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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Wurzelhaarc Wüste.

der Eocänperiode werden riesige Überreste derNum-mulitcii angetroffcn. Auch der Meeresboden enthältin großer Menge Schalen untergegangcner W.Einty.: 1. Ordn. tdoraminikora, nackt od. mit ein-od. vielfach durchlöcherter Schale (dahin vsnckritina,Luliwina, Llroiuia, 6Ivt>i§erina n. v. a.). 2. Ordn.Raäiolaria, strahlige W., mit strahligern Kiesclfkelet(üallowmg. Luo/sbium u. v. a.). Lit.: Dujardin,Odsorvatioos sur Iss NIrivoporlss Oompt. rouäus,1835; Ehrenberg, C. G., Die Bildung der Kreide-felsenrc.,Abhandlung derAkademiezu Berlin, 1838;Hackel, E., Die Nadiolarien, Berl. 1862. Farwick.

Wurzelhaare, s. Wurzel.

Wurzelhals ist bei den Pflanzen die Grenzezwischen Stamm u. Wurzel, die meistens nur durchanatomische Untersuchung sestgestellt werden kann.

Wrirzelhaube, s. Wurzel.

Wurzelkraft, so v. w. Wurzeldrnck.

Wurzellaus, so v. w. Reblaus.

Wurzelschwämuichen, so v. w. Wurzelhanbs.

Wurzclstock, Grundstock (Rftintoma), s. Sten-gel Id. u. Wurzel. Gewöhnlich besteht er aus nnent-wickelten Jnternodien u. verräth seine Stengelnatnrdurch verkümmerte Blätter, Schuppen, Haarschöpfe,Grünwerden an der Luft, Streben seiner Theilenach oben. Ost bildet derselbe den ganzen Stengel(ktanbas aoautss), u. treibt nur Blatt- n. Blllthen-stiele (Schäfte, Lorrxi), oft geht er durch entwickelteJnternodien in einen Halm od. gewöhnlichen Slengel über. Da die Hauptwnrzel in der Regel abstirbt,so sind die an dem W. befindlichen Fasern nnr stie-benwurzeln. Man bezeichnet den W. als abgebissen(Rdwoma xrasmorsnw), wenn derselbe plötzlich,wie abgeschnitten aushört u. die Fasern am Randeüber das Ende hinausragen; zwiebelartig, zwiebel-köpfig, Hd. dulbosum s. dnlvrosps), wenn derselbedurch Verdickung der Basis der Blätter einer Zwie-bel ähnlich wird, aus deren Basis Wurzelsasernhervortreten; knollenartig (ILIr. tuberosum), vonmehrjähriger Dauer. Diese Form erscheint baldscheibenförmig (plaoentikorme), z. B. bei Cyclamen;bald rundlich (sub^Iobosum). Er ist ferner einfach(simpler), ohne alle Äste, od. ästig (ramosum), od.vielköpfig (mnltieeps), nach oben in mehrere, jähr-lich neue Triebe bringende Äste getheilt. Engl-r.

Wnrzeltödtrr ist die Pilzgattung Rlrirootania.

Wurzelzasern, so v. w. Nebenwurzeln, s. n.Wurzel.

Wurzen, Stadt in der sächsischen Kreishaupt-mannschaft Leipzig, an der Mulde (mit zwei Brücken),Kreuzungspnnkt der Sächs. Staatsbahn (Leipzig-Dresden) und der Muldenthalbahn; altes Schloß,in welchem mehrere Meißener Bischöfe zeitweiligrefidirten, 3 Kirchen, worunter die zu Anfang des16. Jahrh. erbaute Domkirche, altes Capiielhausdes Stiftes Wurzen, Realschule l.Ordn., landwirth-schastliche Kreisfchnle, Freimaurerloge: FriedrichAugust znm treuen Bunde, Kunstmühle, Fabrikationvon Phantasie-Cartonnagcn, Cigarren, englischenBiscuits, Pianofortefilz, orientalischen Teppichen,Wollstaub, Papier, Tapeten, Eisengießerei, Dampf-schneidemühle, Tischlerei,Töpferei; 8165 Ew.; Ge-burtsort des Dichters Lichtwer und des HistorikersSchöttgen. W. ist sorbenwendischen Ursprungsu. kommt schon 961 urkundlich als Stadt vor. Mitanderen Gütern verkaufte es SS4 der Merseburger

