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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
Entstehung
Seite
349
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Wasserabzapfung Wasserbett.

Sagen, wie sie sich an den Mnmmelsee knüpfen. ImMohrnnger See sollte ein riesiger Krebs gefesselt lie-gen, der, wenn er sich losriß, der Stadt Verderbenbereiten würde. Allerdings hat die Poesie auch hiervielfach gemildert n. auf dem Grunde von Seen Kry-stallpaläste als Wohnungen vonW-seenrc. gezaubert.In das Bereich des Dunkeln u. Unheimlichen beimW. gehört auch der Styx (Acheron), der das Todten-oder Schattenreich abtrennt von der lebenden Welt.Beim Styx leisteten die Götter den Eid, u. ein sol-cherweise falsch abgelegter Eid zog die entsetzlichstenFolgen nach sich. Wie endlich im W. der Ursprungaller Dinge erblickt wurde, so verlegte man hierhinauch den Ursprung der Cultnr, da uncnliivirte Völ-ker, ans Land steigende und allerlei Gegenstände derheimischen Industrie und Kunst, sowie diese Künsteselbst mitbringendcn Schiffer als ans dem Schooßedes Meeres hervorgekommen ansfaßten. Die altenGermanen hielten das W. hoch in Ehren, es warihnen heilig, man betete und opferte am User vonQuellen u. Flüssen; denn in ihnen spiegelte sich derHimmel, sie waren nur Abbilder der himmlischenWässer, belebt von einer Art himmlischer Wesen, u.darum werden auch bis ans den heutigen Tag dienach der Volksanffassnng dem Himmel entstammen-den Menschenseelen ans Seen, Teichen, Brunnengeholt durch den Vogel der himmlischen u. irdischenGewässer, Len Storch. Vgl. Bastian im Jahrgang1869 der Zeitschrift für Ethnologie, Berlin.

5) Zur Literatur. Roßmäßler, Das W., Lpz.1358, 3. A. 1875; Psaff, Das W., Münch. 1870,2. A. 1879; Dove, Der Kreislauf des W's, 2. A.Berl. 1874; Nenleanx, Über das W. in seiner Be-deutung für die Völkerwohlfahrt, ebd. 1871; Tyn-dall, i?orm8 ok Vater, 6. A. Lond. 1876, deutschBraunschw. 1872u.Lpz. 1876; Lersch, Hydrophysik,2. A. Berlin 1870; Ders., Hydrochemie, 2. A. ebd.1872; Nowak, Vom Ursprünge der Quellen, Prag1879; v. Domaszewski, Das W. als Quelle derVerwüstungen u. des Reichthnms, Wien 1879; Bo-ley, Chemische Technologie des W-s, Brannschweig1862; Fischer, Das Trink-W., seine Beschaffenheit,Untersuchung und Reinigung, Hann. 1873; Ders.,Chemische Technologie des W-s, Braunschw. 1878;Wanklyn n. Chapman, Vater analMs, 4. A. Lond.1876; Ritter, W. u. Eis, Wien 1879; Krümmel,Die mittlere Tiefe der Occane und das Massenver-hältniß von Land und Meer in den Göttinger Gel.Anz. 1878. 1) Hetzer, s) Glotzet, vS) Schroot.

Wafferabzapfnng, chirurgische Operation,durchwelche im Körper angchäuftes Wasser mittels Ein-stiche entleert wird.

Wasseralfingen, Kirchdorf im Oberamte Aalendes Württemberg. Jagstkrcises, am Kocher, Eisen-bahn-Station, bedeutendes kgl. Eisenhüttenwerk mitEisengießerei, Maschinenfabrik n.Walzwerk, Fabri-kationvonBansteinenausHohofenschlacken, Bronzir-nngsanstalt,Märkte; 1875:2901 Ew. (Gem.3392).

