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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH ENGLAND.

Galerie befindlichen Gemälde von ihm, die jedermann aus den Kupferstichen kennt: „die Hci-rath nach der Mode", „der Ehecontract", „nach der Hochzeit", „der Putztisch", „der Zwei-kampf", „der Tod der Gräfin", sind schwach gemall und haben einen grauen Ton (X). SeineKupferstiche gefallen mir ohne allen Vergleich befser. Hogarth ist grofs in seiner Art. DasTalent, womit er Scencn aus dem Volksleben zeichnet; der Witz und der Humor, womit erdie Verkehrtheiten und Laster seines Jahrhunderts darstellte; die beifsende Satire, welcheseiner Künstlernatur eigenthümlich ist; die Wahrheit, womit er das Elend und die Verworfen-heit darzustellen verstand; der Einflufs, den er auf alle Caricaturzeichner ausgeübt hat, welcheseitdem das eigenthümliche Talent der Engländer für dieses Fach dargethan, — haben ihmeine grofse Berühmtheit verschafft. Ich wüfste nicht, dafs er in irgend einem Lande einenNebenbuhler hätte: es wäre denn vielleicht Kaulbach, so wie wir ihn durch seinen „Ver-brecher"*, durch den Holzschnitt aus seinem „Irrenhause", und durch viele andere ähnlicheCompositionen kennen gelernt haben.

REYNOLDS, Sir JOSHUA (geboren 1823, gestorben 1792), ist das eigentliche Haupt derEnglischen Schule, wenn man die Reihefolge der nach ihm gekommenen Künstler so nennenwill; denn unverkennbar haben viele derselben in ihren historischen Gemälden oder in ihrenBildnissen grofse Ähnlichkeit mit ihm. Das Schlofs des verstorbenen Lords Egremont, zuPctworth, enthält mehr als zwanzig Gemälde von Reynolds

nicht,

Herr Eastlake aber hat sie mir gerühmt,

Ich kenne diese Sammlungund „den Tod des Cardinais Beaufort" als

eins der schönsten Bilder derselben namhaft gemacht. Eben daselbst befinden sich auch vor-treffliche Werke Venclianischer Meister, von denen jedoch, wie Herr Eastlake sagt, keinsdem ebengedachten Bilde von Reynolds an Farbenglanz und Wärme des Colorits gleichkömmt.Dasselbe soll den schönsten Rembrandtschcn Gemälden in dieser Beziehimg nichts nachgeben.Reynolds zeichnet sich überhaupt durch eine wahrhaft überraschende Wärme des Coloritsaus, und alle seine Werke bezeugen es. Im Buckingham- Palast befinden sich zwei grofseGemälde von ihm, die mir sein Talent in einem sehr vortheilhaften Lichte gezeigt haben; zu-mal die „in einem dickbelaubten Gebüsche nackt daliegende Frau". Hätte ich von Reynoldsnichts gesehen, als diese nackte Frau, und den Kopf, der sich in der National-Galerie be-findet und unter dem Namen des „verbannten Lords (banished Lord)" bekannt ist, so würdeich schon von ihm eine hohe Meinung mit zurückgebracht haben; dieser Kopf ist eben soschön als ein Tizian oder Morone: aber ich glaube, dafs seine Art zu malen auf die derneueren Künstler Einflufs ausgeübt hat, und so bedaure ich, dafs seine Zeichnung nicht cor-recter und sein Styl nicht reiner ist. Dennoch mufs ich gestehen, dafs Reynolds gute Bild-nisse gemacht, und dafs Lawrence, derselben Richtung folgend, ebenfalls Portraits gemalt

vertraut zu machen, mau alle die besten Künstler desselben kennen lernen mufs; und gerade die Aus-stellung, welche Sie zu sehen Gelegenheit hatten, war in dieser Beziehun» lückenhaft." So, z. B., sahman daselbst nichts von zweien unserer ausgezeichnetesten Bildhauer, Chautrey und Westmacott demÄlteren, deren Werkstätten Sie nicht einmal besucht haben; auch Collins, den die öffentliche Meinungin der Malerkunst sehr hochstellt, hatte ebenfalls nichts ausgestellt: nur im Vorbeigehen gedenken Sieeiner einzigen seiner Arbeiten, die Sie bei Herrn Morrison gesehen haben."

(X) Man hat fein ausgeführte Gemälde von durchsichtiger Farbe von ihm. Man kann allerdingsim Allgemeinen von ihm sagen, dafs seine Werke eben nicht von überraschender Wirkung sind; aberder Ausdruck schwach gemalt, pafst auf sie nicht, wenn damit gesagt sein soll, dafs es seinerPinselführung an Kraft und Lebhaftigkeit fehle.

* Ein Steindruck darnach befindet sich im Bilderhefte zum II. Bande.