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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
Entstehung
Seite
645
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Wurmmoos

. Schlüsse gemacht u. es ist kein seltenes Vorkommnis,daßmanschwerencrvöscErscheinungen,z.B.Epilepsie,aus allerdings vorhandene Bandwürmer bezieht, einSchluss, der sich bei Epilepsie bisher ohne Ausnabmeals TLnschnng erwiesen hat, indem man nach Ab-treibung des Bandwnrms die Epilepsie stets weiterbestehen sah. Ebenso verhalt es sich bei anderenschweren nervösen Störungen. Ferner nimmt dasPublikum mit großer Vorliebe, selbst wenn nochkeine Bandwurmstücke abgegangen sind, an,Laß vorhandene KranthcNSerscheinungen durch einenBandwurm verursacht wurden u. macht in nnüber-legtester Weise die angreifendsten Baudwnrmcnren,welche die Verdauung aufs Aergste stören können u.in einzelnen Fällen selbst den Tod zur Folge gehabthaben. Diese Unsitte des Publikums hat zur natürli-chen Folge gehabt, daß eineMengeMedicinalpfuschersich gefunden, die, auf dis Unwissenheit des Publi-kums rechnend, von Dorf zu Dorf, von Stadt zuStadt ziehen n. sich mit ihren Baudwurmcuren em-pfehlen. Erwägt man, daß heut zu Tage die Mittelzur Abtreibung des Bandwnrms allgemein bekanntund keine Geheimnisse sind, sondern selbst in denkleinsten Lehrbüchern der Krankheitslehre verzeichnetstehen, so kann man solche Personen in keiner Weisebedauern, wenn sie von den Beutelschneidern nichtunerhebliche Opfer für ihre Gesundheit u. ihren Geld-beutel erleiden. Bei einer Bandwnrmcur spielt dieBenrtheilung der Constitutionsverhältinsse des Kran-ken eineebensogroße Rolle, wie dasBandwnrinmittelu. ist eine solche nur bei einem Arzte vorauszusetzen.

b) Die Spul- u. Madenwürmer machen wiedie Bandwürmer häufig gar keine Erscheinungen u.unerwartet erfolgt der Abgang derselben. In ande-deren Fällen veranlassen sie zeitweiliges Kneipen imBauche, Abneigung gegen gewisse Speisen, Entleer-ung von Schleimmasseu, unruhigen Schlaf, bleicheGesichtsfarbe mit blauen Ringen um die Augen,Jucken in derNaseMadenwürmer JuckenimÄfteru. in der Scheide, wenn dieselben in letztere hincin-gekrochen sind. Nicht selten wandern Spulwürmerdurch die Speiseröhre in Len Mund nach außen od.^ sie gelangen (jedoch äußerst selten) in den Gallengangi und erzeugen in letzterem Falle Gelbsucht. Oesters! werden durch Spul- u. Madenwllrmer katarrhalischeErscheinungen des Darmes herbeigesührt, die Kinderfiebern in mäßiger Weise und magern ab. Auch beiden Spul- u. Madenwürmern ist davor zu warnen,nicht jede Krankheitserscheinung auf Würmer zu be-i ziehen, da dadurch nicht selten wichtige Krankheiten,z. B. Lungenentzündung, Hirnhäuieentzündung rc.in ihren Anfängen unerkannt bleiben. Dis Behänd-luug der W. besteht 1) in der Vorbeugung derEntwickelung der Baudwnrmerzengung und ist indieser Beziehung davor zu warnen, rohes Schweine-u. Rindfleisch zu genießen, um mit diesem nicht Fin-, nen zu verschlucken, aus Lenen sich bekanntlich diefs Bandwürmer entwickeln; 2) bei Bandwürmern in derDarreichung der Bandwurmmittel; zu Liesen gehörenbesonders die Granatwurzelrinde, kkousso, Lainaka,PiIixmas;beiSpnlwürmerninder Darreichung vonLantonin resp.ZittweOamen; beiMadenwürmerninderApplicirungvonKaltwasserklystieren,denen etwasKnoblauchabkochung beigemischt werden kann. UeberDarreichungsweise n. Gabe der Arzneimittel ist derArzt zu befragen. 3) s. Rotz. Kunze.