Wasscrnlfinger Gasfang nndWindcrhitz-nngsasiparnt. Elfterer besteht aus einem in denWänden des Hohofens in der Nähe der Gicht liegen-den Kanalsystem, durch welches2 m unterhalb

der Gicht die Gichtgase ganz oder zum Theil abgeso-gen werden, um sie zur Windcrerhitznng, und zurKesselfeuerung zu benutzen. Die Gicht ist meist miteinem Deckel geschlossen. Der W. W. besteht ans

einem geschlossenen Raume, zu dem unten die Gicht-gase und von den Seiten die zu ihrer Verbrennungnöthige Luft hinzutritt, während der zu erhitzendeGebläsewind durch mehrere Reihen früher runderjetzt meist ovaler Röhren in dem Raume hin- u. her-geleitet u. so allmählich erhitzt wird. Der W. G. u.der W. W. sind seit ihrer Erfindung vielfach ver-bessert, bes. aber deshalb wichtig, weil sie die erstenApparate dieserArt überhaupt waren,». ihreErfind-nng einen sehr wesentlichen Schritt in der Vervoll-kommnung derHohösen, ja in der ganzen Metallurgiebezeichnet. Jungä.

Wasseramsel, so v. w. Wasserschwätzer.

Wasserbad (Marienbad, Chem.), s. Bad IV.,S. 510.

Wasserb aukunst (Hydrotechnik), derjenige Theilder Banwissenschast, welcher alle in od. am Wasservorkommenden Bauten, z. B. Fundirungen, Fluß-correctionen, Kanäle, Schleusen, Wehre, Deiche,Uferbefestigungen, Brunnen, Wasserleitungen rc.umfaßt. Die W. zerfällt in I. Strvmbauknnde;hierher gehört L.. die Reguliruug der Flüsse,deren Aufgabe es ist, den nachtheiligenEinwirknngender fließenden Gewässer vorznbeugen od. schon ein-gctrctene zu beseitigen, ferner die Sicherung derUfer (s. Uferbau), die Beschränkung zu ausgedehnterRinnsäle durch Buhnen u. Parallelwerke, der Ab-bau der Serpentinen und die Erhöhung der Ufer.8. Die Benutzung der Flüsse für die verschie-denen Zwecke, bes. zur Schifffahrt, Bewässerung,znm Holzflößen n. zum Betrieb technischer Anlagen,wobei zugleich die das Wasser benutzbar machendenAnlagen n. Baulichkeiten (Kanäle, Wasserleitungen,Gerinne, Wehre, Schleusen) besprochen werden. AlsTheil der Strombanknnde ist auch die Brllckenban-knnde, insbesondere die sichere Gründung der Pfeilerzu betrachten. II. Seeuferbau künde; diese be-schäftigt sich mit den Mitteln zur Abwehr der Zerstör-ungen der See- oder Meereswellen (Deiche, Hafen-dämmc, Kaimauern rc.) und mit der Benutzung desMeeres, bes. zur Schifffahrt, also namentlich mit derAnlage n. Unterhaltung der Häfen, Leuchtthürme,Rheden, Docks. DerUrsprnngderW. istanfÄgyptenznrllckznführen, wo man außer Kanälen ».Dämmen,auch schon Schlensenwerke, Hebewerke,Reservoire rc.kannte. Später erreichte sie auch in Babylonien einehohe Stufe. Die größten Wasserbaumeister der Ge-genwart sind unstreitig die Holländer. Zur Lite-ratur: von Kirn, Wasserbau 1861; I. Dalmann,Stromcorrectionsn,Hamb. 1856; G.Hagen, Hand-buch der W., 3. A. Berlin 186374; Chiolich-Löwensberg, Anleitung znm Wasserbau, Stuttgart1864; Storm-Bnysing, Vatsrbouivlcuucks, Breda1864; de Cessart, Ussoriptionäs8 travsaux Iixckrau-lignss; Deutsches Bauhandbuch, Thl. III., DerWasserbau von Franzius; Hensinger von Waldegg,Handbuch der Jugenienrwifsenschasten, Bd. III., L,Die W. von Franzius n. Lonne, Lpz. 1879. Kähne-

Wasserbett (Wasserkissen) mit kaltem od. lau-warmem Wasser gefülltes Kissen von Kautschuk, wel-ches bei langwierigen Krankheiten nntergelegt wird,um das Aufliegen (s.d.) des Patienten zu verhindern.Indem nämlich sich das Kissen den Körperformen ge-nau anschmiegt, wird der Druck des Körpergewichtsgleichmäßig vertheilt n. werden die prominirendruPunkte, wie Kreuzbein, Wirbelsäule rc. entlastet.