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' Wappcnbrief
! streckte, welche übrigens inHinsicht derzn verleihen-: den Figuren nicht ohne Beschränkung waren. Dem! Zeichen bürgerlicher Familien, wenn sie willkürlichangenommen wurden, fehlt der Begriff des W-s.Mit dem W. ist von jeher derBegriff derEhre streng, verbunden gewesen, daher war auch der Verlust der-selben eine Folge begangener Verbrechen, wo danmdas W. von Henkers Hand zerbrochen ward. Sieerlöschen ferner mit dem Erlöschen des Stammes;in einem solchen Falle wird die zerrisseneFahne, daszerbrochene W., Helm u. Siegel mit dem Ausruf:Heute St. N. n. nie mehr! in die Gruft gelegt, auchwird wohl das W. gestürzt in den Grabstein einge-hanen. Die mit dem Erlöschen der betr.FamilicdemLandesherrn anheim gefallenen W. sind oftmals an-derweitig verliehenworden (Wappenlehn, Helmlehn).
DieW.zerfalleninPersonen-n. Länder-W.;zu elfteren zählen die Perfonal-W., welche nurvon einer Person in dieser Form geführt werdenkönnen, so die W. der geistlichen Fürsten in ihrerZusammensetzung; die Familien. (Geschlechts-,
, Stamm-) W., früher Lrmabnra,, seit dem 11. u. 12.j Jahrh. gebräuchlich und erst später unveränderlich,die Gesellschafts-, Gemeinschafts-W., dieW. für Korporationen u. Vereine, Klöstern. Stifte,Gemeinden u. Städte, von den Landesherren zumTheil verliehen, zum Theil selbst angenommen undvom elftere»bestätigt. Amts- (Standes-, Würde-,Ehren-)W., zum Zeichen eines Amtes oder einers Würde geführt, entweder im Schilde, vd. hinter od.aus demselben; sie sind erblich od. persönlich, geistlichoder weltlich und kommen bereits 1211 vor. DieLänder°W. (Lehn-W. insofern das durch sie be-zeichuete Land zu Lehn gegeben wurde), zeigen denBesitz des Landes an u. sind zumeist mit dem Fa-»nlien-W. aufs Engste verbunden; zu den ältestenLiinder-W. gehört das Burgundische von 1037. Zuihnen gehören die Herrfchafts-W., den gegen-wärtigen Besitz eines Landes, Allodiums od. Lehnsbezeichnend; die Gedächtniß-W., zum Andenkeneines verlorene» od. ausdrücklich ausgegebenen Be-sitzes; die Erbschasts- u. Anspruchs-W., einErb- od. Heimfallsrecht od. anderweitige Ansprücheandeutend (im prenß. W. das von Mecklenburg).Von vielen Monarchen wird ein großes, ein mitt-leres u. ein kleines W. geführt; die beiden elftere»enthalten die W-bilder sämmtlicher, resp. der bedeu-tendsten Landestheile, das letzte nur Las Haupt-Wappen (die heraldische Figur).
Das Hanptstück des W-S bildet der Schild mit, den daraus adgebildeten Figuren, meist eine solche) auf den Namen des W-besitzers hin, so ist daS W.
: einredendes. Auf dem Schilde ruht als Unter-i scheid ungsstück (Ober-W.), der Helm, oder die1 Krone, der Hut, Bischofs- u. a. Mützen rc. Krone
> ». Hut führen künigl., fürstliche n. gräfl. (nach den^ Kugeln unterschieden) W.; den Helm adelige W.
