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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH ENGLAND.

Wir wollen liier einen prüfenden Blick zunächst auf die Ausstellung der Königlichen Aka-demie werfen. Hiebei werden wir auf die bereits angeführten Namen zurückkommen, unddie Bekanntschaft neuer machen.

Die Ausstellungssäle der Akademie wurden am 8ten Mai eröffnet. Zweidrittel der für dieGemälde bestimmten Räume waren von Bildnissen eingenommen.

Die Gesammtwirkung der Ausstellung ist eine glückliche, und ihr erster Eindruck ein gün-stiger zu nennen; sie erfreut den Blick, und ihre Anordnung sagt dem Geschmacke zu. Esläfst sich dieses in mehr als einer Hinsicht behaupten; einmal, weil in England so Vieles treff-lich gemacht wird; dann, weil die dort zu Gebote stehenden Hülfsquellcn unermefslich sind;endlich und hauptsächlich, weil bei den hiesigen Ausstellungen auf die Hervorbringung einessehr vortheilhaften Gesammteindrucks ungemein viel Sorgfalt verwandt wird. In der Thatgewährt die grofse Übereinstimmung, welche unter dieser unermefslichen Menge von Gemäl-den aus so viel verschiedenen Werkstätten herrscht, beim ersten Anblick ein überraschendesSchauspiel, und der Eintretende glaubt eine von einem einzigen Künstler gemalte, herrlicheTheaterdecoration zu erblicken. Diese so grofsartige und überraschende Wirkung hat mireiner der ausgezeichnetesten Maler in London durch die Worte erklärt: „T/wJirst and chiefohjeet of the English S/wol is, to delighl the eye. Jf ihere is no glowing of colour, all otherrnerit is not cared for"; oder ,,If ihere is not an agreable general ejfect of colour or chiaro-scuro a piclure is in danger of heing passed over wluäever other merit it may have." Da-her sind oft die Maler, mögen sie nun die ernstesten und erhabensten Gegenstände behandeln,oder nur Bildnisse, Genrebilder oder Landschaften malen, lediglich auf die Wirkung bedacht,welche ihr Werk auf der Ausstellung neben anderen Gemälden hervorbringen werde, vonderen Glanz sie schon im Voraus überzeugt sind. Man hascht hier so sehr nach dem Ge-sammteindracke, dafs oft ein Bild, welches sorgfältig vollendet aus der Werkstatt kam, imAusstellungssaalc selbst sich noch eine Überpinsclung gefallen lafsen mufs, und erst im Augen-blicke, wo es vor dem Publikum erscheinen soll, die kühnsten und glänzendsten Farben-effeetc erhält. Solches wird nun in den Räumen der Ausstellung und an der Stelle selbst vor-genommen, welche das Bild während der ganzen Ausstcllungszcit einnehmen soll. Man hatmich versichert, dafs viele, aus der Werkstatt so anspruchslos gekommene Gemälde sich indieser Art für die Ausstellung mit glänzenden Farben bereichern, und in das Atelier zurück-gelangt, hier wieder den allzu glänzenden und kecken Schmuck ablegen, mit welchem sie zudem grofsen öffentlichen Feste bekleidet waren. So sehr wird hier der allgemeinen Meinungund der Mode gehuldigt. Ich weifs nicht, wie weit man es hierin treiben wird: aber beimAnschauen vieler neuen Werke hat es mir doch geschienen, dafs man kaum noch weiter ge-hen kann.

Ich beschreibe hier den Eindruck, den die Ausstellung im Jahre 1835 auf Herrn Waagengemacht hat, mit den eigenen Worten dieses Schriftstellers: „Der Gesammteindruck ist kei-nesweges befriedigend. Die grofse Masse der Bilder zeigt, mit denen der älteren EnglischenMaler verglichen, eine zunehmende Vcrilachung und Verwilderung. Individuelle Beseelung,Zeichnung, Wahrheit der Farbe, fleifsige Ausführung, sucht man hier umsonst. Alles läuftdarauf hinaus, durch die grellsten Gegensätze, die schreiendsten Farben, einen bedeutungslosen

Ordnung angenommen, um mich nicht auf einen Vergleich dieser Künstler mit einander nach ihrenVerdie.nsten einlafsen zu dürfen, was mich in einige Verlegenheit gesetzt haben würde.

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