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AUSFLUG NACH BELGIEN.
Unter unsern Malern „innerer Ansichten von Städten", machen wir drei namhaft: Bossuet,Ruyten und De Noter.
F. BOSSUET, in Brüssel, ist Professor der Perspective an der Kunstakademie dieser Stadtund Verfasser eines Lehrbuchs üher diesen Theil der Malerei. Er stellte zuerst im Jahre1830 eine „Ansicht der St. Gudulakirche in Brüssel" aus. Zur Ausstellung des Jahres 1833brachte er eine „Stadtgegend von Brügge", und „den Fischmarkt in Antwerpen", nachdemer schon ein Jahr vorher zur Ausstellung in Gent den „Fischmarkt von Ostende" gesandthatte. Auf der Ausstellung in Brüssel, im Jahre 1836, erschien er mit einer „Uferansicht inMecheln", und einer „Abbildung der Abtei Saint Amand in Rouen." Seitdem hat er unsauf verschiedenen Ausstellungen in der Provinz und im Institute der schönen Künste verschie-dene andre Bilder gezeigt, darunter eine „Ansicht von Andernach", und eine „Ansicht derSt. Dionysiuskirche in Lüttich." Bossuet hat Zeichnung, Farbe, Übereinstimmung und einenfesten Pinselstrich.
Nach ihm folgt JEAN RUYTEN
Er ist der geschickteste unter unseren Malern dieses Fachesaus Antwerpen.
Dieser Künstler begann mit der Genre -
und Landschaftsmalerei. Er stellte im Jahre 1833 in Brüssel ein „Mittagsmal", und ein Jahr
Im Jahre 1835 sandte er zur
,Verwüstung einer Kirche" im
Auf der National -Kunstausstellung des Jahres 1836 sah man von ihm das
Mehrere andere Erzeugnisse seines Pinsels
darauf in Antwerpen eine „Landschaft nach der Natur" aus.
Ausstellung in Gent eine „innere Ansicht einer Stadt" und die
16ten Jahrhundert.
„Innere einer Stadt" und eine „Stadtansicht."
waren in den Jahren 1837 und 1838 in Gent und in Antwerpen zu sehen.
Ruyten ist noch
sehr jung, und noch kein ausgebildeter Künstler. Es ist in ihm noch jene Überfülle derKraft, welcher allein Alter und Erfahrung eine gute Richtung geben können. Er hat vielGeschmack, und wählt, oder, richtiger gesagt, er componirt seine Ansichten gut; sein Coloritist von grofser Wärme, und. seine Pinselführung ist geistreich. Er spielt aber etwas zu sehrmit dem Lichte, und bringt dadurch oft eine widernatürliche Wirkung hervor. Oft auch fehlt,in Folge dieser Übereilung, seinen Bildern die Übereinstimmung, die seine sonst so reiche,glänzende und abwechselnde Färbung leicbt hervorbringen könnte. Alter und Erfahrung wer-den den jungen Maler vollenden, dem eine schöne Zukunft bestimmt ist.
PETER DE NOTER, geboren zu Walhem im Jahre 1779, ist Professor an der Akademiein Gent. Auf allen vaterländischen Ausstellungen seit dem Jahre 1820 bis jetzt, hat man Ar-beiten von ihm gesehen. Niemand malt in seinen Landschaften selbst die geringste Kleinig-keit so genau, wie er. Man könnte an seinen Gebäuden die Dachziegel und Mauersteinezählen. Kaum vermag man sich eine Vorstellung zu machen von dieser Strenge, die nichtszu wünschen übrig läfst: es ist der Gipfel der Kunst in dieser Hinsicht. Es fehlt auch nichtdas Allergeringste, nicht das Allerkleinste ist vergessen. Wenige Meister der alten Holländi-schen Schule haben so viel Geduld bewiesen. Was aber De Noter nicht hat, und was erauf seinem Standpunkt nicht erreichen kann, ist GesammtWirkung. Auch sind seine Gemäldemeistentheils kalt, wiewohl in aller Hinsicht von einer fast zur Verzweiflung bringenden Wahr-heit, einer materiellen Wahrheit, die nichts von der dichterischen Wahrheit Bossuets und DeRuytens hat.