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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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An der Loire.

die Südfront Stellung nehmen, um über denselben hinweg den Platzzu beschießen, und den Bahnhof, welcher den Schlüssel zur Ost"feite bildete, unter Mitwirkung von Artillerie durch eine Brigade er-stürmen.

Als die von Westen gegen die Stadt anrückende Infanterie vonden Mauern und Häusern ein heftiges Gewehrseuer erhielt, eröffnetedie der Division zugetheilte bayerische Batterie auf 800 Schritt Ent-fernung ein sehr wirksames Bombardement aus die Stadt, unter dessenSchutze die Infanterie vorging und ein auf der Westseite gelegenesSchloß im Sturmangriff nahm.

Die hinter dem Bahndamm aufgefahrene Artillerie, aus 5 Batte-rien bestehend, schoß bis zum Einbruch der Dunkelheit die Stadt attverschiedenen Stellen in Brand, und als in Folge dessen die Wider-standskraft des Feindes zu erlahmen begann, ließ General von Wittichum 9 Uhr die Stadt erstürmen. In den Straßen, wo die Artillerienur sehr langsam vorzurücken vermochte, kam es zu einem erbittertenKampfe. Die Franzosen vertheidigten, trotz des immer weiter um si^greifenden, von einem Herbststurme neuentfachten Feuers, jedes einzelneHaus, und um den Tirailleurs Bahn zu brechen, mußten die Pionnieredie Wände zertrümmern. Bis Morgens 3 Uhr währte dieser furchtbare Kampf, da erst waren die letzten Häuser im Besitz unseresTruppen. Aber welch schrecklicher Anblick bot sich dem Auge dar!Kaum vermochte man sich auf den Straßen zu bewegen, so dicht warendiese mit verkohlten Balken, ganzen herabgestürzten Dächern und ze^trümmertem Mauerwerk angefüllt. Die Kirche aus dem Marktplatz n>^von den Granaten beinahe vollständig zusammengeschossen und mächtigFelsblöcke und Quadersteine hatten sich aus ihren äußern Wänden los"gelöst. Fast die ganze Stadt stand in einem Feuermeer, das jedes LöscheVersuchs spottete, und was das Entsetzlichste war in den bren-nenden Häusern waren viele verwundete Franzosen, um welche sichKameraden während des Straßenkampfes nicht gekümmert hatten, hülfloszurückgeblieben und die Beute der Flammen geworden.

An eine Unterkunft der deutschen Truppen war unter solchen Um-ständen nicht zu denken, sie mußten sammt ihren Offizieren ans denStraßen bivouakiren.