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AUSFLUG NACH RUSSLAND.
welche bei den Nachgrabungen von Hcrkiilanum und Pompeji entdeckt wurden; wie melodra-matisch dieses Durcheinander von gewaltsamen Handlungen und Ausdrücken sei, dieser Kampfdes Leiblichen mit dem Geistigen im Menschen, überherrscht von dem Gedanken einer bevor-stehenden schleunigen Vernichtung; wie sehr das Auge durch den Widerspruch be-leidigt werde, dafs diese Bildsäulen und Bauwerke, die durch das Erdbebenaus dem Gleichgewicht gebracht, in der Luft schweben bleiben, ohne dafs derAugenblick ihres Niedersturzes sich absehen liefse; wie unnatürlich jene Aschen-und Steinregen erscheinen, die über eine ganze Bevölkerung hereinbrechen, und tödten, ohnejedoch irgend jemand zu berühren; und wie man endlich alles Begeisternde und Kräftigefast gänzlich vermisse, so dafs ein so überaus schrecklieber und tragischer Auftritt, wie diesesGemälde darbietet, den Zuschauer, anstatt ihn tief zu erschüttern, kalt und theilnamlos last.Zwar waren diese Fehler, zum Thcil wegen bestimmter Aufgabe des Künstlers, unvermeid-lich: indessen hätte er doch seine Darstellung mehr erwärmen können, wenn er in einerHaupthandlung einen Mittelpunkt geschaffen hätte, um welchen die Nebenhandlungen sich grup-pirt hätten."
Diejenigen Stellen, welche meinem Urtheile über dieses Werk entsprechen, sind mit gesperr-ter Schrift gedruckt.
Ich habe mich beeilt, meine Leser mit Brüloff zu beschäftigen; nun aber wollen wir un-sern Gegenstand in gehöriger Ordnung abhandeln, und dann zu seiner Zeit wieder auf Brü-loff zurückkommen.
Die folgenden Nachrichten sind mir gröstentheils von zwei sehr eifrigen Kunstfreunden inSt. Petersburg mitgethcilt worden. Die des einen von ihnen habe ich mit einfachen, und diedes andern mit Doppelhäkchen bezeichnet, um sie von einander zu unterscheiden.
Die Heiligenbilder und alle übrigen heiligen Gegenstände, welche man von Jalrrhundcrt zuJahrhundert bis auf die Gegenwart in Rufsland, in den Kirchen, wie in den geringsten Hütten,unveränderlich wiederholt sieht, stammen aus Byzanz, der Wiege der Griechischen Kircheund der damit verbundenen bildlichen Überlieferungen. Diese Bilder machen eine eigene Gat-tung aus, und sind keine eigentlichen Kunstgegenstände: sie haben wenig mit der Natur ge-mein, und ermangeln aller Poesie.
„Peter der Grofse hat mehrere junge Leute nach Holland und Italien reisen lafsen, um dortdie Kunst zu studieren. Unter diesen haben sich MATWEJEFF als Bildnismaler, WASSIL-JEWSKI, MERKURIEFF und NIKITIN als Geschichtsmaler am meisten hervorgethan. Vondem letzten befindet sich ein Christus in der Kapelle des Anitschkoffsehen Palastes. Doch erstseit der Stiftung der Akademie der schönen Künste durch die Kaiserin Elisabeth, im Jahre1758, und vornämlich seit der Umgestaltung derselben durch die Kaiserin Katharina, hat dieMalerei in Rufsland angefangen merkliche Fortschritte zu machen."
„Der erste Russische Maler, der eine gewisse Anzahl Schüler um sich versammelte und bil-dete, war LOSSENKO, gestorben im Jahre 1773. Er war ein Zögling der Akademie, ver-vollkommnete sich in Italien, und ward bei seiner Zurückkunft Professor, und später Directorder Akademie. Sein Hauptverdienst bestand in correcter Zeichnung, und noch heute zeichnen