Doch ist auch bei Liesen ein Unterschied zu verzeich-nen: einmal waren sie entweder offen od. geschlossen,mit vd. ohne Visir, mit Rosten oder Bügeln; denRang bestimmte die Reifenzahl am Helme; KaiserN- Könige hatten 11, Grafen 7, Freiherren 5, Ade-W 3. Als Prachtstücke hinter, um n. unter demSchilde dienen die den Schild umgebenden, oben
> von der Krone znsammengehaltenen W-mäntel od.s W-zelte, die Schildhalter, unten die Ordenszeichen,
— Wappcrs.
erst seit neuerer Zeit gebräuchlich, während W-sprüche, Devisen od. Feldgeschrci schon seit dem Mit-telalter her in den W. sich finden. Die Fläche desSchildes nennt man Feld, dessen Grund eine Farbe,oder auch Gold od. Silber ist; oft ist auch das Feldgetheilt n. bedeutet hier die Bezeichnung „links" dieder rechten Seite des Beschauers gegenüber liegendeSeite desW-s, „rechts", die der linken Seile gegen-über liegende. Im Felde befinden sich die „Herolds-figuren", das sind durch einfache, gerade oder gebo-gene Linien entstehende Figuren im Gegensatz zuden als Nachbildungen von lebenden Wesen, Pflan-zen, Geräthschaften rc. erscheinenden Bildern: sinddie das W. thcilcnden Linien senkrecht, so entstehen„Pfähle", wenn wagrecht, dann „Balken"; ist ein Felddurch eine senkrechte und eine wagrechte Linie ge-theilt, so ist es „geviertet" oder „guaürirt", und jederThcilheißtein„Quartier"; Lurch mehrfache Schräg,theilnngen entstehen „Wecken" od. „Rauten", euiamoberen Schildrand abgctheilter, etwas weniger alsein Drittel des Feldes breiter Streifen bildet das„Schildezhanpt",wenn am unteren Schildrand, den„Schildesfuß". DieFarbender W-bilder, Heroldfi-gurcn, acht an der Zahl, werden in der Zeichnungeines W-s durch Schraffirnng (Strichs od.Punkte)angedentet: Gold durch feine Punkte, Silber durchweißen Grund, Roth durch senkrechte, Blau durchhorizontale, Grün durch schräge Linien von rechtsnach links, Pnrpnrdurch solche von links nach rechts,Schwarz durch gegitterte Striche. Vergl. Heraldik.
Wappenbrief, s. n. Wappen. kLag-n.
Wappcnbrüderschaft,Wappengenofi,Brü-derschaft, Person, welche mit einer andern gleichesWappen führt.
Wappenkönisi (Wappenherold), s. u. Herold.
Wappenkunde (Wappenkunst), so v. Heraldik.
Wappcnlehn (lat. §miäum insi^ninm), dasvon dem Lehnherrn seinen Vasallen verliehene Rechtein bestimmtes Wappen zu führen.
Wappers , G listav, Baron, berühmter belg.Geschichtsmalcr, geb. in Antwerpen 23. Aug. 1803,st. in Paris 6. Dec. 1874. W. erhielt Len erstenKunstnnterricht an der Akademie seiner Vaterstadtdurch M. van Bree u. Herreyns n. studirte Rubensu. van Dyck, Rembrandt u. van der Helft, dann inParis die alten Venetianer, deren Farbe ihn des.fesselte. Von Hans aus Classicist, suchte er die Vor-züge der verschiedensten Meister mit seiner akademi-schen Schule zu verbinden u. wußte bei seiner außer-ordentlichen Begabung auch wirklich die harmonischeMitte zu finden n. seine technischen Errungenschaftendem Inhalte seiner Darstellungen unterzuordnen.Von seinem Heldentod des Bürgermeisters »anderWerf bei LerBclagernngvonLeyden 1576datirteimneue Ära der flämischen Kunst; es war ein Um-schwung von ähnlicher Bedeutung wie ihn Frank-reich durch Gericault und Delacroix erlebt. Baldfolgte eine Scene ans den Brüsseler Kampftagenim Sept. 1830, die nicht blos durch den Gegen-stand, sondern auch durch die Sicherheit der Zeich-nung u. die Kraft des Colorites allgemeinen Bei-fall fand. Zwei Jahre später ward W. zum erstenProfessor, 1840 zum Director der Akademie zu Ant-werpen, 1845 zum Maler des Königs der Belgier,1840 zum Präsidenten des belgischen National»!»,senms ernannt u. 1847 als Baron in den Adelstand