Druckschrift 
1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
Entstehung
Seite
239
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Die weiteren Ereignisse vor und in Paris bis Ende Oktober.

239

1 D

^ den Häusern verschanzte Feind richtete auf die Barrikade ein con-^ntnsches Feuer. Als ein Bataillon des Regiments Elisabeth mitlegender Fahne heranstürmte, streckte ein Schuß den Träger zu Boden;einen Zweiten, welcher die Fahne ergriff, ereilte dasselbe Schicksal. Als^enerallieutenant von Bndritzki dies sah, sprang er vom Pferde, riß,bie Fahne an sich und eilte, gefolgt von seinen höchsten Offizieren, nachdem bedrohtesten Punkte. Das tapfre Regiment drängte unmittelbarhinter und neben seinen heldenhaften Führern vorwärts, und im Sturmeü>urde die Barrikade genommen, auf welcher der General mit eignerHand die Fahne aufpflanzte. An seiner Seite fand Oberst von Za-iuskowski an der Spitze seines Regiments den Heldentod.

Jedes Haus, jedes Gehöft in dem Orte mußte nun einzeln ge-kommen werden, so erbittert kämpfte die aus Garde- und Linientruppen^stehende Besatzung, wenn auch, wo es zum Handgemenge kam, dieFranzosen den Kolben- und Faustschlägen der preußischen Garderieseniofort erlagen. Wie schon in vielen anderen Gefechten, wandte der^oind auch hier vielfach die heimtückische List an, sich anscheinend ge-angen zu geben und dann plötzlich zu feuern. So wurde aus denUnstern eines Hauses, in welches eben einige Soldaten des Königin-pügusta-Regiments eindringen wollten, mit weißen Tüchern das Zeichen^williger Uebergabe gegeben. Oberst Graf Waldersee ritt heran, um^ibst Mt den Bewohnern zu unterhandeln, da schoß einer derselben

ihn herab und tödtete den braven Obersten, der erst seit wenigen^9gen von einer bei Gravelotte erhaltenen Wunde wieder hergestelltAuch einen andern Offizier, welcher den vom Pferde Sinkenden^ seinen Armen auffangen wollte, streckte eine Kugel todt zu Boden!. as Schicksal, welches der nichtswürdigen Meuchelmörder wartete, läßt^ denken.

Um 12 Uhr war der Ort vollständig wieder im Besitz der Garde,ochdem noch ein verzweifelter Haufe von 30 französischen Garde-/Psgeurs sich in der Kirche zu halten versucht hatte, so daß die Gre-Mere vom Kaiser-Franz-Regiment die hohen Kirchenfenster erkletternE? hier in gänzlich ungedeckter Stellung aus die verzweifelt sich ver-ewigende Schaar herabsenern mußten, bis sie zum größten Theil

oder verwundet am Boden lag und der Rest sich ergab.

sh j7