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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Wärme.

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Summe der Atom-W-n ihrer Bestandtheile. FürGase, deren Erwärmung gleichzeitig eine Änderungdes Volnms und des Druckes erzeugt, hat man zuunterscheiden, ob die specifische W. bei constantemDruck oder bei coustantem Volum bestimmt ist. Dieersterewi.d experimentell gefunden, indem man einebestimmte Menge des Gases bis zu einer bestimmtenTemperatur erwärmt, daun das Gas mittels einesSchlangenrohrs durch ein Wassercalorimeter leitet,die Temperatur des Wassers vor u. nach dem Ver-such mißt u. aus diesen Daten die specifische W. desGases, ähnlich wie bei der Mischungsmethode, be>rechnet. So fand sich die specifische W. o, bei con-stantem Druck für Lust 0 , 23 , 7 , Sauerstoff O,,,,»,Stickstoff 0 , 243 », Wasserstoff 3, 4004 . Die specifischeW. e der Gase bei constantem Volumen ist kleiner,als bei constantem Druck, weil durch den wachsendenDruck W. frei wird. Die etwas schwierige experi-mentelle Bestimmung wird umgangen durch denSatz, daß das Verhältnis; der beiden specifischen

W-n für alle Gase dasselbe ist, nämlich ^^ 1 , 4 ,.

Der Werth 1 , 4 , ist auch bei anderen Untersuchungenvon Wichtigkeit, so bei der theoretischen AbleitungderSchallgeschwindigkcit aus der Elasticität u. Dich-tigkeit der Luft. Die Vergleichung der specifischenW. der Gase mit dem Atomgewicht, gibt für die che-misch einsachen, schwer condensirbaren Gase den Satz,daß dieselben Volumina stets durch dieselben W-mengen um die gleiche Zahl von Graden erwärmtwerden oder, da gleiche Volumina der Gase gleichviel Atome enthalten, daß auch die chemisch einsachenGase gleiche Atom»W. haben. Da die Atomgewichtesür Wasserstoff 1 , für Sauerstoff16, für Stick-stoff 14, so ergibt sich in der That durch Multi-plikation dieser Zahlen mit den obigen Werthen derspecifischen W-n 0 ,, als nahezu gleiche Atom-W. fürdiese drei Gase die Zahl 3,4.

Die dritte Wirkung der W. besteht in der Ver-änderung des Aggregatznstandes der Kör-per. Den Übergang von dem sesten in den flüssigenZustand nennt man das Schmelzen, den vom flüs-sigen in den lustsörmigen das Verdampfen. DieGesetze für diese Verwandlung beziehen sich einer-seits aus die Temperatur, bei der das Schmelzen od.Verdampfen eintritt, anderseits ans die W-menge,die beim Schmelzen oder Verdampfen verbrauchtwird. Das Schmelzen eines Körpers beginnt stersbei einer bestimmten Temperatur, dem Schmelz-punkt. Derselbe ist für Eis bekanntlich 0 " 6 ., fürQuecksilber39», Terpentinöl 10 °, Talg -I- 40°,Phosphor 44°, Wachs 68 °. Schwefel 113°, Wismulh265°, Blei 334°, Silber 1000 °, Kupfer 1050°, Guß-eisen 1200°, Gußstahl 1400". Der Schmelzpunkt istübrigens nicht absolut fest, er steigt, wenn auch ingeringem Maße, mit dem äußeren Druck, wie manzuerst theoretisch geschlossen und später experimentellbestätigt hat. Wenn nun ein Körper den Schmelz-punkt erreicht hat, so tritt das Flüssigwerden nichtPlötzlich ein, es bedarf vielmehr einer beträchtlichenZeit, bis die ganze Masse geschmolzen ist. Währenddieser Zeit aber bleibt, trotz gleichmäßiger Zufuhrvon W., die Temperatur unverändert auf demSchmelzpunkte stehen, wenn man nur die Massedurch Umrühren in gleichmäßiger Temperatur er-holt. Die ganze zugesühns W-menge wird also zur