Wurstvergiftung. 645

2Burmmoos(kIoImsntIioLlwrbog1,1) LIrisinmHelmintlloellortnu Algengatt, aus der Ordn.der bstoricksao; Z) xj aus gabelförmig zertheilten,außen schmupig-rothgrauen Fasern bestehendes Ge.menge von verschiedenartigen, im Mittelmeere hei-mischen Algen; ehemals häufig gegen Würmer undgegen Drllsenverhärtungen im Ausguß u. gesättigtenAbsud angewendet. Engter.

Wurmfarnen, s. L.rksmisia.

Wurinscc, so v. w. Starnberger See.

Wurmser, Dagobert Sigmund, Graf v.,österreichischer Feldmarschall, geb. 1724 im Elsaß,machte in franz. Kriegsdiensten den SiebenjährigenKrieg mit, trat 1762 in österreich. Dienste, wurde1773 Chef eines Husarenregimcnts u. danach Feld-marschalllieutenant, als welcher er im BayerischenErbfolgekriege ein Corps in Böhmen befehligte, mitdem er 18. Jan. 1779 Las glückliche Gefecht beiHabelschwerdt lieferte. Nach dem Frieden wurde W.Commandirender in Galizien n. 1787 General derCavalerie, zog 1792 im Breisgau ein Armeecorpszusammen, ging 31. März 1793 zwischen Speyerund Mannheim überden Rhein, trug bedeutendeVortheile über die Franzosen davon, die deshalbden beabsichtigten Entsatz von Mainz nicht bewerk-stelligenkonnten n. eroberte 13.Oct. initdenPreußenn. der Condeschen Armee die Weißenbnrger Linien.Da ihn aber noch im Spätherbst die Franzosen zumRückzug über den Rhein nöthigten, so wurde er 1794vom Commando abberufen, das ihm jedoch im Aug.1795 wieder übertragen wurde. Im Oct. schlug erdie Franzosen bei Mannheim, eroberte ihr ver-schanztes Lager u. zwang sie 22. Novbr. zur kleber-gabe. 1796 übernahm er Beaulieus Corps n. ent-setzte Mantua, wurde aber 5. Aug. bei Castiglioneüber den Mincio zurückgetrieben, erlitt 4. Septbr.noch eine Niederlage bei Roveredo und 8. bei Bas-sano, schlug sich aber hier durch, erreichte 13. Man-tua u. warf sich m diese Festung, die er aufs Hart-näckigste vertheidigte, aber Mangel aller Art nöthigteihn, den Platz 2. Febr. 1797 an den französischenGeneral Serrurier zu übergeben. Bonaparte ge-währte ihm eine ehrenvolle Capitnlatiou und W.wollte eben das Commando in Ungarn übernehmen,als er 22. Aug. 1797 in Wien starb. Vgl. A. vonVivenot, Thngut, Clerfait und W. (Juli 1794 bisFebr. 1797), Wien 1869. Schrool.

Wursten (Land-W.), sehr fruchtbarer Landstrichin der preuß. Landdrostei Stade, rechts an derWessrmündnng, umfaßt das Amt Dorum im KreiseLehe u. hat auf einem Flächenraum von 218,^ Hjicm(3,si IHM) 8995 Einw. Die Bewohner (Wurster)sind Nachkommen der alten Friesen u. treiben haupt-sächlich Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Schiff-fahrt. Hauptort ist der Flecken Dorum mit etwa900 Ew.

Wurstkraut, ist Latnrvja liortonLis und Origa-num majnrana.

Wurstvergiftung (Lobniismiw, Hkaubiasis),eine eigenthllmliche, durch einen charakteristischen Er-scheinnngscomplexausgezeichnete, häufigtödtliche Er-krankung, welche durch den Genußverdorbener"Wurst (namentlich Blut- und Leberwnrst) entsteht.Die W. kennt man erst seit Ende des 18. Jahrhun-derts, wo sie vorzugsweise im Württemberg. Schwarz-walde vorkam. Justinus Kerner hat zuerst eine er-