Vor Paris. — Die französischen Durchbruchsversuche rc. 283
Eröffnung des Bombardements dieses Werk der Barmherzigkeit störten,so daß eine Anzahl jener Unglücklichen auf dem Schlachtfeld liegenbleiben mußten und in der eisig kalten Nacht ihren sicheren Tod fanden.So blindlings rücksichtslos gingen die Franzosen in ihrer Kriegführunggegen die eigenen Landsleute zu Werke!
Nach eintägiger Ruhe war den Württembergern und den ihnenbeigegebenen sächsischen Truppentheilen für den 2. December die Auf-gabe gestellt, dem Feinde die Dörfer Champigny und Brie wieder zuNehmen. Zu ihrer Unterstützung wurde das in Geschwindmärschen vonMetz angelangte (2.) pommersche Corps herangezogen, welches beiCorbeil in Reserve gestanden und in der Nacht zum 2. December hinterder württembergischen Stellung Bivouaks bezogen hatte.
Die Württemberger und die Sachsen schritten Morgens 7 Uhrzum Angriffe auf Brie und Champigny und warfen sich, so schwer sieauch schon am 30. November gelitten hatten, mit ungebrochener Kampfes-lust auf den Gegner, der nicht nur die gewonnenen Positionen behaup-ten, sondern den in den-vorhergegangenen Gefechten vergeblich erstrebtenDurchbruch heute durchsetzen wollte. Bei seiner ungeheuren Uebermachthätte ihm dies trotz der Tapferkeit der Württemberger und Sachsenüblicherweise auch gelingen können, hätten nicht gegen 9 Uhr diePommern, und zwar mit ihrer 7. Brigade unter General du Trossel,ins Gefecht eingegriffen. Die Württemberger hatten sich eines Theilesvon Champigny bereits bemächtigt, — die mit Hurrah! heranstürmen-den Pommern warfen den Feind mit Bajonett und Kolbenschlägen vol-lends hinaus. Bald jedoch zeigten sich nördlich von Champigny dieFranzosen in solcher Uebermacht, daß einige der von den Deutschengenommenen Positionen wieder aufgegeben werden mußten, nachdemdieselben unter dem furchtbarsten feindlichen Chassepot- und Mitrail-lusenseuer eine Stunde lang standhaft behauptet worden waren,wiederholt entbrannte im Dorfe ein heißer Kampf, eine Zeit lang hin-vnd herschwankend, bis um halb 12 Uhr die Franzosen trotz ihrerÜberzahl abermals hinausgedrängt waren. Doch hatten die Pommernder Behauptung der zurückeroberten Positionen einen harten Stand,^ die Franzosen mit neuen Truppenmassen gegen das von Württem-^vgern nur schwach besetzte Dorf Villiers einen Flankenangriff machten,