Druckschrift 
1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
Entstehung
Seite
340
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

340

Die deutsche Wacht an der Lisaine.

in regelloser Flucht in einem Walde Deckung suchen mußten. In glei-cher Weise verliefen auch zwei weitere, aber bedeutend schwächere Attaken,und nach 5 Uhr schwieg das Jnfanteriefeuer auf der ganzen Linie deslinken Flügels, nur die Artillerie gab einzelne Schüsse ab. Abendsgegen 8 Uhr erfolgte auf Bethoncourt noch ein letzter Angriff, welcheraber nach kurzem, heftigen Gefecht an dem eisernen Widerstandder deutschen Besatzung, gleich den vorhergegangenen, abprallte. Auchgegen Hsricourt, das von Mittag bis zur Dunkelheit mit Granatenbeworfen worden war, hatte der Feind nichts ausgerichtet.

Weniger glücklich endete dieser zweite Schlachttag auf dem rechtenFlügel. Hier hatte der Feind die Offensivstöße aus Chagey heute zwarnicht erneuert, dagegen ließen alle Anzeichen erkennen, daß er einenHauptschlag auf Frahier und damit eine Umfassung unsres rechten Flü-gels im Sinne hatte. Während er in immer größeren Massen überBeverne vorrückte, führte er seiner auf den Höhen bei Etobon placirtenArtillerie gegen Mittag neue Batterien zu, welche ihr Feuer gegen Che-nebier richteten, einestheils gegen die südlich davon aufgefahrene badi-sche und sächsische Artillerie, anderntheils gegen das von badischer In-fanterie besetzte Dorf selbst, welches von Granaten und Shrapneisbuchstäblich übersäet wurde. Die Besatzung von Chenebier hielt diesesFeuer zwar kaltblütig Stand, aber das waldige Terrain und die nuwe-rische Ueberlegenheit gestattete den Franzosen, den Ort zu umgehen undschließlich von allen Seiten so zu umfassen, daß sich das badische De-tachement darin nicht länger zu halten vermochte und fechtend auf FEhier zurückweichen mußte. Nachdem der Feind auch in der Richtungvon Chagey her vordrang und sich eines für seine Operationen seh^wichtigen Gehölzes bemächtigt hatte, so konnte endlich sogar Fralst^'nicht mehr gehalten werden. Die badischen Truppen räumten den nn-mittelbar an der Straße nach Belfort gelegenen Ort und nahmen znrSperrung derselben bei der Ferme Bougeot Stellung.

Das Feuer unsrer Batterien gebot dem Feinde, welcher den errun-genen Vortheil mit empfindlichen Verlusten erkauft hatte, bei ChenelfiesHalt. Nur eine schwache Avantgarde wurde nach Frahier gelegt,lOstündigem heißen Ringen verstummte gegen 6 Uhr Abends der Donn^der Schlacht. Deutscherseits hatten hier 3 Bataillone und 3 Batterien