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AUSFLUG NACH BELGIEN.
den Jahren 1835 und 1836 erschien von ihm, unter dem Titel: Physionomie de la societe enEurope, eine Sammlung lithographierter Blätter mit Darstellungen aus der Zeit Ludwigs XI.his auf unsere Tage, deren jede gewissermafscn ein ganzes Zeitalter zusammenfafst. Die Ori-ginalzeiclmungen zu diesem Werke, in Aquarell gemalt, bilden einen Theil der reichen Samm-lung des Ritters de Coninck zu Gent: es sind wahre Gemälde, voller Farbe, Übereinstimmungund Kraft, eben so geschmackvoll als geistreich gezeichnet und entworfen, und mit einer Fein-heit und Gründlichkeit gemalt, wie man sie nur bei den guten Meistern der alten Holländi-schen Schule antrifft. Dieser Künstler beschäftigt sich gegenwärtig mit den Zeichnungen, welchezu seiner Sammlung von „Darstellungen aus dem Leben der Niederländischen und Holländi-schen Maler" bestimmt sind. Man darf behaupten, dafs vielleicht nie und nirgend so schönin Aquarell gemalt worden ist, als von Madou. Als tiefer Beobachter, als Colorist wie eswenige giebt, und untadeliger Zeichner, hat er bis heute noch keinen Nebenbuhler gefunden.Seine Arbeiten werden von den Liebhabern sehr gesucht, und man findet sie in den berühm-testen Zeichenmappen aller Hauptstädte Europa's.
Nächst Madou nennen wir VAN DER HAERT, Professor der Zeichenkunst an der König-lichen Kupferstccherschule in Brüssel. Er ist einer der correctesten und gelehrtesten Zeich-ner in Belgien. Er hat eine grofse Menge Zeichnungen und Studien gemacht. Wir kennenvon ihm nur ein einziges Gemälde: ein im Jahre 1836 in Brüssel von ihm ausgestelltes Fa-milienbild. Diese Arbeit rechtfertigte den grofsen Ruf, dessen er unter allen Belgischen Künst-lern sich erfreut. Er hat eine grofse Anzahl Portraits in Steindruck herausgegeben, von de-nen viele, wegen ihrer köstlichen Ausführung und gewifsenhaften Strenge der Arbeit, vonKennern sehr gesucht werden.
PAUL LAUTERS, aus Brüssel, ist ebenfalls Professor der Zeichenkunst an der KöniglichenKupferstecherschule daselbst. Er zeichnet hauptsächlich Landschaften in Aquarell, und hatsich in diesem Fache einen bedeutenden Namen erworben. Kein Album eines Kunstliebha-bers, sei es auch noch so unvollständig, will ohne irgend eine Arbeit dieses Künstlers bleiben.Lauters hat eine Bienge Steindrücke herausgegeben, die sich bemerklich machen durch dieFarbe, die er blofs mit Hilfe des Bleistifts hervorzubringen weifs, und durch kräftigen undfesten Pinselstrich. Eben jetzt beschäftigt ihn die Herausgabe einer Sammlung von Stein-drücken nach Gemälden, Zeichnungen und Bildhauerarbeiten unserer lebenden Künstler, unterdem Titel: Neues Belgisches Museum (Musee Beige moderne).
THEODOR FOURMOIS ist auch ein sehr talentvoller Aquarellmaler. Er hat eine MengeZeichnungen und Lithograpliien geliefert, sämmtlich Landschaften.
GUSTAV SIMONAU, aus Brügge, gegenwärtig in Brüssel, nimmt unter den Aquarell- undSteinzeichnern eine bedeutende Stelle ein. Er giebt in diesem Augenblick seine prächtigeSammlung Gothischer Baudenkmale heraus. Einige Blätter dieses Werkes sind bereits erschie-nen: die Hauptkirchen in Brüssel, in Antwerpen, in Rheims, in Chartres; die Rathhäuser inBrüssel und Löwen; die Markthalle in Ypern u. s. w. Alle sind vorzüglich durch Zeichnung,Farbe und Wirkung. In der Ausführung bemerkt man einige Ähnlichkeit mit den ArbeitenProuts, aber mehr Feinheit in Behandlung der Einzelnheiten, als die so bekannten Zeichnun-gen des Englischen Künstlers haben.
Dies sind nun die Namen der vornehmsten Belgischen Maler und Zeichner.