von Marga-retha der Maultasche, Jnnsbr. 1863 ;Die deutschenSprüchwörterimMittelalter,Wien 1864; DerMagetKrone, Legende aus dem 14. Jahrh. ebend. 1864;Die Alliteration bei mittelhochdeutschen Dichtern,ebend. 1864; Zu Plciers Garel die Bruchstücke derMeraner Handschrift, ebend. 1865; Findlinge, ebd.18671870, 2 Thl.; Das deutsche Kinderspiel imMittelalter, ebd. 1868; Das Urbarbnch des Klosterszu Sonuenburg, ebd. 1868; Lusernisches Wörter-buch, Jnnsbr. 1869; Beiträge zur tirolischen Lite-ratur, Wien 1870 f.; Oswald von Wolkenstein, ebd.1870; Schilderten aus Tirol, Jnnsbr. 1877; gabheraus: König Laurin od. der Rosengarten in Tirol,Jnnsbr. 1850; Von den heiligen drei Königen, ebd.1856; Tirols Volksdichtungen und Volksgebränche(mit Joseph Z.), ebd. n. Regensb. 185254; EineGeographie aus dem 13. Jahrh., ebend. 1865; mitJnama - Sternegg die Tirolischen Weisthümer,Wien 1875 ff.

lingibor tAärkn., Pflanzengatt. ans der Familieder21ng-1bera«:oao(1.1.). Arten: 2. oküeiuals Lose.

- Zink.

(Lmornum 2. L. Ingwer), mit lineallanzektlichen,unterseits spinnwebig - flaumhaarigen Blättern,zapfenartigen, eirunden Aehren, stachelspitzigen,kahlen Deckblättern u. dreilappiger Lippe, der mitt-lereLappengrößer,convexzugerundet,wellig;Grund-stock knotig gegliedert, handförmig ästig, außen grau,innen weiß; Stengel 1 mhoch; Blllthen gelblich weiß,Lippe dunkel purpnrroth, gelb gefleckt; in Ostindienwild u. cnltivirt. Das Rhizom ist der bekannte Ing-wer (s. d.), kackix rnnAibsrls albr eb nigri. DerZerumbetingwer, 2.2srnmbotÄose. (llmomnm2orumdvt T,., wilder Ingwer), auch in Ostindienheimisch, unterscheidet sich durch mehr breit lanzett-liche zugespitzte kahle Blätter,zugerundete kahle Deck-blätter u. ausgerandeten Mittellappen der Lippe; istdie Mutterpflanze des Blockzittwers, Laä. 2g-rnmbst, dieser ist innen blaßgelb, von bitterem, cam-pherartigem, aromatischem Geschmack, u. dem echtenZittwer von Lnrvnma Loäoaria ähnlich. Engter.

TmgiborsvZae, Pflanzenfamilie aus der Ordnungder Loitaminsas, Perigon zygomorph, die 3 Staub-blätter des äußern Kreises sind abortirt u. zu demdreilappigen Labellum od. der Lippe verwachsen; vonden 3 Staubblättern des inneren Kreises ist auch nurdas eine der Achse zugekehrte fruchtbar, die beidenandern sind zu Drüsen reducirt. Gattungen: 6ur-euma, 2i»Mbsr, Lstpinia, alle in Ostindien.

Zingst, Insel im Kreise Franzburg des preuß.Regbez. Stralsund, durch den Prerowstrom von derHalbinsel Dars u. durch Len Barther Bodden n. denGrabow vom Festlande getrennt; darauf die Kirch-dörfer Z. mit (1875) 1893 Ew. u.Prerow mit einerNavigationsschule u. 1376 Ew., welche Schifffahrtu. Fffchfang treiben. 13. Nov. 1872 u. im Febr.1873 überschwemmten Sturmfluthen die Insel undrichteten großen Schaden an.

Zink, (2ineum, Spiauter). I. Bekanntes, tech-nisch wichtiges Metall. Zeichen u. Gewichtdes Atoms2ii^:65,2. Es ist in reinem Zustande von bläulichweißer Farbe und starkem Metallglanze; es hat einkrystallinisches Gesllge u. ein spec. Gew. 6,g7.Es ist bei gewöhnlicher Temperatur etwas spröde,wenig biegsam, aber hämmerbar, bis über 100" er-hitzt wird es vollkommen geschmeidig,bei 200"aberwieder so spröde, das es sich pnlverisiren läßt. Beietwa 400" schmilzt es, bei 1040° siedet es u. läßtsich destilliren; sein Dampf verbrennt an der Lustmir starkem, weißem Lichte zu Z-oxyd. Bei gewöhn-licher Temperatur oxydirt es sich an der Luft nuroberflächlich, verliert dabei seinen Metallglanz undsärbt sich grau. Es zersetzt Wasserdampf schon bei100"; in Salzsäure und verdünnter Schwefelsäurelöst es sich leicht unter Wafferstofsentwickelnug undBildung von Z-chlorid resp. Z-suljat auf; Salpeter-säure löst cs ebenfalls, indem sich Z-nitrat bildet;auch heiße Kali- n. Natronlauge lösen es unter Bild-ung alkalischer Z-Verbindungen. In der Naturfindet sich das Z. nicht gediegen sondern nur in Ver-bindungen, vondenen die wichtigsten die Z-blende,der edle Galmei, das Rothziukerz und dasKieselzinkerz (gemeiner Galmei). Chemisch reinerhält man das Z. nur durch Reduction von reinemZ-oxyd mit reiner Zuckerkohle bei starker Rothgluth;käufliches Z. läßt sich durch Destillation von den bei-gemengten fremden Metallen nicht vollständig be-freien. Z-erze, namentlich Galmei wurden schon