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Belagerung und Fall von Straßburg.
zösischen Truppen erschien General Uhrich, mit ihm der ArtilleriegeneralBaral, der Admiral Excelmann, welcher bei Ausbruch des Kriegesnach Straßburg beordert worden war, um das Commando über eineRheinflotille zu übernehmen, und ein zahlreiches Gefolge höherer Stabs-offiziere. Der Großherzog und General Werder stiegen von ihrenPferden, um den General Uhrich zu empfangen, dessen Haltung gefaßtund würdig war.
Das Defiliren der Kriegsgefangenen, worunter sich auch Zuaven,Turcos, Zephyrs und Cavalleristen zu Fuß als traurige Ueberbleibselder Schlacht von Wörth befanden, gefchah Anfangs mit leidlicher Ord-nung, ging aber bald in gänzliche Auslösung über und die zum großenTheil betrunkenen Soldaten, welche ihren Offizieren allen GehorsaBverweigerten, zertrümmerten ihre Gewehre und sonstigen Waffen aufdem Pflaster und auf den Brückenpfosten oder warfen sie in den Fe-stungsgraben. Zuletzt mußten die deutschen Truppen, deren muster-hafte Haltung von dem Gebühren der Franzosen glänzend abstach, zurHerstellung der Ordnung selbst einschreiten und die Nachzügler aus derStadt entfernen.
Der Einzug der Sieger in die eroberte Festung war auf den30. September, dem Geburtsfeste der Königin Augusta und zugleichdem Tage festgesetzt, wo vor genau 189 Jahren Straßburg in fran-zösische Gewalt kam. Nach einem allgemeinen Gottesdienste beganndurch das Nationalthor der Einmarsch mit klingendem Spiel. DewZuge 200 Schritt voraus ritten 2 Artillerieunteroffiziere, um die Paffsage freizuhalten, ihnen zunächst folgte eine Abtheilung Feldgensdarmen,dann General von Werder mit seiner Suite, worunter besonders diestattliche Erscheinung des Prinzen Wilhelm von Baden hervorragte,dann kam ein Bataillon des preußischen 30. Infanterie-Regiments/ein Bataillon des badischen Leibgrenadier-Regiments, eine Schwadrollbadischer Dragoner, eine Abtheilung preußischer Festungsartillerie undeine badische Feldbatterie. Die Straßburger Bevölkerung verhieltdiesem militärischen Schauspiele gegenüber theilnahmlos, konnte aberihre Ueberraschung über die kräftigen, fest daherschreitenden Kriegernicht unterdrücken. Auf dem Kleberplatze defilirten die Truppen vordem General Werder, worauf dieser sich mit seinem Offiziercorps