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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Xcnophancs

Tcnophancs, aus Kolophon, im6.n.5.Jahrh.v.Chr., Zeitgcnoß desAnaximander ».Pythagoras,verließ sein Vaterland, ging nm 536 nach Elea inUnteritalien, wo er die Eleatische Schule gründete;er soll 90 od. tOO Jahre alt geworden u. um 480gestorben sein. Seine Lehren widerstrebten dein re-ligiösen Volksglauben mehr, als die anderer Philo-sophen, seine Theologie war reiner Pantheismus.Seine Philosophie war nicht skeptisch, sondern dog-matisch, doch nicht streng, indem er seinen Meinun-gen nur Wahrscheinlichkeit, nicht absolute Gewißheitbeilegte. Indem e> mit Anderen behauptete, daßNichts aus Nichts entstehe, n. leugnete, daß Etwasans einem Anderen entstehe, hob er den Begriff desEntstehens und Vergehens gänzlich auf. Darausschloß er weiter, daß'alles Existirende ewig und un-veränderlich sei, weil eben nichts entstehen n. ver-gehen könne, jede Veränderung aber ein Untergehendes Einen u. ein Entstehen des Anderen wäre; daßcs nicht nach sinnlicher Erscheinung eine Vielheiteinzelner und unveränderlicher Dinge, sondern nurEins, dasAlhgäbe; diesEineseidasVollkommenste,die Gottheit; deshalb aber könne es auch nicht meh-rere Götter geben, sondern die Gottheit sei einzig,mit Intelligenz n. einer Alles überwältigenden Thä-tigkett begabt, weder endlich, noch unendlich, wederbeweglich, noch unbeweglich, sich durchaus gleich n.ähnlich (kugelrund). Damit stimmen freilich Lehrennicht, wie sie in anderen, allerdings zweifelhaftenFragmenten ihm beigelegter Schriften vorgetragenwerden, nämlich daß Alles aus Erde (und Wasser)entstanden sei und wieder in Erde aufgelöst werde.Er glaubte an eine Veränderung der Oberfläche derErde durch Wasser u. hielt den Mond für einen be-wohnten Weltkörper. Die Voraussage der Zukunftleugnete er u. hielt überhaupt alles menschliche Wissenfür ungewiß. Die Grundsätze des L. wurden vonseinen Schülern, bes. von Parmenides, weiter ent-wickelt u. dabei hauptsächlich das Speculative vondem Empirischen genauer geschieden. Fragmenteseiner Gedichte, namentlich 7/dgk y-vuswc, sind ge-sammelt in H. Stephanus Oossis pllilosopliiea,Par. 1573; mit Übersetzung in Fülleborus Beiträ-gen zur Geschichte der Philosophie, Ziillichan 1791ff., St. 1 u. 7; von Brandts in ÖommsubationssÖlsatieas, Altona 1813; von Karsten in Oiriloso-pliorniuvstsrnmreIignias,Brllss. 1830; in Schuei-Lewins Olo^iaoi §rasoi, 1838; deutsch in WebersElegische Dichter der Hellenen, Franks. 1826. Vgl.T. Roschmann, Os Xenopimns, Altdors 1729; L.Berg, Os Xenoplums Ooiopir., Heidelberg 1842;Brandts, Xsuoplmnm ckaotrina, Alt. 1815.

Tenöphon, l) griechischer Philosoph und Histo-riker, Sohn des Gryllos, geb. um 444 oder 445 v.Ehr. bei Athen (im Demos Ercheia), treuer Schüleru. Freund LcsSokrates, welcher ihn inder Schlachtbei Delion (424), wo er vom Pferd gestürzt war,auf seinen Schultern ans dem Gefecht getragen ha-ben soll; anchSchüler desSophistenProdikos. Nachdem Peloponnesischen Kriege wurde er durch seinenFreund Proxenos mit dem jüngeren Kyros inSar-des bekannt, begleitete denselben mit den 10,000Griechen gegen seinen Bruder Artaxerxes Mnemon1 i. führte zusammen mit dem Spartaner Cheiriso-Phos nach der Schlacht bei Knnaxa die Griechen(400) mit Tapferkeit, Klugheit und Ausdauer biss

Tmophoii.

