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AUSFLUG NACH DÄNEMARK.
Die ruhmvollen Regicrungsjahre Cliristians IV. hatten ihre geschickten Maler. KARL VANMANDER, ein Enkel des gleichnamigen Geschichtschreibers der Niederländischen Maler, ge-hört dieser Zeit an. Er starb im Jahre 1672. Man sieht im Königl. Museum mehrere Ge-mälde von ihm, die nicht ohne Verdienst sind. Van Mander war aus Delft gebürtig.
Zu derselben Zeit besafs Dänemark noch einen andern Maler, dessen Name nicht bis aufuns gekommen ist, der aber in einem grofsen Bilde, welches sich auf dem Museum befindet,und den Arzt Christians IV., Ole Worm und seine Familie, darstellt, ein ehrenvolles Anden-ken seines Talentes hinterlafsen hat.
DITMAR (HEINRICH), geboren in Ditmarsen, lebte unter der Regierung Friedrichs III.(um das Jahr 1680), und hat gute Bildnisse in Rembrandtscher Manier gemalt. Das Portraitdes Wachsbossirers Simon, welches sich im Museum befindet, ist sehr schön.
Das Verzeichnis der Gemäldesammlung des Königlichen Museums, von Spengler, enthält nochviel andre Namen von Dänischen Künstlern und von solchen, welche im 17ten und 18tenJahrhundert in Dänemark gelebt haben.
ABHjGAARD (NIKOLAS), geboren zu Kopenhagen im Jahre 1744, gestorben 1809. Manhat mir gesagt, dafs er die Lehren des Mengs mit den Vorschriften Davids und seiner Schulezu vereinigen gestrebt habe. Er hat in den Palästen des Königs und der Prinzen grofse alle-gorische und historische Gemälde ausgeführt. Seine bildlichen Darstellungen lafsen kalt, undich weifs nicht, ob seine Geschichtsbilder gröfseres Verdienst haben. Er hat Talent für dieBaukunst gezeigt. Die Verzierungen an dem Palaste, welchen der König als Kronprinz be-wohnte, hat er componiert.
Das alte Schlofs in Christiansborg, welches im Jahre 1794 abbrannte, enthielt Werke vonAbilgaard. Die Skizzen zu diesen Gemälden bewahrt die Privatsammlung des Königs. Ful-das Schlofs Frcdensborg hat er eine Reihe Darstellungen nach Tercnz gemalt. Als Profes-sor der Akademie hat er auf die künstlerische Erziehung und Entwickelung Thorwaldsens,der ihn als seinen Wohlthäter betrachtet, sehr grofsen Einflufs gehabt. Sein „Hamlet bei derKönigin von Schottland", im Museum, hat einen wenig günstigen Eindruck auf mich ge-macht.
Der Professor ECKERSBERG (CHRISTOPH WILHELM), geboren im Herzogthume Schles-wig, im Jahre 1783, ist in seinem Vaterlande als Geschichts-, See-, Bildnis- und Genremalersehr bekannt und geachtet. Er begann seine künstlerische Laufbahn in Kopenhagen, undsetzte sie demnächst in Paris, in Davids Atelier, fort. In Rom hat er ein sehr schönes Bild-nis Thorwaldsens gemalt. Ich habe zu verschiedenen Malen seine Werkstatt besucht, wo ichseine Studien nach der Natur bewundern konnte, die sich durch sehr grofse Einfachheit undNatürlichkeit auszeichnen. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten rechnet man seinen „Moses, derdie Israeliten durch das Rolhe Meer führt"; den „Tod Baldurs", aus der Nordischen Götter-lehre, und „Axel und Walborg", nach einer der ergreifendsten Sccnen aus dem so benanntenTrauerspiele von Öhlenschlägcr. Der Doclor Fengcr besitzt von ihm „Fischer, welche einenNachen an das Land ziehen"; ein allerliebstes Bild.
Eckersberg hat in grofsen Gemälden, welche jetzt das Schlofs Christiansborg zieren, Gegen-stände aus der Dänischen Geschichte behandelt. Dies sind vielleicht seine besten Arbeiten.Die reichste Compositum darunter ist „ die Eidesleistung an König Friedrich HL". Seine Farbeist nicht durchsichtig genug, und spielt ein wenig ins Graue; seinem Style fehlt es an Erhe-bung, aber seine Zeichnung ist rein.