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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Wunde.

schließen sich die reinen, scharfen Schnitt- und Hieb-W-n an, deren Wundränüer sich glatt aneinanderlegen n. dnrch ihre sofortige Verklebung den Zersetz-ungskeimen den Zutritt abschneiden, vorausgesetzt,daß nicht durch das verletzende Werkzeug selbst odersonstige Fremdkörper diese Keime eingefiihrt sind.Weniger günstigen Bedingungen unterliegen die ge-quetschten n. zerrissenen W-n, da an abgestorbenenod. im Absterben begriffenen Thcilen sich Zersetzungenleichter n. schneller entwickeln als am lebenden Ge-webe; od. solche W-n, in denen Fremdkörper zurück-geblieben sind, welche fast ausnahmslos, weil mitFänlnißkeimen behaftet, Zersetzung n. Eiterung er-regen. In gleicher Weise wirkt das Eindringen vonUrin,Koih, od. auchderErgnß einer größeren MengeBlutes in die W. Bei weit klaffenden od. mitSnb-stanzverlnst verbundenen W-n kann die Spannungder Ränder so groß sein, daß sie sich nicht dauerndvereinigen lassen. Auch kann durch zu starke Spann-ung die Blutcirculation aufgehoben werden. Voll-ständig zertrümmerte n. abgetrennte Gewebe hindernals Fremdkörper zwischen den Wnndrändern die pri-märe Heilung.

Sehr gefährlich sind W-n der Körperhöhlen oderGelenke, da in ihnen das durch eingedrnngene In-fectionsstoffe zersetzte Wnndsecrci leicht stagnirt unddann resorbirt werden kann. Die Gefahren steigernsich ferner mit der Größe der Verletzung u. mit derWichtigkeil des verletzten Theils. Die Verletzungmancher Organe kann absolut tödtlich sein od. dochin kürzester Frist, wenn nicht geeignete Vorkehrun-gen getroffen werden, znm Tode führen. Hieher ge-hören die Verletzungen der großen Gefäße. Verletz-ungenderNervenbedingen,wenndieNerven gänzlichgetrennt sind, Lähmung oder Empfindungslosigkeitdes betreffenden Gliedes swird ein Empfindnngsnervangestochen od. gequetscht, so entstehen häufig heftigeSchmerzen, Krämpfe, selbst Trismus und Tetanus.Knochen-W-n heilen sehr langsam, ebenso die W-ndrüsiger Organe. Von wesentlichem Einfluß ist auchdas Alter n. die Constitution des Verwundeten. Beijungen, krästigenPersonen pflegt die Heilung schnel-ler zu erfolgen, als bei allen, decrepiden oder anSyphilis, Scrophnlose, Tubercnlose leidenden In-dividuen. Von größter Wichtigkeit ist schließlich einevon vornherein zweckmäßig eingeleitete Behandlung.Was nun diese im Allgemeinen anbetrifft, so ist siednrch die Listersche Verbandmethode (s. d.) in ganzneue Bahnen cingetreten. Das Princip dieser Me-thode besteht darin, die den W-n dnrch Insertionvon außen drohenden Gefahren zu verhüten, dieoffenen Verletzungen also gleichsam in snbcntaue zuverwandeln. Dies Ziel wird dadurch zu erreichengesucht, daß die W-n n. sämmtliche mit ihnen in Be-rüyrnng kommenden Gegenständen aufs sorgfältigstegereinigt und desinficirt werden, daß den Secretenfreier Abfluß verschafft n. ihre Zersetzung beimHer-vorireten an die Oberfläche vermieden n. daß demverletzten Theile möglichste Ruhe gewährt wird. BeiW-n, die schon ans irgend eine Weise inficirt sind u.deren vollständige Desinsection nicht inehr gelingt was meist schon binnen 24 Stunden nach einerVerletzung der Fall zu sein pflegt wird man auchdurch nachträgliche Anlegung des Listerschen Ver-bandes nicht auf den schnellen n. günstigen Verlaufrechnen, immerhin aber auch dann noch in den mei-

sten Fällen die accidentiellen Wnndkrankheiten ver-meiden können. Bei kleinen, oberflächlichen Ver-letzungen, welche die Gefahr einer Insertion nichtbefürchten lassen, kann man ans die Listersche Me-thode verzichten.

