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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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644
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644 Würm Wurmkrankheit.

rigen, geb. 1803 in Blaubeuren; widmete sich demStudium der Theologie, lebte 1825 27 in Eng-land, ging von da nach Hamburg, wo er den Slsa-ner 182830 n. die Kritischen Blätter der Börsen-halle 183034 redigirte u. 1835 Professor am Aka-demischen Gymnasium wurde. 1848 war er Mit-glied der Deutsche» Nationalversammlung in Frank-furt. Er st. 1 . Febr. 1859 in Reinbeck. Seine meistpolitischen Arbeiten waren ihrer Zeit sehr geschätzt u.sind davon zu erwähnen: Kritische Versuche über dieössentl. Rechtsverhältnisse in Deutschland seit 1832,Leipz. 1835; Diplomatische Geschichte der Oriental.Frage, cbd. 1858. Bgl. Schleiden, Dem AndenkenW-s, Hamb. 1859. Specht.

Würm, 1)rechtcrNebenflnßderAmmerimbayer.Regbez. Oberbayern, mündet bei Dachau; ist derAbfluß des W-sees oder Starnbergersecs (s. d.);2l rechter, 52 km langer u. flößbarer Nebenfluß derNagold in Württemberg und Baden, entspringt aufder Schwäbischen Alp n. mündet bei Pforzheim.

Wnrinconscrve ist ein Gemenge von Meeres-algen, worunter des. Holmintirooborton okkieinals,das als Wurmmittel in den Handel kommt.

Würmer, Vormss, Thiertypus, Thierkreis derwirbellosen Thiere. Der meist weiche, contractileKörper der W. ist fast stets gestreckt, seitlich symme-trisch, Platt oder walzlich, ohne oder mit Gliederungin einzelne hintereinander liegende Ringel, die da-durch homonom d. h. gleichwerthig werden, daß sieeinzeln für sich an Größe und Ban gleiche Organebesitzen. Bewegungsorgane fehlen; die Ortsbeweg-nng vollzieht sich entweder allein durch den starkenHautmuskel oder mit Hilfe von aus der Haut ent-springenden ungegliederten Borsten, Haaren od. Ha-ken u. Len Saugnäpfen. Die Aufnahme der Nahr-ung geschieht bei den meisten durch den Mund; wodieser fehlt, wird die flüssige Nahrung durch die Hautansgesogen. Der Mund liegt entweder vorn am Kör-per oder am Bauche; der After hinten am Körper u.oft aus dem Rücken, der Darm, wenn vorhanden,ist einfach u. winduugslos. Speicheldrüsen sind sel-ten vorhanden. Die Leber fehlt, jedoch sondern ein-zelne Darmtheile Gallenflüssigkeit ab. Das Nerven-system beginnt vorn im Körper mit einem einfachenoder paarigen Ganglion, dessen 2 Stämme Len Kör-per der Länge nach unter Bildung von Rervenknotenfür die einzelnen Körperabschnitle beim Vorhanden-sein solcher durchziehen. Von Sinnesorganen sindTaft-, Gehör- n. Sehorgane bei vielen ausgebildet.Ein Gefäßsystem ist bei den mit Darm- und Leibes-höhle ausgestatteten entwickelt; es zeigt nur wenigeAdern, deren Hauptstämme alle oder mit Auswahldie Function des Herzens übernehmen. Das Blutist farblos od. verschieden gesärbt: roth, violett, blau,grün. Athmungsorgane besitzen nur die Ringel-ivürmer in Hautanhängen, also Kiemen, alle übri-gen nehmen mit derNahrnng ihrcAthmungsluft auf.Ein Wassergefäßsystem durchzieht den Körper unddient theils zur Vermittelung der Respiration, theilsals Excrclionsorgan. Es gibt getrenntgeschlechtlicheW. und Zwitter. Begattungsorgane haben nur diePlatt- u. Rundwürmer. Die Vermehrung geschiehtdurch Eier, in wenigen Fällen durch Theilung oderKnospung. Die Entwickelung der Würmer ist miteiner Verwandlung und häufig mit Generations-wechsel verbunden, besonders bei den schmarotzenden

Arten. Fossil treten W. im Jura auf. Eintheilung:

