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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH BELGIEN.

war, so erregte es doch schon das gröste Aufsehen. Es war von unglaublichem Farbenglanze.Obgleich die Farben nicht übertrieben waren, und überdies vollkommen in Harmonie standen,so hätte man dem jungen Künstler dennoch einen zu grofsen Farbenaufwand vorwerfen kön-nen, einen Glanz, welcher nicht zu der ernsten und schmerzlichen Strenge des Gegenstandesstimmte. Auch wäre etwa zu tadeln gewesen, dafs die Gestalt Christi vor der allzugrofsenAnzahl der übrigen Figuren fast verschwände, und dafs der Hauptmoment der Darstellung,in der Umgebung von drei oder vier Episoden, fast gänzlich zurückträte. Man hätte hinzu-fügen können, der Künstler habe zu viel gethan. Aber dies entsprang nur aus der Überfülleder Einbildungskraft. Es waren hier drei Bilder in einem einzigen Rahmen. Das Ganzewar so gezeichnet, dafs man wohl sah, der Kopf des Künstlers war seiner Sache schonsicher, wenn auch noch nicht seine Hand; es war mit einem hie und da etwas nachlafsen-den Pinsel gemalt, welchem jedoch die Zeit allein Festigkeit verleihen konnte; es war dieSchöpfung einer glühenden und übervollen Einbildungskraft, welche das Alter allein bän-digen und ihn zur Besonnenheit und Mäfsigung führen konnte, die sich alle grofsen Malerzur Regel und zum Gesetz gemacht haben. Dieses Kunstwerk wies seinem Urheber so-gleich eine sehr hohe Stelle unter den Belgischen Künstlern an, und war der Grundstein,auf welchem ein glänzender Ruhm sich erheben sollte. Es zeugte nicht nur von ernstemund gründlichem Studium der Farbe des Rubens, sondern auch von der Auffassungsart diesesgrofsen Meisters.

Ein zweites Bild, welches dieser junge Maler im Jahre 1835 in Gent zur Ausstellung gab,entsprach ganz den hohen Erwartungen, zu denen seine Schädelstätte berechtigt hatte. Esstellte denHeiligen Dominicus" dar,wie er aus den Händen der Heiligen Jungfrau einenRosenkranz empfängt. " Dieses Bild erfüllt, was seine Freunde sich von ihm versprochenhatten: eine gröfsere Strenge in der Farbengebung, correctere Zeichnung und festere Pin-selführung, r

Als ein Jahr darauf die Ausstcllungssälc in Brüssel eröffnet wurden, erblickte man darinein Gemälde von aufserordentlichem Umfange*. Man sah darauf eine jener blutigen Schlach-ten, deren erbitterten Kämpfern man es ansieht, dafs hier das Schicksal eines ganzen Volkesauf dem Spiele steht. Es war die berühmteSchlacht von Kortryk", wo das FranzösischeHeer von dem Niederländischen im Jahre 1302 gänzlich vernichtet ward. Dieses Bild warvon De Kcyzer. Es erregte allgemein Begeisterung, und theilte die Ehre dieser Ausstellungmit denletzten Augenblicken Karls I." von Wappers, und mit noch einem Gemälde einesandern Künstlers, von welchem später die Rede sein wird. Es ist schwer, sich eine Vor-stellung zu machen von der feurigen Begeisterung, die der Künstler in diese Darstellung ge-legt hat, von dem Getümmel und der Bewegung dieser Kriegsscharen, die wüthend auf ein-ander einhauen, sich erwürgen, oder verscheiden. Man weicht vor diesem Bilde zurück,aus Furcht eine Streitaxt, ein Schwert, eine Keule oder eine Lanze möchte sich aus demBilde verirren und uns den Todesstreich geben. Der Künstler hat uns mitten in den heifse-sten Kampf versetzt, da nämlich wo der Graf von x\rtois an der Spitze jener tapfern Franzö-sischen Reiterei ficht, deren Blüte den Todesstreichen der Niederländischen Bürger und J^and-männer erliegen soll. Der Graf, von einem Laienbruder der Abtei Terdoest durch einen Keu-lenschlag verwundet, ist eben von seinem sich bäumenden und mit ihm zusammenstürzenden

4,70 Metres hoch, 6,22 Metres breit.