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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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Die Schlacht bei Gravelotte.

Mann in die Hände der Unsrigen. Die beiderseitigen Verluste, welchediese mörderische Schlacht, die in der Weltgeschichte nicht leicht ihresGleichen findet, gekostet hat, waren furchtbar. Die Unsrigen verlorenan Todten und Verwundeten 520 Offiziere und 13,000 Mann. Alsnach der Schlacht beim ersten Gardedragoner-Regiment zum Sammelngeblasen wurde, fanden sich unter andern 600 theils matte, theils ver-wundete Pferde ein, welche ihre Reiter eingebüßt hatten und demRegiment folgten. Unter den Opfern dieses ebenso ruhmvollen alsblutigen Tages befand sich auch der Prinz Salm, der dem unglück-lichen Kaiser Maximilian in Queretaro so opsermuthig zur Seite ge-standen hatte. Er fiel als Major im 4. Gardegrenadier-Regiment ander Spitze seines Bataillons vor St. Privat.-

Für den König, welcher am Morgen der Schlacht früh 4 Uhraus seinem Hauptquartier aufgebrochen und den ganzen Tag nicht vomPferde gekommen war, war es zu spät geworden, um den weiten Wegnach Pont-ü-Mousson zurück zu machen. Beinahe hätte der greiseHeld die Nacht im offenen Bivouak bei Rezonville zubringen müssen,doch fand sich für ihn nach stundenlangem Suchen noch eine Stube,wo er auf einem aus dem mitgebrachten königlichen Krankenwagen ge-nommenen Gestell, welches durch ein paar darauf gelegte Sitzkissen ineine Art Feldbett verwandelt wurde, völlig angekleidet und nur miteinein Mantel zugedeckt, der Nachtruhe pflegen konnte.

Erschütternd war der Anblick des Schlachtfeldes, über welchem dieSonne des nächsten Morgens aufging. Auf der von Metz nach Verdunführenden Chaussee schimmerte es von blauen und rothen Uniformen-Der Wind jagte die zahllosen Briefe umher, welche die Gefallenen alsAndenken an ihre Angehörigen in der Heimath bei sich getragenhatten.

Den schlimmsten Anblick boten die Dörfer Rezonville und Vionville,wo Blutlachen die Verbandplätze bezeichneten und die Straßen vonWagen und Bahren mit Verwundeten überfüllt waren.

Die Beerdigung der Todten währte von 2 Uhr Nachmittags bisin die späte Nacht. Von den Regimentsmusiken gespielt, schallte dieMelodie des erhebenden Chorals:Jesus, meine Zuversicht", über dasSchlachtfeld. Die Kameraden der gefallenen Helden bildeten einen