1. Klasse: klntvslminklios, Plaltwürmer, platt, un-gegliedert, zerfallen in a) ll'urbollaria, Strudelwür-mer (Haut flimmernd); b) Lromatocia, Saugwüi-mer; o) Lsstociss, Bandwürmer. 2. Kl.: dlowatol-mintliso, Rundwürmer, Fadenwürmer, fadenför-mig, ungegliedert; zerfallen in a) iblsmaboäss mitMund, Darm u. After (dahin u. a. die Spulwürmer,der Medinawurm); b) siloräiaeoa. mit Mund undDarm, ohne After; e) Loantkioespliali ohne Mundn. Darm. 3. Kl. Linretop;ng,tRa,, Pfeilwllrmer, wal-zenförmig, mit Kopf, Rumpf u. Schwanz. 4. Kl.:kopk/rsa, Sternwürmer, cylindrisch oder kugelig, iungegliedert mit dabei oft faltiger Haut. 5. Kl.: Lu-imlLta.Ringel'W.,gestreckt, gegliedert. Literatur:Müller, O. F., Vormium tsrrostrinm st kkuriati- slinm sto. Ai-itoiia, Kopenh. n. Leipz. 1773; Ru-dolph!, C. A., Ilntoroorum 8. Vormium iukostina-linm Aist. rmt., Amsterd. 180710; Dujardin, F., ;Hist. nat. cks8 IIsiminttrs8, Par. 1845; Leuckart, 'Rud., Die menschl. Parasiten, 2 Bde., Leipz. IMSn. 1876. Famiil.

Wurmfarn ist Lspickium Mix Mas.

Wnrmkrankhcit, 1) (Lskmintbiasis) im ge-wöhnlichen u. engeren Sinne die infolge von Band-,Spul- u. MaLenwllrmern, im weiteren Sinne auchvon anderen im Körper vorkommenden Würmern(Trichinen, Leberegeln rc.) auftretenden Krankheits-erscheinungen. Über das Zoologische der Würmer s.die Art. Ascariden, Bandwürmer, Kratzer, Leberegel,Medinawurm, Peitschcnwnrm, Trichinen.

a) Die durch Bandwürmer herbeigeführtenKrankheitserscheinungen sind theils solche, welche als !örtliche Reiznngserscheinungen, theils solche, welcheals Reflexerschciunngenaufzufassen sind. Zudeuerste- !reu sind zu zählen: Schmerzen an einer Stelle imUnterleibc, namentlich in der rechten Banchgegend,öftere Auftreibung und Anschwellung dieser Stelle,häufig wiederkehrende Kolikschmcrzen, unregelmäßi-ger mit Durchfall und Verstopfung abwechselnder !Stuhlgang, mit welchem nicht selten große Schleim- jMassen (sogen. Wurmnester) entleert werden, Ap- ipetitlosigkeit, Brechneigung. Zu den reflektorischen lErscheinungen: Zusammenlaufen des Speichels imMunde (k/rosis), unruhiger Schlaf, Knirschen mitden Zähnen im Schlafe, Herzklopfen, selbst kramps-artige Erscheinungen sollen beobachtet sein. Nichtselten werden die Kranken blaß u. gehen sichtlich inihrer Gesammt-Ernährung zurück. Betrachtet mandie eben angeführten Krankheitserscheinuugen aufihren diagnostischen Werth, so ergibt sich, daß siesämmtlich so unbestimmt sind, daß weder aus ihrerGesammlheit noch aus einem einzelnen derselben die iDiagnose auf Bandwürmer gestellt werden kann; erstder Abgang von Bandwurmstllcken, der mit der Reif-ung der ältesten Bandwurmglieder zu erfolgen pflegtu. Lurch den Genuß von körnigen Sachen, wie Ro-sinen mit Kernen, Weintrauben rc., nicht selten künst-lich herbeigesührtwird, läßt mitSicheryeitausBand-wurm schließen. Jedochtrotz des Abgangs vonBand-wurmstllcken dürfen vorhandene Krankheilserschein-ungen keineswegs mitabsoluterSicherheit aus Band-wurm bezogen werden; cs ist in solchen Fällen nur dieMöglichkeitanzunehmen gestattet, daß der vorhandeneBandwurm die Krankheilserscheinungen veranlaßt.

In dieser Beziehung werden leider sehr viel falsche