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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Vvcativus Vogel.

I

Bocatltms, 1) (Anrede-, Rnfsfall), s. u. 6asns;Z) ein zn Scherzen stets aufgelegter Mensch, einloser Vogel.

Voce (ital.), Stimme, Singstimme; V. cii pstto,Bluststimme, V. cki tssta, Kopfstimme, Fistel, Falset.

Börclaürnck, Stadt n. Hanptort in dem gleich-namigen Bez. des Erzherzoglhnms Österreich ob derEnns, an der Vöckla, Station der Kaiserin-Elisa-bethbahn, mit alten Thorthürmen u. Resten frühererBefestigungen; Bürgerspital, Krankenhaus, Bier-brauerei, Banmwollenweberei, Knnstmiihle, Ge-treidehandel; 1869: 1532 Einw. In der Naheschloß Wagram n. Nninc Wartcnbnrg, Thalheim.das Dorf Schöndorf mit Schloß, schöner gothischerKirche, Gußstahl-Feilenfabrik, Papiermühle n. etwaSoll Ew.

Bölklamarkt, Marktflecken im Bez. Vöcklabrnckdes Erzherzogthnms Österreich ob der Enns, an derVöckla, Station der Kaiserin-Elisabethbahn; Bllr-gerspital, einige Industrie; 1869: 2789 Ew. (Kein.).

Vodittcr, Stadt an der Vistritza im türk. VilajetSelanik (Salonichi), reich an Kirchen n. Moscheen,Baumwollenwaaren- u. Tabakfabrikation; 12,6008w. V. ist das alte Edessa, vor König Philipp diemakedonische Residenz.

Bogcl, 1) Christian Lebrecht, Historienma-ler, geb. 1759 in Dresden, starb ebendaselbst 6. April1816, lebte seit 1780 in Wildenfels, kehrte 1804nach Dresden zmück u. wurde daselbst 1814 Pro-sessor der Akademie. Er war vornehmlich ausge-zeichnet in Bildnissen von Kindern. 2 ) Karl Chri-stian V. von Bogelstcin, bekannter Historienma-ler, Sohn des Vor., geb. 26. Juni 1788 in Wilden-sels, st. 4. Marz 1868 in München. Erst von seinemVater unterrichtet, daun ans der Akademie zn Dres-den ausgebildet, ging er 1808 nach Petersburg underwarb sich daselbst als Bildnißmaler einen Namen.I» Nom, wohin er sich 1813 gewendet hatte, schloßer sich an die dortigen Landsleute n. die neue Richtungan, malte mehrere religiöse Bilder, bes. aberden PapstPins VII. Während einer schweren Krankheit 1820,zur katholischen Confession übergetretcn, kehrte V.,als Professor an der Akademie nach Dresden zurückund wnrde 1824 znm Hofmaler ernannt. In Pill-nitz malte er im Speiscsaale des königl. Schlosseseine Folge poetisch-allegorischer Bilder und inder Kapelle eine gleiche ans dem Leben der heiligenJungfrau, letztere nl krosoo. 1842 unternahm V.noch einmal eine Reise nach Nom, hauptsächlich^egen einer Composition ans Dantes göttlicherKomödie, welche er auch dort ansführte und an denGroßherzog vonToscana verkaufte. Seit 1862 lebteerin München. Er hatte, in männlichen Bildnissenbesonders excellirend, eine Sammlung berühmtero.tit-, bes. Kunstgenossen angelegt, welche das Kö-nigreich Sachsen angekanft hat und die noch immerMgesührt wird. Weitere Werke: Kreuzigung, imNaumbnrger Dom; der heil. Johannes von Cala-is, in der Gymnasinmskirche zn Brnx (Böhmen)U-m der kathol. Kirche zn Annaberg (Erzgebirge);Aallounn ln brono. in St. Petersburg; Scenen ausFanstsürdenGroßherzogvon Toscana;Altarwerksür"li kathol. Kirche in Leipzig; ein sterbender Christusund eine Erscheinung Christi in der Dresdener Hos-Johann Karl Christoph, ausge-zeichneter Schnlmann, geb. 19. Juli 1795 in Stadt-f

