Der Gesang der Männchen erschallt ebenfalls nurzur Fortpflanzungszeit und muß als gesteigerterPaarnngsrus betrachtet werden. Auch das Gefiedervieler Männchen ändert sich zur Brutzeit in einPrachtkleid oder Hochzeitskleid um. Nach der Fort-pflanznngsperiode gegen den Herbst schaaren sichs manche zusammen n. dnrchschweifen die Gegend,
! andere leben vereinzelt. Auch ein Wechsel in derj Nahrung tritt ein, so bei den Insektenfressern, diel dann Beeren fressen. Nach dem Wandertrieb unter-, scheidet man Stand-B., welche in ihrer Hcimathverbleiben, so Sperling, Goldammer, Strich-V. miterweitertem Flugrevier im Winter, als Meisen,Spechte u. Zug-B., welche gegen den Herbst wär-mere Gegenden anfsnchen. lieber den Fcderwechseld. V., die Mausen s. Federn. Das Wandern derZug-V. fällt in die Zeit der Äqninoctien des Frühlingsu. des Herbstes. Die schlechten Flieger ziehen ge-wöhnlich des Nachts, während die guten bei Tag n.auch bei Nacht ihre Reise fortsetzen. Die Kranichebilden Haken, Gänse n. Enten schräge oder geradeReihen neben einander. Taucher fliegen in einergeraden Linie hinter einander. Die Bussarde haltensich in gelösten Gruppen von nur wenigen Jndivi-i duen zusammen. Eine Wellenlinie beschreibt dereuropäischeJbis. Finke,Staareu.Schwalbenziehenin gedrängten Schaaren. Unregelmäßige SchwärmeI bilden z. B. Slrandlänfer und Änsternsischer. DieI Höhe des Fluges ist sehr verschieden. Der Storch> geht so hoch, Laß man ihn schließlich nur noch mitI dem Fernrohr sehen kann, die Schnepfen dagegenI! streichen am Boden. DiezärtlicherenWeibchen ziehen^ bei einigen allein u. oft früher als die Männchen.
1 Auch bleiben dieMännchen wol zurück z.B. bei demß Buchfink, der seinen Namen Oaolsbu, ehelos, davonerhalten hat. Der Wandertrieb zeigt sich auch beigezähmten V-n u. zwar durch ausfallend unruhigesBetragen im Käfige zur Zeit der Tag- und 'Nacht-gleichen. Grund des Wandcrns ist nicht Nahrungs-mangel, dasür spricht das Fortziehen der Seglerbereits in den ersten Tagen des August. Beobacht-ungen über das gleichzeitige Eintreffen u. die Zng-richtungen haben dazu geführt, als lenkende Kraftdie erdmagnetische aufzustellen. Denn daß das Augesie nicht leitet, beweist das Wandern bei 'Nacht. DieFluggeschwindigkeit ist sehr verschieden. Den Wegvon Berlin nach Afrika können Krähen in 06 Stun-den, Brieftauben in 38, Schwalben in 18, Habichtein i l, Segler in 0 Stunden zurücklegen. Der ihnenMäßig entgegenwehende Wind ist der günstigste, deriu der Flngrichtnng wehende ist, weil er das Gefie-der in Unordnung bringt, ungünstig. Die verlasse-nen Orte werden bei der Heimkehr von den B-n ge-nau wieder aufgefundcn.