Umwandlung des festen in den flüssigen Zustandverbraucht, ohne sür das Thermometer bemerkbarzu sein. Alan nennt daher diese W. auch die geb u n -dene od. latente W. der Flüssigkeit. Genauer be-zeichnet man die W-menge, ausgedrllckt in Calorien,die erforderlich ist, um 1 eines festen Körpers inden flüssigen Zustand überzusühren, als die S ch m e lz-W. des Körpers; so ist die Schmelz-W. für Eis 79 ,»,Schwesel 80, Blei 90, Wachs 97, Zink 274, Zinn278, Wismnth 305 n. s. f. Die Methode von Blackzur Bestimmung dieser Zahlen ist folgende. Mischtman I lcAWasser von 0 ° mit I lcZ Wasser von 100 °,so findet man die Temperatur der Mischung 50".Mischt man aber 1 Eis von 0 ° mit 1 KZ Wasservon 100 °, so nimmt die Mischung, indem das Eisgeschmolzen wird, nun die Temperatur 10 , 4 ° an.Während also das heiße Wasser um 89,»" sinkt oder89,» Cal. abgibt, führt es 1 !c§ Eis in Wasser überund erhöht noch außerdem die Temperatur des ge-schmolzenen Wassers um 10 , 4 °. Das letztere alleinerfordert 10,4 Cal., folglich sind znm Schmelzen von

1 Ic^ Eis 89,» 10,4 79,2 Cal. erforderlich oderdie Schmelz-W. des Eises ist 79,». Umgekehrt trittdas Gefrieren od. Erstarren eines Körpers durchAbkühlung bei derselbenTemperatur wic das Schmel-zen ein und es wird hierbei die zum Schmelzen ver-brauchte W. der Flüssigkeit wieder entzogen od. frei;so muß man, um I b^ Wasser von 0 ° zum Gefrierenzu bringen, demWasser 79,»Cal. entziehen. In ähn-licher Weise wie beim Schmelzen n. Gefrieren wirdauch unter anderen Umständen W. gebunden od. frei,wenn überhaupt feste Körper in den flüssigen oderflüssige in den festen Zustand übergehen. So wirdbei schnellem Auflösen von Kochsalz od. Salmiak inWasser eine gewisse W-menge, die sog. Lösnngs - W.,gebunden, wodurch eine bedeutende Abkühlung ent-steht (Kältemischungen); umgekehrt, wenn in eineiheißgesättigten und dann bei ruhigem Stehen abge-kühllen Lösung von Glaubersalz durch Erschütterungeine plötzliche massenhafte Krystallisation eintritt, svwird so viel W. frei, daß ein eingetauchtes Thermo-meter um mehrere Grade steigt. Das Verdam-pfen (vergl. den Art. Dämpse) ist dem Schmelzendurchaus analog. Zunächst gibt es für jede Flüssig-keit eine bestimmte Temperatur, den Siedepunkt,bei der durch die ganze Masse hindurch die Ver-dampfung eintritt, was stets mit einem Aufwallender Flüssigkeit u. dem Aufsteigen von Dampfblasenverbunden ist. Der Siedepunkt ist für Wasser 100° 0.,Äther 35°, Alkohol 78,»°, Quecksilber 360°, Schwe-fel 447°, Zink 1040° u.s.f. Doch beziehen sich dieseZahlen nur ans einen ganz bestimmten Druck, näm-lich den Druck von 1 Atmosphäre oder einen Baro-meterstand von 760 mm. Der Siedepunkt ist in weithöherem Maße als der Schmelzpunkt abhängig vomDruck. Das Verdampfen einer Flüssigkeit tritt stetserst bei derjenigen Temperatur ein, bei der dieSpannung der Dämpse gleich dem äußeren Druckist. Der Siedepunkt steigt daher, wenn der Druckzu-, und sinkt, wenn derselbe abnimmt. So ist derSiedepunkt des Wassers bei 1 Atm. Druck 100 °, bei

2 Atm. 121 °, 3 Atm. 135°, 4 Atm. 145°, 5 Atm.153° u. s. f. Hierauf beruht die Anwendung desDampfes als Triebkraft, die Vortheile deS Papin-schen Topfes u. A. m. Umgekehrt ist, wie man mitderLnstpumpe nachweist, LcrSiedepunktdesWaffers