I.
Einleitung.
Der gewaltige Kampf, in welchem das Jahr 1870 Deutschlandmit vernichtenden Schlägen das übermüthige Frankreich zu Boden werfensieht, ist die Frucht der Ereignisse von 1866. Die ungeahnten Erfolgeder preußischen Waffen, die in Böhmen das österreichische Heer vernichtetenund am Main die numerisch überlegenen süddeutschen Armeen schlugen,erweckten die Eifersucht Frankreichs, welches aus eine Niederlage Preußensgerechnet oder wenigstens erwartet hatte, daß die beiden kriegführendenHauptmächte einander aufreiben würden. Aus dem einen wie aus demanderen Falle märe für Frankreich eine Vermittlerrolle erwachsen, diedas Schicksal des geschwächten Deutschland in sein Belieben gestellt unddas linke Rheingebiet in seine ländergierigen Krallen geliefert habenwürde.
Diese Berechnungen des schlauen Franzosenkaisers aber, der seitbeinahe zwei Decennien in srevlerischer Selbstüberhebung die VorsehungEuropas spielte, wurden, durch die damaligen Siege der preußischenArmee schmählich über den Haufen geworfen.
Das ließ die gekränkte Eitelkeit der „großen Nation" nicht schlafen.Kaum waren die preußischen Krieger von den Schlachtfeldern Böhmensheimgekehrt, als auch schon das französische Cabinet eine Note nachBerlin richtete, worin angedeutet wurde, daß die tiefgreifenden Ver-änderungen in der politischen Neugestaltung Deutschlands eine Berichti-gung der französischen Grenzen durch Abtretung deutschen Gebietesnothwendig machen und daß Frankreich die Wiederherstellung seiner
Höcker, Krii g. 1