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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH HOLLAND.

FLÜCHTIGER RÜCKBLICK.

Der Kunstsinn schien mir liier einen etwas aussclilicfsliclien Charakter zu hahen. Die altenItalienischen Bilder sind hier nicht gesucht; die neuere Deutsche Kunst liebt man hier nicht;<?egen die alten Bilder nach Art der Van Eyckschen, Hemmelingschen, Dürerschen, Holbein-schen, sind die Holländischen Kunstliebhaber gleichgültig; und selbst die Werke der alten Nie-derländer, die Rubens und die Teniers, stehen liier weniger in Gunst, als in anderen Ländern.Ich finde es sehr recht, dafs die Holländer ihren Gerhard Dow, ihren Potter, ihren Hobbemau. s. w. lieben; denn dies sind in ihrer Art bewundernswürdige Maler: aber thun sie auchrecht daran, dafs sie keine anderen Kunstrichtungen lieben? . . . Ich weifs nicht; aber gewifsist, dafs dieses ganz und gar gleichgültig ist: der cigenthümliche Geschmack einer Person, oderselbst auch eines ganzen Landes macht dasjenige, was Anderen und anderwärts gefällt, darumnoch nicht schlecht, dafs er es weniger beachtet.

Die neuere Malerei in den Niederlanden verfolgt meistens den Weg der alten Holländer; hin-

wiederum huldigt dort eine ziemlich ansehnliche Anzahl Künstler dem Zeitgeschmack, und ihrParnafs ist Paris. Da ist mir denn doch jene Richtung lieber; denn sie ist die einfachste,unbefangenste, anspruchlosestc, ungezwungenste; sie ist am wenigsten angesteckt von Über-treibung und Nachlässigkeit, und ist endlich der bei den Holländern vorherrschenden künst-lerischen Vorstcllungsweise am angemessensten. Man könnte dieser Richtung einen Mangel an

Schwungkraft und Poesie zum Vorwurf machen:

aber sind wir auch gewifs,

dafs die andre

reichlich damit ausgestattet ist? .... Übrigens darf die Kunst auf die Erde herabsteigen, dasLeben frohsinnig betrachten, das tägliche Treiben belauschen, die Natur abschreiben.

Unter denjenigen Malern, welche den Holländischen Überlieferungen treu geblichen sind,nenne ich vor allen Schotel, Schclfhout, Koekkock, den Blumen- und Früchtcmaler Van Os,Regemortcr, Verbockhovcn und Eckhout, den letzten, wie ich ihn in seinem Gemälde in derSammlung des Herrn toe Laer kennen gelernt habe.

Ommeganck und mehrere Maler von Stadtansichten, unter andern Van Hovc, Westenberg,Haanen, sind ebenfalls den vaterländischen Überlieferungen treu geblieben.

Unter den Malern innerer Baulichkeiten und den Genrcmalcrn haben einige zwar den frem-den Emflufs und die Gewalt der Mode nicht vermeiden können: indessen giebt es unter ihnensehr geschickte Männer, deren Werke mich erfreut haben. Zu diesen gehören namentlichBraekcleer aus Antwerpen, Geirnacrt aus Gent, Nnyen und Waldorp aus dem Haag. Nichts-destoweniger sind mir die Arbeiten derjenigen Holländischen Maler lieber, welche zu der er-stem Art gehören, und den Weg gehen, den ihnen Ruysdael, Van der Veldc, Hobbema u. A.vorgezeichnet haben.

Die Gcschichtsmalcrci in den Niederlanden hat stets einen von dem der alten ItalienischenSchulen ganz verschiedenen Charakter gehabt. Sie hat sich demselben auch nicht in der neue-ren Zeit genähert: gleichwohl habe ich von mehreren neueren Künstlern, wie Pienemau, Kra-semau, Eekhout und Dekeyzer, sehr bedeutende und lobenswerthc Arbeiten gesehen.

Es giebt hier keine Sammlung, in der man nicht Werke Holländischer und Belgischer Ma-ler beisammen fände. Die Wappeis, Dekeyzers und andere Belgier werden von den Hollän-dern richtig gewürdigt, und ihre Werke prangen neben denen der einheimischen Künstler.Das Band, welches die Künstler umschlingt, hat die Politik nicht zu zerreifsen vermocht.

in.

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