Graf Esiko an das Bisthum Meißen, welches 1114hier zugleich mit der Domkirche das seit der Refor-mation protestantische Collegiatstist W. stiftete, wel-chcs jetzt aus 1 Propst, 1 Dechant, 1 Senior, iScholasticns u. 3 Domherren besteht u. Sitz in derErsten Kammer der sächsischen Landstände hat. DasSchloß erbaute zu Ende des 15. Jahrh. Bischof Jo-hann VI. 1542 betraf die Umgegend von W. dersogen. Fladenkrieg und 1558 der Sankrieg. isziwurde W. knrsächsisch. Im Dreißigjährigen Kriegewurde W. viermal von den Schweden erobert, ge.plündert n. verheert. Vgl. Schöltgen, Historie derkursächsischen StiftSstadt W., Lpz. 1717. Schrott.

Wüste ist im geologischen u. geographischen Sinneeine große, sandige, gewöhnlich in den heißen Thei-lcn der großen Continente liegende Ebene, welcheinfolge großer Armnth oder völligen Mangels anWasser fast aller Vegetation entbehrt, deshalb unbe-wohnt ist u. nur einzelne, bewässerte u. bewachsenePunkte(Oasen) hat. DerW-nboden besteht gewöhn-lich ans steinigen Massen, oder ist mit kiesartigem,meist leicht beweglichem Flugsand bedeckt, oder istauch aus Salzbänken, kochsalz- u. kalireichem Sand,zusammengesetzt (daher Stein- oder Felsen-W-n,Sand-W-n, Salz W-n) doch ist er der Cultur nichtimmer unzugänglich, wie das Beispiel der Saharadarthut. Auch Hochebenen nehmen oft, weil dasWasser rasch von ihnen abfließt, de» Charakter vonW- n an. W-n finden sich namentlich auf dem östl.Continente zwischen dem 15. u. 31° n. Br., welcheErdzone, mit geringen Unterbrechungen, von CapBojador bis zum Indus eine große W. darstell!.Es entspricht dieser Strich den regenärmsten Theile»der Erde. Die Wüsten sind in Afrika W-n imeigentlichen Sinne, in Asien u. im Innern Austra-liens W-n u. Steppen zugleich, in Amerika vorherr-schend Steppen, während in Europa derW-ncharak-ter ganz fehlt. Jener W-ngürtel der östlichen Hemi-sphäre beginnt mit der Sahara, findet in den arab.W-n n. der Indischen W. seine Fortsetzung u. endigtnach Übcrspringung der ccntralasiatischen Hochge-birge in der W. Gobi. Das Innere Australiens,bes. der westliche Theil, ist eine einzige großeW. InSAmerika zieht sich die Strand-W. von Atacamalängs des Großen Oceans durch die ganze bolivia-nische Provinz Litoral und setzt sich nordwärts bisArica in Peru, südwärts bis Lopiapo in Chilesort.NAmerika besitzt mehrere W-n, eine größere westlichvom südlichen Theil des Felsengebirges, südlich nachTexas, nördlich nach Wyoming hineinreichend. ImW. ist die Mohave»W. hervorzuhebcn. Den schreck-lichsten Charakter sollen die australischen W. besitzen;auch ist Australien derjenige Erdthcil, der verhält-nißmäßig die meiste W. aufweist. Das Reisen durchgroße W-n ist nur Karawanen möglich u. stets eingroßes Wagniß, theils wegen der Staub- u. Sand-hosen, thcils der auszehrenden Winde (s. Samum)und der verdünnten Atmosphäre wegen, welche oftSchlagflllsse herbeifllhrt, theils wegen des Mangelsan schatten, an Schutz gegen die sengende Gluthhitzeder Sonnenstrahlen am Tage n. gegen die oft em-pfindliche Kälte der Nächte (ein Hauptcharakterzugder W-n), theils wegen der Gefahr der Verirrungvon dem Karawanenwege, die durch Verschüttungseiner Spuren oder durch das berückende Trugbildder Luftspiegelung (Fata-Morgana) veranlaßt wer-