Gegen 8000 Arten sind bekannt, unter diesen nurwenige fossile. Auch bei den B-n zeigen die größteMannigfaltigkeit nach Gattungen n. Arten die Tro-penländer. Reintropisch sind die karra, l?sittnonsu. Iro^on-Arten; altweltlich sind Nboroolos, sowiezumeist die Fasanen; nenweltlich die Banmhühner,Kolibris,Neu-Guinea besitzt die Paradies-B. lieber >alle Erdtheile verbreitet sind die Habichte, Falken,!Dauben, Enten. Kosmopolitische Arten sind unbe-kannt. Ncu-SeelanL beherbergtnnr noch vereinzelteArten der flügellosen Ricsen-B. In historischer Zeitausgestorben sind u. a. die Dronte, der Solitäre,
der Brillenalk. Die Schwierigkeit der Systematikder V. beruht einerseits ans den Mangel an gene-tischen Gesichtspunkten, die für die Eiutheilnng derSänger von entschiedenem Belang ward, ander-seits ans die Unmöglichkeit der Heranziehung geolo-gischer Anhaltspunkte, wegen der geringen Zahl vor-weltlicher Formen. Die Gruppe Lauropvlckn Hnx-leis umfaßt außer den Reptilien auch die V., indemletztere, wie schon Eingangs erwähnt wurde, sich alseinseitig weiter entwickelter Typus der Reptilien be-trachtenlassen. Linne unterschied bei den V. die Ord-nungen : ^.eeipitrss, Ranb-B.; kiüao.Spechte; ^n-sorss, Gänse; OrnUno, Rallen; 6aIIinao, Hühner;?asssrss, Sänger. Cnvier verbesserte dies System.Oken theilte 1816 dis V. nach ihrer Entwickelung inNestflüchter und Nesthocker. Wesentlich umgestaltetwurde das System durch Snndewall, indem er Ent-wickelung, Form des Gefieders u. Bekleidung desLaufes berücksichtigte. Die große Ordnung deroorinsu wurde durch Müllers Untersuchungen überdas Stimmorgan näher bestimmt. Ans Len Bandes Schädels, bes. der Ganmenknochen, gründeteHuxlcy seine Hanpteintheilnng. Mit Berücksichtigungder genannten Untersuchungen stellt man folgendeOrdnungen jetzt ans: 1. Ordn. Lanrnrao Äaes/r.,fossile Formen mit freiem Schwanz. 2. Ordn. Ilri-mrtorss (7nv., Taucher, Flügel kurz, hängend, vftstatt der Federn mit kleinen Schuppen bedeckt, Beinenach hinten gerückt, Körperhaltung daher aufrecht.Schwimmhäute. Tafel l, Elstcralk. 3. Ordn. Iwn-Fiponnos 6Av., Flügel lang n. spitz. Schnabel mithakiger Hornknppe. Lauf lang. Schwimmhäute.1. Ordn. LbüAanopockso TNst/., Rndersüßler. Auchdie 4. Zehe durch Schwimmhaut mit übrigen ver-bunden. 5. Ordn. l-ainoUirostrs8 tstnv., Enten-V.,Leistenschnäbler. Schnabelränder mit queren Horn-plättchen. Schwimmhäute. 6. Ordn. (Noouino Lv-»rcr/o., Reihcr-B. Hals u. Beine verlängert. Schie-nen lang, unten nackt. Borderzehen nur mit Binde-haut, Hinterzehe anftretend. Tafel 111, FischreiherIbis. 7. Ordn. OraUao Ilonax., Wad-V. Hoch-beinig. Hals verlängert. Flügel gut entwickelt mitstarken Schwingen, ebenso dieStenerfedern. Schienenmeist nuten nackt. Tafel II, Waldschnepfe. 8. Ordn.Lrsviponnss Dum., Kurzflügler. Hals lang. Flü-gel verkümmert, daher nicht zum Fluge tauglich.Schienen nur oben befiedert. Lauf lang. Zehen 2,3 oder 4, kurz und benagelt. Tasel III, Strauß.0. Ordn. linsoros////,/., Scharr-V. Schnabclvornmit Nagelknppe. Flügel kurz, gewölbt. Schienenmeist ganz befiedert. Hinterzehe verkümmert oderfehlend. Zehen mit stumpfen 'Nägeln. Tafel II,Birkhahn. 10. Ordn. (Izwanlss Hoirap., Tauben.Schnabel nur vorn an der Kupve mit Hornscheide'Nasenlöcher am Grunde des Schnabels in einerweichen Haut. Schienen befiedert. Die jungen Nest-hocker werden geäst. 11. Ordn. Rnptatoro8 MA.,Ranb-B. Oberschnabel hakig übergreifend. Schna-belbasis mit Wachshant, worin die 'Nasenlöcher lie-fen. Zehen geheftet mit spitzen Krallen. Tafel I,l'Agypt. Geier, Kopf des Steinadlers. 12. Ordn.! Navorinas AAs§c/r., Sänger. Schnabel ohne Wachs-Haut. Flügeldecken kurz. Schienen meist gestiefelt.Hinterzche lang. Singmnskelapparat. Tafel II,Meise,Staar,Goldhähnchen,Eichell>eyer. 13. Ordn..stlnvrvelrirssOaü., Handflügler. Beine verkümmert.