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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH BELGIEN.

Jetzt haben wir noch von denjenigen Landschaftern zu sprechen, welchen die Ausstellung desJahres 1836 Gelegenheit gab, sich zu zeigen. Diese sind: De Marneffe, Perlau und Verwee.

FRANZ DE MARNEFFE, geboren zu Brüssel, war lange ungewiss, zu welchem Zweigeder Malerei er am meisten berufen sei. Geraume Zeit ging er uieserhalb mit sich zu. Ratheund machte allerlei Versuche. Mit der Genremalerei fing er an, widmete sich dann der Land-schaft, kehrte hierauf zum Genre zurück, ergriff dann die Geschichtsmalcrei, und gab sichabermals der Landschaft hin. Im Jahre 1832 gab er zur Ausstellung in Gent:Jäger, voneinem Platzregen überfallen", und dieAnsicht einer Mühle zu Saint Lambert-Wolume." Imfolgenden Jahre erschien auf der National-Kunstausstellung sein Gemälde:Donna Anna vonPortugal singt vor König Karl II. von Spanien." In Antwerpen und Gent zeigte er, dort 1834,hier 1837, mehrere Landschaften. Bis zur Eröffnung der Brüsseler Ausstellung im Jahre 1836hatte De Marneffe nichts als unbestimmte Versuche und Studien gemacht: jetzt erschien er aufeinmal daselbst mit einem grofsen, beinahe historischen Gemälde: Karl IL, König von England,sucht nach der Schlacht von Worcester einen Zufluchtsort in dem von Cromwells Soldatenumzingelten Walde von Boscobald. Die Gebrüder Pendercll, die Führer des flüchtigen Königs,bewegen ihn, eine Eiche zu besteigen, um sich der Verfolgung seiner Feinde zu entziehen.Dies ist die Handlung, wodurch der Künstler das Innere des Waldes belebt hat. Hier zeigensich dichte und düstere Massen des kräftigsten Pflanzenwuchses; riesenmäfsige, wild aufgewach-sene Baumstämme, die ihre ungeheueren Äste durch einander schlingen und sich durch allerleiRanken - Gewächse mit einander verflechten, und nur hie und da eine tiefe lichte Stelle offenlafsen, durch welche die Sonne brennende Streiflichter hereinwirft. Dies Gemälde war fürunsere Landschafter eine ganz ungewöhnliche Erscheinung. Bisher hatten die meisten sich dar-auf beschränkt, die Natur ganz ungekünstelt und rein materiell so wiederzugeben, wie sie ihremAuge sich darstellte. Einigen unter ihnen war es zwar schon gelungen, das so Gesehene dich-terisch auf die Leinwand zu übertragen; Andere hatten sogar schon in der Wahl ihrer Na-tur sich als Dichter gezeigt: aber keiner noch halte mit solchem Erfolge versucht, hie undda Gesehenes zu verbinden, und daraus ein so grofses und dichterisches Ganzes zusammenzu-stellen, wie dieses Gemälde darbot. Noch hatte keiner von unsern jungen Künstlern es biszu einem so hohen geistigen Verständnisse der Landschaft gebracht; noch hatte keiner seinenerfundenen Landschaften ihren eigentümlichen, wir möchten fast sagen persönlichen Charakterund Gesichtszüge, in solchem Grade zu geben gewust. Der Gesichtspunkt Van Everdingens,Ruysdaels und Hobbcma's war in Vergefsenheit gerathen; De Marneffe versuchte es, sich wie-der darauf zu versetzen, und sein Wald von Boscobald war der von Erfolg gekrönte Versuch.Zwei andere Landschaften desselben Künstlers, einWafserfall", und eineHetzjagd im Waldevon Soignes", wiewohl gut ausgeführt und von guter Wirkung, standen hinsichtlich der Auf-fassung dem Boscobald-Walde nach. Im Jahre 1837 aber sah man auf der Aussteilung inAntwerpen von De Marneffe wiederumeinen Waldgrund", der den Boscobald-Wald nochübertraf. Es war eine wilde unheimliche Natur, ein Pflanzenwuchs, der uns Furcht erregt,als lauere darunter irgend eine unbekannte Gefahr: etwa ein Eber im Grunde jenes Morastes,den vielleicht niemals eines Jägers Fufs betreten hat; oder ein Wolf unter jenen sich weithinstreckenden Zweigen, oder in dem Dickicht jener hoch aufgewachsenen und undurchdringli-chen Gräser.

Diese beiden Gemälde haben in der neueren Belgischen Landschaftsmalerei eine neue Bahneröffnet, und erheben De Marneffe auf eine hohe Kunststufe. Er ist dazu berufen, die von

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