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AUSFLUG NACH HOLLAND.
glänzender Farbe, und erinnert mich an ähnliche Darstellungen, die ich im Jahre 1836 aufder Ausstellung in Paris gesehen habe.
DAS BATTS IM BUSCH (>T HTTXJS TEN BOSCH) BEIM HAAG.
Den grofsen Saal schmücken ausschliefslich Ölgemälde von Schülern des Rubens, als: VanTulden, Zutman, Grebber, Bray, Hondhorst, Jordaens, Everdingen* und Brize. In einigen die-ser Werke haben Reisende den Pinsel des Meisters selbst erkennen wollen: allein in diesemLande ist man zu wahrhcitliebend, als dafs man sich die Aussprüche der Kenner zu Nutzemachte. Das gröste dieser Bilder ist von Jordaens; es hat denselben unangenehmen Eindruckauf mich gemacht, den ich stets beim Anblick eines Werkes von diesem Maler empfundenhabe. Die Bilder von Hondhorst und Bray sind mir lieber. Wie schön wäre es, wenn Scha-dows Schüler in Berlin einen nur ihnen eingeräumten Saal und unter Leitung ihres Meistersmit grofsen historischen Gemälden ausstatteten. Schadow müste hiebei der Ordner sein, unddie Übereinstimmung und Gleichartigkeit der ganzen Arbeit überwachen. Man wird vielleichtan den Aufschwung und den blühenden Zustand der Düsseldorfer Schule zurückdenken, wennsie ihre Frische verloren, und, dem unumgänglichen Naturgesetze folgend, veraltet und ent-kräftet, oder ausgeartet sein wird. Diese Bilder müsten in Öl ausgeführt werden. Gern er-blickte ich dann, neben diesen Arbeiten, Compositionen von Kaulbach, sein Jerusalem undseine Hunnen, von ihm selbst und unter dem Beistande von Hiltenspcrger fresco gemalt**.
Die Gemälde des Hauses im Busch hat eine Prinzessin von Nassau, geborne Gräfin Solms,ausführen lassen.
SAMMIÜKG DES HERRN SIX.
Nach den Preisen zu urthcilen, welche man hier für Gemälde zahlt, mufs diese SammlungHunderttausende von Gulden gekostet haben. Bei meiner Anwesenheit in derselben machteein geschickter Zeichner eine Tuschzeichnung nach einem Gerhard Dow für den Stich. DerZeichner sagte mir, dafs man dieses Gemälde auf einer Versteigerung mit 20 bis 25 TausendGulden bezahlen würde. Ein anderer geschickter Zeichner, Herr Couwenberg, hat nach dem-selben Bilde eine Zeichnung gemacht, und diese für 2000 Gulden verkauft.
Diese Sammlung ist schon vorlängst angelegt worden. Sie besteht aus zwei von Mann undFrau einst zusammengebrachten Besitztümern, und ist seitdem durch mehrere neue Ankäufezu ihrer gegenwärtigen Bedeutendheit gelangt. Jetzt ist sie die reichste und schönste in Am-sterdam. Die beiden kostbarsten Stücke darin sind zwei Bildnisse, das eine von einem Vor-fahren des Herrn Six, das andre von der Mutter desselben. Beide sind von Rembrandt, undlebensgrofse Kniestücke. Das erste ist keck gemalt; die Hände sind nur leicht angelegt, und se-hen aus, als wenn sie mit dem Finger gemalt wären. Das andre ist von vollendeter Ausfüh-rung; es gleicht fast einem Dcnner, wiewohl es anders behandelt ist. Ich weifs nicht, wel-ches von beiden ich dem andern vorziehen soll, so bewundernswürdig sind sie beide. Indemselben Saale sieht man einen schönen Rubens: einen Christus nämlich, in der einen Hand
* Nicht zu verwechseln mit dem Landschaftsmaler.
** Berlin, den 30. Mai 1841. Mehr denn die Erfüllung dieser Wünsche erblicke ich in der An-kunft und in dem Hierbleiben von Cornelius, denn ein schaffenderes und an wohlthätigem Einflufsreicheres Genie giebt es in der Kunst nicht.