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AUSFLUG NACH ENGLAND.
grofscn Wert]]. Er hat oft Gehölze und Lustwäldchen gemalt, und diese mit zahlreichen über-aus kleinen Figuren, meistens Frauengestalten, ausstaffirt, deren Köpfe mir aber ungebührlichdick vorkamen. Diese Frauen sind nach der Mode zur Zeit der Französischen Revolutiongekleidet: mit herabwallenden Haaren, Mousselin-Schleiern, kurzen Leibchen, und in antik-republikanischer Einfachheit.
Director Waagen fällt über diesen Künstler ein günstiges Urlheil. Er erkennt in ihm einesehr grofse Erfindungsgabe, Sinn für das Anmutliige, eine heitere blühende Färbung, Unge-zwungenheit in den Stellungen und Bewegungen seiner Figuren, und eine dichterische Ein-bildungskraft. Er findet auch, dafs er in der Farbcngebung und Composition oft Ähnlichkeitmit Watteau hat. In dieser letzteren Hinsicht bin ich mit Dr. Waagen vollkommen einver-standen: in jeder andern aber kann ich Stothard nicht so unbedingt loben (X).
FLAXMAN (JOHANN). Er wurde im Jahre 1755 geboren; er war Zeichner, Maler undBildhauer. Er hat Bilder nach Homer, Hesiod, Äschylus und Dante dargestellt, welche nachund nach herausgegeben, und von einem zahlreichen Publikum mit Beifall aufgenommen wur-den. Es sind gröstentheils nur Umrisse, zuweilen leicht schattirt. Alle diese Darstellungentragen das Gepräge erhobener Bildwerke.
In dem Werke „Winkelmann und sein Jahrhundert" wird Flaxmans Talent als ein sehroberflächliches geschildert, und ich stimme diesem Urtheilc bei. Er blühte zu Ende des IStenund anfangs des 19tcn Jahrhunderts. Von seinen Bildhaucrarbeiten kenne ich nur eine, diemit Basreliefs gezierte Kamineinfafsung bei Herrn Samuel Bogers; von seinen Kupferstichenaber habe ich viele gesehen, unter denen mich jedoch keiner angezogen hat (X).
Flaxman stellte im Jahre 1770 in der Akademie sein erstes Werk aus, einen Neptun, undsein letztes, Kemble's Statue in Marmor, sah man ebendaselbst im Jahre 1827, welches aufsein Todesjahr folgte.
Während seiner 57jährigen Künsllerlaufbalm hat er eine grofse Menge Bildhauerwerke, Sta-tuen sowohl als Basreliefs, ausgeführt.
Herr Waagen fällt ein günstiges Urthcil über ihn.
LAWRENCE (Sir Thomas), geboren 1768, ist vor wenigen Jahren gestorben. Er hat un-zählige Bildnisse gemalt. Ich führe hier diejenigen an, welche ich gesehen habe.
(X) „Er war von den Gefühlen durchdrungen, und besafs alle die natürlichen Anlagen, die denKünstler ausmachen, und seine Werke zeugten, bis er das höhere Alter erreicht hatte, immer vonGeschmack. Stets erfafste er rasch und treffend den Charakter, der den verschiedenen Kunstthätigkei-ten, denen er sich zu verschiedenen Zeiten seines Lehens hingegeben hatte, jedesmal angemefsen war.Für Lord Burleigh hat er Treppenwände mit allegorischen Darstellungen im Style des Rubens be-malt. Für Holzschneider zeichnete er auf Holz mit dem feinsten Gefühle, und in derjenigen Weisewie sie eben dem Holzschnitte am aller angemefsensten ist. Seine Zeichnungen zu Schmucksachenaus edlen Metallen sind der schönen Florentinischen Epoche würdig. Die Lieblichkeit seines Ge-schmacks hat ihm unter den Coloristen eine hohe Stelle gesichert, und seinen Styl bezeichnet manam besten mit den wenigen Worten: er war immerdar der Bekämpfet- des Gemeinen."
(X) „Wer Flaxman würdigen will, möge sich den Zustand der Bildhauerkunst in Europa zu derZeit vergegenwärtigen, wo dieser Künstler seine Laufbahn begann. Die Wiederherstellung des Ge-schmacks wird allgemein Canova zugeschrieben: aber Flaxman ging ihm schon, der Zeit nach, voran,und war ihm an Geschmack überlegen. Seine Zeichnungen, die einst in ganz Europa enthusiastischeBewunderung erregten, sind bedeutende Beispiele von plastischem Ausdruck. Ich habe ihm vonzwei sehr achtbaren Gewährsmännern, von Cornelius und Ingres, die grösten Lobsprüche ertheilengehört."