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AUSFLUG NACH DÄNEMARK.
LUND (JOH. LUDWIG), Professor, geboren zu Kiel im Jahre 1777. Er hat bedeutendeWerke hervorgebracht, und beeifert sich, sein Talent in einer höheren Sphäre zu üben. WasComposition, Zeichnung und Styl anbelangt, so ist er nicht ohne Verdienst: aber mich dünkt,seinem Pinsel und seiner Farbe fehlt es an Kraft. Er hat für das Scldofs Christiansborg grofseGemälde ausgeführt, worunter dasjenige am meisten Lob gefunden hat, welches den HeiligenAnscharius darstellt, wie er den heidnischen Bewohnern Scldeswigs das Evangelium predigt.Die übrigen Gemälde beziehen sich ebenfalls auf die verschiedenen Perioden des Christenthums,welche die Geschichte dieses Landes uns darbietet. Er hat mehrere Kirchcnbilder, historischeBilder und Landschaften gemalt. In Italien hat er sich lange Zeit aufgehalten. Seine künst-lerischen Bestrebungen sind lobenswerth. Unter seinen Gemälden im Schlofse Christiansborggebe ich demjenigen den Vorzug, welches die „Anbetung der Sonne" darstellt. Dieses Werkvereinigt in sich mehrere Arten von Verdienst. Es hat auf mich in jeder Hinsicht einen sehrvortheilhaften Eindruck gemacht. Der Zeichnung und Composition fehlt es nicht an Erhaben-heit; selbst die Farbe ist befriedigend.
HOYER (CHRISTIAN), ein Schüler Abilgaards, hat im Schlofse Christiansborg grofse Ge-mälde ausgeführt. Besonders hat er sieh durch seine „Hcro und Leander", und durch seinen„Besuch Christians IV. bei Tycho de Brahe auf der Insel Hveen", bekannt gemacht: beidesgrofse Gemälde im Börsensaale zu Kopenhagen.
CRATZENSTEIN*-STUB, geboren zu Kopenhagen im Jahre 1783, gestorben 1816. Manmufs ihm eine gewisse Fruchtbarkeit zugestehen. Nach Einigen strebt er nach FranzösischerAnmuth der Davidschen Zeit; Andere finden, dafs er etwas von Van der Velde hat. Mirscheinen diese beiden Urtheile einander zu widersprechen: ich erwähne ihrer auch nur, dennich für mein Theil fühlte mich wenig geneigt, vor seinen Werken zn verweilen; besondershabe ich mich eilig von demjenigen abgewendet, welches sich im Museum befindet, und „Hal-cionen, wie sie das Meer betrachtet" darstellt. Er hat Gegenstände aus Ossian und aus der
Nordischen Götterlelire behandelt, und auch Bildnisse gemalt.
BLUNK (DITLEF), geboren im Holsteinschen um das Jahr 1800. Er hat sich vortheil-haft bekannt gemacht durch seine „Vision Ezechiels" und durch seinen „Christus, wie er sei-nen Jüngern die Füfse wäscht"; zwei schöne Gemälde, die er während seines Aufenthaltesin Rom gemalt hat. Man hat von ihm mehrere Kirchengemälde, Genrebilder und Portraits.Seine Vision Ezechiels ist in Poussins Art componiert und aufgefafst. Es ist ein herrlichesWerk, und, meiner Meinung nach, das schönste unter allen, die ich von neueren DänischenMalern kenne. Der König hat eben jetzt ein grofses Gemälde bei ihm bestellt. In der letztenZeit hat er viel Bildnisse gemalt. Seinem Pinsel felüt es vielleicht an Kraft; dies ist der ein-zige Vorwurf, den ich ihm machen möchte.
RÜCHLER (ADOLPH), geboren zu Kopenhagen um das Jahr 1800, befindet sich gegen-wärtig in Rom, wo er mit Erfolg sein Talent übt. Man hat mir seinen „Christus, wie erdie Kranken heilt", gerühmt. Er hat in Rom auch viele schöne Genrebilder gemalt. Thor-w T aldsen besitzt von ihm ein „Familiengemälde aus der Umgegend von Rom", welches sehrgelobt wird. Die Genrebilder, welche ich auf der Ausstellung im Jahre 1840 von ihm gese-hen habe, scheinen mir geistreich aufgefafst und gut ausgeführt zu sein; besonders der „kleineKnabe, welcher aus einem Kruge trinkt, den ein Mädchen auf dem Kopfe trägt."
Nader schreibt: Krazenstein.