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Einnahme der Festung Tont.
deutscher Offizier mit einem Dragoner, welcher die Parlamentärsflaggetrug, und einem berittenen Trompeter dem Glacis, wo ihm ein Stabs-offizier der Garnison entgegenkam. Der Letztere wurde zum Groß-herzog von Mecklenburg gebracht, der sich kurze Zeit darauf mit seinemStabe nach Toul begab. Nach mehrstündiger Verhandlung wurde,dieCapitulation, ganz nach dem Muster von Sedan, abgeschlossen.
Um 6 Uhr Abends öffneten sich die Thore und ein Füsilierbataillonund eine Compagnie Jäger, welche die nächsten Vorpostenstellungeninnegehabt hatten, rückten in die Festung, um während der Nacht dieinneren Thore zu besetzen. Zu Hunderten eilten die Bewohner derStadt, wie auch Flüchtlinge aus der Umgegend, welche hinter denWällen Schutz gesucht hatten, den einziehenden deutschen Truppen ent-gegen, um sie als ihre Befreier von den Todesgefahren der Belagerungfreudig willkommen zu heißen. Auch die französische Besatzung, welchebereits die Waffen niedergelegt hatte und auf dem Glacis bivouakirte,begrüßte die deutschen Soldaten als Kameraden, und elsässische Roth-hosen umringten die rothbackigen Mecklenburger, um mit ihnen indeutscher Sprache zu plaudern, was freilich bei der himmelweiten Ab-weichung des elsässischen Dialektes vom norddeutschen Platt seine großenSchwierigkeiten hatte.
Am 24. September Morgens hielt die mecklenburgische Divisionunter klingendem Spiele ihren Einzug in die Stadt und defilirte danngegen 11 Uhr zugleich mit den mit ihr vereinigten preußischen Truppenauf dem Marktplatze vor dem Großherzoge, wo ein dreimaliges don-nerndes Hoch auf König Wilhelm ausgebracht wurde.
Die von der Belagerung angerichteten Zerstörungen traten beson-ders in der Nähe der Kirche von St. Gengoult (Gangolf) hervor-Auch die Kirche selbst war arg beschädigt und hatte namentlich durchdie Zertrümmerung des Portalfensters, einem Meisterwerke der be-rühmten Glasmalerei des 15. Jahrhunderts, einen unersetzlichen Ver-lust erlitten. Von der darunter befindlichen Orgel waren nur nochzerrissene Bruchstücke vorhanden. An dem herrlichen Hotel de ville,der vormaligen Residenz der Bischöfe von Toul, waren die Fenstersimse und das Frontispice von Granaten zerrissen, daß fortwährend derEinsturz der noch stehen gebliebenen Mauern drohete, und den Vorhw