Jede W., welche zur Behandlung gelangt, erfor-dert zuerst eine genaue Untersuchung der Qualität».Ausdehnung der Verletzung, der Beschaffenheitder verwundeten Theile,derAnwesenheit vonFremd-körpern rc. Dieselbe geschieht am zweckmäßigstenmit dem Finger oder, wenn dies nicht angeht, mitder Sonde. In erster Linie ist dann die Blutstillungzu bewirken. Die blutenden Gefäße sind entwedernur theilweise verletzt oder gänzlich getrennt. Ausblutenden Arterien spritzt das Blut, wenn es sichnicht in die umliegenden Gewebe ergießt, hellroth,schäumend und in abgesetztem Bogen hervor, ausverletzten Venen fließt dunkles Blut in ununter-brochenem Strom ans. Zuweilen steht die Blutungauch ans größeren Arterien, wenn sie ganz getrenntwaren, bald von selbst, u. zwar ziehen sich dieselbenin die Gewebe zurück u. contrahiren sich. Innerhalbdes Gefäßes bildet sich ein Blntpropf (oonAulums,welcher die Mündung verschließt. Dagegen werdenBlutungen bei nur theilweiser Verletzung der Ar-terien, lies, bei Qnerwundcn, selten dnrch die Naturgestillt. Häufig bildet sich dann, zumal bei Stich-wunden, wenn nicht künstliche Stillung erfolgt ist,ein falsches Aneurysma (s.d.j. Bei jeder spritzendenArterie soll diese künstliche Stillung bewirkt werden.Das zweckmäßigste Mittel ist die Unterbindung derArterie an der verletzten Stelle oder, wenn diesnicht gelingt, oberhalb derselben in der Continnstät.Provisorisch kann man anchdie Compression des zu-führenden Stammes ober der blutenden Stelle mit-tels des Fingers, Tampons, Compressen, Bindenoder Tonrniqnets ausüben, bis dis Ligatur angelegtwerden kann. Venenblntungen, bei denen die Ge-rinnung viel leichter erfolgt, sind meist dnrch Com-pression zu stillen, nur im Nothfall schreitet man beigroßen Venen zur Unterbindung, da eine folgendeVenenentzündung viele Gefahren mit sich führt.Parenchymtöse und capilläre Blutungen stillt mandurch Eiswasser, Compression, Tamponade od. durchgenaue Vereinigung der W. mittels der Naht. Ge-lingt hierdurch die Stillung nicht, so kann manstypiischeMittelanwenden: Eisenchloridlösnng, Tan-nin, Alaun, Kupfervitriol, Mineralsänren, Höllen-stein, Terpentinöl , endlich das Glüheisen. Durchletztere Mittel wird allerdings eine primäre Verei-nigung unmöglich gemacht. 'Nach sehr großen Blut-verlusten sucht man dnrch Darreichung reizender n.stärkender Mittel die Kräfte des Verletzten zu heben,in verzweifelten Fällen kann man die Transsnsion(s. d.) versuchen. Fremde Körper in der W., wieMesserklingen, Kugeln, Haare, Fetzen von Kleidern,lose Knochensplitter sind als Entzüudnngserregermöglichst bald mit Pincstte, Kornzange, Kngclzangeoder sonstigen Instrumenten zu entfernen. Oestersmuß man, wenn dieselben von der W. ans nicht ;nerreichen sind, behnss der Extraction letztere erwei-tern oder Gegenüssnungen anlegen. Ist die Ent-fernung nicht zu ermöglichen, so muß man die Aus-stoßung Lurch Eiterung abwarlen; in einzelnenFällen erfolgt auch Einheilnng der Fremdkörper, sodes. bei Nadeln, Messerklingen, Kugeln.

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