Byzanz zurück (der berühmteRückzug der Zehn-tausend"); daselbst trat er mit dem Heere in dieDienste des ThrakerfürstenSenthes, welchem er seinväterliches Reich wieder erobernhalf. Darauf führteer das Heer nach Pergamos zur Theilnahme andem Kampfe der Spartaner unter Thibron gegendie persischen Satrapen Tissaphernes u. Pharnaba-zos. DeshalbansAthen verbannt, blieb erinKlein-asien und bald lebte er in inniger Freundschaft mitdem spartanischen König Agesilaos, welcher dortKrieg führte; dann kämpfte er an dessen Seite bei :Koroncia 394 gegen die Thebaner u. Athener, be- 'gleitete ihn nach Sparta n. erhielt von den Spar-tanern auf ihren in Elis eroberten Ländereien einLandgut zu Skillüs bei Olympia, wo er sich mitLandban, Jagd ».Pferdezucht n. außerdem eifrig ^mit Schriftstellerei beschäftigte. Als sich Athen mitSparta gegen Theben verbündete, wurde 369 dasVerbannungsdecret gegen ihn in Athen zurückge-nommen, doch weiß man nicht, ob er dahin je zu-rllckkehrte; er lebte zuletzt in Korinth und starb da-selbst 354 oder 353. Wegen der Anmuth seinerSprache wurde Zi. im Alterthnmedie AttischeBiene" genannt. Praktische Klugheit und biedererSinn, Religiosität und treue Anhänglichkeit sowolan Sokrates wie an alle altehrwürdigen Sittenzeichnen alle seine Schriften ans; seine Sprache ge-hört trotz mancher poetischen Anklänzs im Ganzendoch zu den besten Mustern attischer Prosa; seinStilist von einer bald anmnthigen, bald nüchternen Ein-fachheit. Seine Werke, welche er meist in Skillnsschrieb, sind: X. Philosophisch e u. didaktische ' ;Schriften: a. 2kcoxgarove !

(LIsmoradiiia. Fooratis, Denkwürdigkeiten des So-krates) , 4 Bücher, in welchen des Sokrates Denk-u. Handlungsweise in Gesprächen mit Sophisten u.mit seinen Schülern mit größerer Treue im Detailals von Plato dargestellt u. vertheidigt wird; hcr-ausgeg. von Sauppe, 1834; Seyfsert, Brandend.1842, 4. A. 1870; Kühner, Lpz. 3. A. 1878 u. a.;l>. lAuo/to/ra (die Bcrtheidigung des

Sokrates), worin er nachweist, warum Sokrateslieber sterben als seine Richter um sein Leben bitten iwollte (von Manchen für unecht gehalten), gewöhn- slich mit den Memorabilien oder dem Symposionherausgeg.; o. 2!,,u7räaror- (Das Gast-

mahl), ein Tischgespräch über mancherlei Gegen-stände, bes. über Schönheit u.Liebe, herausgeg. mitder Apologie von Bornemann, Lpz. 1824, mitHieround Agesilaos von Sauppe, Helmstädt 1841; ä.

lio/oc (über die Hanshaltungskunst),ein Gespräch des Sokrates über oie Verwaltung desHauswesens, bes. auch über den Ackerbau, heraus-geg. von E. Herbst, Lpz. 1840; Breitenbach, Gotha1841. In L-s politischen Schriften finden wir,angeregt durch den Unverstand der athenischen De-mokratie gegen Sokrates, sowie durch seine Freund-schaft mit Kyros u. Agesilaos, die Monarchie einestüchtigen Herrschers als Ideal aufgestellt u. Spartavor Athen bevorzugt. Dahin gehört: s. Vr'xau-(Hisron), ein Gespräch des Simonides mit dem sy-rakusanischen Tyrannen Hieran über den Fluch derTyrannei u. über die Mittel, wie ein Herrscher sichdie Liebe seines Volkes erwerben und es beglückenkönne, herausgeg. von Frolscher, Lpz. 1822; Brei-tenbach, Gotha 1847; bes. aber t'. die Kyropädie