Ilm (Schwarzburg-Rudolstadt), stndirte in JenaPhilologie und Theologie, wnrde 1816 Lehrer amLangschen Erziehnngsinstitnt in Tharand, dann inWackerbartsrnhe bei Dresden, 1821 nach der Rück-kehr von einer wissenschaftlichen Reise durch England,Schottland, Frankreich, Belgien und Holland, Mit-director derselben. Nachdem sich das Institut 1823aufgelöst, übernahm er die Direktion der höhernStadtschule in Krefeld, von wo er 1832 an Gedi-ckes Stelle zur Direktion der allgemeinen Bürger-schule in Leipzig berufen wnrde, die er vollständigneu organisirte; er st. das. 15. Nov. 1862. V., derzahlreiche Schnlschriften und Schulbücher, bes. fürSprach- und Geographie-Unterricht und eben dahinzielende Lesebücher, heransgab, machte sich nicht nurnm das Realschnlwcsen, sondern auch nm den Ele-mentarunterricht hoch verdient, indem er die ver-besserte Jacototsche Methode des ersten Leseunterrichtseinfllhrte. Er war seit 1840 Mitredactenr der Darm-städter Allgem. Schnlzeitnng, gab in freien BlätternSchnlnachrichlen heraus n. seit 1852 rcdigirte er mitKörner eine pädagogische Zeitschrift: Die Bürger-schule. Seine älteste Tochter, s. Polko, Elise. 4 )Eduard, Sohn des Vor., geb. 7. März 1829 inKrefeld, stndirte seit 1848 in Leipzig n. Berlin Ma-thematik n. Naturwissenschaften n. wnrde 1851 Assi-stent Hinds an Bishops Sternwarte in London. Hierwnrde ihm 1853 vom engl. Gouvernement der An-trag gemacht, sich als Astronom der Expedition an-znschließen, welche unter Betheilignng von Barth n.Overweg nach Centralafrika abgegangen war. DasWeitere s. Afrika, S. 238, 2. Sp. n. vgl. Elise Polko(V-s Schwester), Erinnerung an einen Verschollene»,Lpz.1863. 5 ) Karl, vorzüglicherKartograph, geb.4. Mai 1828 in Hersfeld, erhielt, nachdem er "seinExamen mit Auszeichnung bestanden, 1846, Anstel-lung auf dem topographischen Bureau der kurhessi»scheu Landesvermessung, arbeitete 18471851 alsMeßtischsührer, erhielt dann den Auftrag zur Nccog-noscirung der Herrschaft Schmalkalden behufs derenTriangnlirnngsausnaümeu.nahm hieranfseineEnt-lassnng nm nach Gotha übcrznstedeln. Nachdem erhier die zn einem später wieder anfgegebenen Werkdes Herzogs über den Deutsch-dänischen Krieg er-forderlichen Karten nnd Pläne geliefert, trat er 1.Febr. 1854 als Kartograph bei der I. PerthesschenGeographischen Anstalt ein n. wurde 1857 Mitar-beiter an A. Stielcrs Großem Handatlas. SeineKarten zeichnen sich neben natürlicher, leicht verständ-licher Darstellung durch außerordentliche Genauig-keit, Sauberkeit n. Klarheit ans. Für die selbstän-dig veröffentlichte Karte des Thüringer Waldes,1:15O,OO0in4Bl., erhielt er diedem.Herzogl.Sach-sen-Ernestinischsn Hansorden asfilürte Verdienstme-daille für Kunst- und Wissenschaft. Für die Peter-mannschen Geogr.Mitth. lieferte er ebenfalls Kartenu. recensirt hauptsächlich die neu erschienenen mili-tär-geographischen Karten. 6) Ioha n »Friedrich,namhafter Kupferstecher, geb. 17.Dec.1829 zn Ans-bach, kam 1845 in die Mayerischs Knnstanstalt »achNürnberg, wo er bis 1852 blieb u.sich an der Kunst-schule weiter bildete. Dann stach er bei Sichling inLeipzig nnd ging darauf nach Düsseldorf, wo er 11Jahre verblieb. Zwei Jahre arbeitete V. in Paris.Er cnltivirt den Farbenstich mit bestem ErfolgWerke: Bei der Wiltwe, »ach Lasch; Die Spieler