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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH HOLLAND.

Gemälde dieser Sammlung ist das unter der Benennungdie Anatomische Vorlesung" bekannteBild von Rembrandt. Dasselbe stellt den Professor Tulp in Amsterdam dar, wie er die Zer-gliederungskunst vortragt; es trägt die Jahreszahl 1632, wo Rembrandt 26 Jahr alt war. Eswürde zu weitläuftig sein, die Namen aller der zumeist berühmten Holländischen Meister hieraufzuführen, deren Werke man in dieser Sammlung vereinigt sieht; es fehlt keiner darin. In-dessen schwebt mir alles nur noch dunkel und verworren vor; wogegen ich Privatsammlun-gen gesehen habe, die meinen Geschmack mehr befriedigt haben. Eben so ist es mir mit demNational-Museum in Amsterdam ergangen; dasselbe wird, meiner Meinung nach, weder gutgehalten, noch scheint es mir gut aufgestellt zu sein.

DAS N ATION AI - MUSEUM IN AMSTERDAM:.

Die berühmteNächtliche Runde" von Rembrandt ist, glaube ich, das bedeutendste Werkdieses grofsen Meisters. Ich ziehe seineFünf um einen Tisch sitzenden Regenten des Staal-hofs" vor. Am meisten aber gefällt mir in dieser Sammlung das grofse Gemälde von Vander Helst, darstellend das, zum Gedächtnisse des Friedens von 1648, von den Offizieren ge-haltene Festmahl, unter Vorsitz des Capitains Wits. Dasselbe ist, ungeachtet seines dickenFirnisüberzuges, in allen seinen Theilen wunderschön. Es hat, glaube ich, über 20 Fufs Länge.Diese Sammlung enthält viel schöne Bilder von den namhaftesten Holländischen Malern: dieberühmteAbendschule" von G. Dow, den prächtigen Ter-Burg, die Wouwerman's, Potter,Van der Veldc, den kleinen Metzu u. a.

DAS RATHHAUS IN KEVDEN.

Ich war am 26sten, auf meinem Rückwege von Amsterdam nach dem Haag, in Leydcn. Ichverweilte liier, um den Lukas von Leyden zu sehen, von dem ich schon gehört hatte, und dersich im Rathhause dieser Stadt befindet. Dieses Bild hat meiner Erwartung nicht entsprochen;es hat auf mich den Eindruck eines mittelmäfsigen Werkes gemacht, und scheint mir starkrestaurirt zu sein. Es besteht aus drei Feldern, von denen das mittlere gröfser als die beidenandern ist. Es stellt das Jüngste Gericht vor. Die Figuren des Vordergrundes haben i Le-bensgröfse. An alten Gemälden enthält das Rathhaus in Leyden noch mehrere von Vcrscoo-teln, vom Jahre 1650. Auf sechs von diesen Gemälden sieht man sieben Figuren auf jedem,und auf zweien noch mehr, welche insgesammt portraitähnliche Darstellungen von Personensind, die an der hcldenmüthigen Vertheidigung der Stadt Leyden unter dem Bürgermeister Vander Werff im Jahre 1574 Theil genommen haben.

Das Portrait des damaligen Commandanten von Leyden, Van der Does, scheint mir lobens-werth. Derselbe ist mit seiner Familie dargestellt. In eben dem Saale, wo sich der Lukasvon Leyden befindet, sieht man ein grofses Gemälde von Van Bree*, welches uns denselbenBürgermeister zeigt, wie er den Bitten der abgehungerten Einwohner um Übergabe der StadtWiderstand leistet. Die Gruppe Frauen, Männer und Kinder auf der linken Seite des Bildes,welche die Pein des Hungers ausdrücken, ist von ergreifender Wirkung; die Hauptfigur ge-fällt mir nicht. Dieses Gemälde kann 20 Fufs Länge auf 17 Fufs Höhe haben. Es ist von

* Van Bree wohnt in Antwerpen