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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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BEILAGE A.

ÜBER DENSELBEN GEGENSTAND.

VOJf HERRN VON QUABiDT.

In jenen Zeiten, als ein lebendiger Kunstsinn Kunstwerke zu wahren Bedürfnissen des Ge-müthslebens machte, wurde deren Hervorbringung mit edler Begeisterung gefördert, und dieseWerke trugen die Züge der Zeit und ihrer Bestimmung an sich: aber jetzo sammelt man dieaus Kirchen verstofsenen oder entlafsenen Heiligenbilder, die aus Prachtgebäudcn gerifsenenheitern Lcbensgemälde und die Portrait« ausgestorbener Geschlechter.

Es ist nun nicht zu verkennen: 1) dafs jedes Kunstwerk nur im Lebenszusammenhange mitseiner Zeit und an dem Orte seiner Bestimmung eine ihm völlig eigenthümliche vergeistigt-sinnliche (ästhetische) Wirkung hervorbringen konnte; 2) dafs unter den Kunstwerken vonder frühesten bis zur neusten Zeit eine Verbindung wie die zwischen Grund und Folge, wiezwischen Wurzel und Gipfel stattfindet, und jedes Glied dieser Kette geistiger Entwickelung,also jeder Künstler und sein Werk, nur völlig verstanden werden kann, wenn wir ihn mitseinen Vorgängern, Zcitgcnofsen und Nachfolgern zusammenhangend betrachten, so dafs sicheins aus dem andern erklärt und jedes Glied seine volle Bedeutung bekömmt; und 3) dafs dasSammeln von Kunstwerken, durch welches diese allerdings vor dem Untergange gerettet wer-den, nicht aus einem rein künstlerischen, sondern mehr wifscnschaftlichcn Interesse hervor-gegangen ist, zumal da die Stimmung der Völker in unsrer Zeit sich als unkünstlerisch da-durch erweist, dafs ihre Kunstwerke kein wahres religiöses, noch allgemein menschlichesBedürfnis sind.

Wenn nun die Frage entsteht, wie soll man eine Sammlung von Kunstwerken jetzt anlegenund ordnen? so glaube ich, nicht anders als nach einem historischen Plane: 1) weil wir da-durch uns den Geist der Zeit, aus welchem Kunstwerke hervorgingen, und die Zwecke, welchesie erfüllten, zurückrufen; den Lebensverband, in welchem einzig und allein die Kunstwerkeeiner frühern Zeit ihre volle Wirkung hervorbrachten, auf dem Wege der Betrachtung vor-stellen, und so uns ihrer ursprünglichen Einwirkung auf das Gemüth wieder annähern undempfänglich machen können; 2) weil in aller geistiger Entwickelung ein nothwendiger Zu-sammenhang stattfindet, der nur begriffen wird, wenn wir jedes Glied in seiner Verbindungmit dem Ganzen betrachten, was eben nur durch eine historische Ordnung geschieht; und3) weil in der Neigung, aus ihrem Lebensverbande herausgerifsene Kunstwerke zu sammeln,sich die mehr wifsenschaftliche als ästhetische Bichtung unserer Zeit ausspricht, deren Anfor-derung-en wir genügen müfsen, da wir uns ihren Einflüfsen nicht entziehen können. Von

HI,

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